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Fr, 10:33 Uhr
01.10.2021
Nach Strafanzeige durch PETA

Züchterin aus Bleicherode rechtskräftig verurteilt

Im Oktober 2019 erstattete PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen gegen Gabriele Z. in Sollstedt, die als Landseer Züchterin bekannt ist. Nach langen Recherchen und rechtlichen Verfahren melden die Tierschützer nun, dass die Züchterin rechtskräftig verurteilt wurde...

Zusammen mit der Tierschutzdetektivin Judith Pein und dem TV-Format "HundKatzeMaus" wurden über einen längeren Zeitraum, auch unter Hinweisen einer örtlichen Whistleblowerin, erhebliche tierschutzwidrige Missstände dokumentiert, und zwar bei den Hunden, Kaninchen, Hühnern, Schafen und Gänsen.

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Den Tieren stand teilweise kein ausreichendes Trinkwasser zur Verfügung, die Hunde wurden nicht vorschriftsmäßig aus ihren Käfigen zur Bewegung und sozialen Kontaktpflege herausgelassen, die Stallungen waren teilweise erheblich verkotet, verschmutzt, unhygienisch, einige Tiere waren krank, teilweise verwahrlost, das Gelände war mit Müll, Glasscherben und Knochenteilen übersät, alles u.a. Verletzungsgefahren für die Tiere.

Eine Durchschrift der Strafanzeige ging auch an das Veterinäramt Nordhausen, welches zunächst auch tätig wurde und Auflagen erteilte, dann jedoch der Halterin auch gegenüber der Staatsanwaltschaft beisprang. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen stellte dann im Juni 2020 das Ermittlungsverfahren ein. Neben einer Fachaufsichtsbeschwerde gegen die zuständige Amtsveterinärin und öffentlichem Druck legte PETA eine umfangreiche Beschwerde bei der Thüringer Generalstaatsanwaltschaft in Jena ein. Per Weisung wurde das Verfahren dann von der Staatsanwaltschaft Mühlhausen wieder aufgenommen, fortgeführt mit weiteren Ermittlungen, die dann im Juli 2021 zur Beantragung eines Strafbefehls beim Amtsgericht Nordhausen führte. Der Strafbefehl wurde im September 2021 rechtskräftig, die Züchterin wurde zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 20 Euro, mithin 1000 Euro wegen 3 Verstößen gegen das Tierschutzgesetz verurteilt (Az.: 173 Js 58307/19).

"Wir haben hier einen wichtigen Erfolg für die Tiere zu verzeichnen. Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Dies beweist diese rechtskräftige Verurteilung", so Dr. Edmund Haferbeck, Senior für Special Projects bei PETA. "Nur durch die umfangreiche Recherche konnte dieser Fall aufgedeckt werden, welcher einmal mehr beweist, dass "der gute Züchter von nebenan" nur ein Mythos ist. PETA geht mit aller Hartnäckigkeit gegen Tierquäler vor, nur so kann das Leid tausender Tiere in Deutschland endlich beendet werden."

Hund mit Augenentzündung im Bestand der Züchterin (Foto: PETA) Hund mit Augenentzündung im Bestand der Züchterin (Foto: PETA)


Der Hintergrund
Im Internet präsentiert sich die Tierhalterin als liebevolle Hundezüchterin, die vermeintlich Wert auf die Auswahl der Käufer legt. Die Realität zeigte jedoch ein ganz anderes Bild: Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, dass sich die sieben Hunde in kleinen Einzelzwingern befinden, die von Kot und Urin durchtränkt sind. Ihr Fell ist verfilzt und von Urin überzogen, die Krallen sind viel zu lang. Einige Vierbeiner leiden an schlimmen Augen- und Ohrenentzündungen und benötigen dringend medizinische Hilfe. Ausreichend Auslauf und Sozialkontakte erhalten sie nicht.

Zudem hielt und schlachtete die Züchterin Schafe, Hühner, Gänse und Kaninchen. Das Grundstück war mit Knochen- und Tierleichenteilen übersät. Die Hufe der Schafe waren in einem katastrophalen Zustand – einige lahmten aufgrund von Schmerzen in den Beinen und Gelenken. Die Hühner waren teilweise so krank, dass sie bereits ihr Federkleid verloren hatten. Die Kaninchen fristeten in Einzelhaltung in kleinen, dunklen Käfigen ohne Wasser oder Stroh ein trauriges Dasein.

Aufgrund der Beweise informierte PETA gemeinsam mit der Tierschutzdetektivin Judith Pein die Veterinärbehörden. Es war Gefahr in Verzug, da einige Tiere einen extrem verwahrlosten Eindruck machten und kein Wasser in den Ställen und Zwingern zur Verfügung stand. Das zuständige Veterinäramt kontrollierte die Züchterin sofort und erteilte aufgrund der tierschutzwidrigen Haltung direkt etliche Auflagen, welche die Frau innerhalb kürzester Zeit umsetzen sollte. Es wurde jedoch keines der Tiere beschlagnahmt.

Jana Hoger
Campaignerin Bereich Tierische Mitbewohner
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Kommentare

01.10.2021, 11.13 Uhr
Heimathistoriker | 1000 Euro...
Also wenn man bedenkt, wieviel Geld die Dame vorher schon mit den Hunden gescheffelt haben muss, sind doch die 1000 Euro ein Klacks, dazu noch, wenn keines der Tiere beschlagnahmt wurde...

Und sowas soll dann ein Erfolg sein...

ottO treberT

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01.10.2021, 13.25 Uhr
Paulinchen | Also wenn die Redaktion...
... beim Schreiben des Berichtes keine Null vergessen hat, wäre aus meiner Sicht eine Berufung durch die Tierschuetzer notwendig. Bei derartigen Vergehen gegenüber Tieren, muss ich mich mit Bewertungen sehr zurück halten, denn Tiere sind für mich keine Sache, sondern schutzbedueftige Lebewesen. Dabei spielt die Art der Tiere keine Rolle. Dieser Frau hätte ich als Richterin mindestens 500 Stunden gemeinnützige Stunden in einem Tierheim auferlegt und ein 10 jähriges Zucht und Halteverbot oben drauf.

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01.10.2021, 13.31 Uhr
Markus2021 | Erlaubnis
...zum Züchten und Halten von Tieren sofort und lebenslang entziehen.
Die Tiere und zwar alle beschlagnahmen und in Pflege,Tierheim geben.
Denn alles ist besser als das!
Dass solche herz,-und gewissenlosen Menschen Tiere halten,geschweige züchten dürfen ist allein schon Berbrechen genug!
Auch ich frage mich,was hier ein Erfolg sein soll!
Handeln,nicht labern und Auflagen androhen.
Das Leben/Wohl von Lebewesen steht auf dem Spiel.
Handelt endlich Ihr Ämter,Richter und Redner!!!
Das wäre ein Erfolg im Sinne der leidenden Tiere!
Alles andere ust in keinster Weise ein Erfolg!
Solch eine Frau gehört hinter Gitter,PUNKT!

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01.10.2021, 13.34 Uhr
Markus2021 | Ps.:
Verurteilt nennt Ihr sowas?
Lächerlich!
Von Erfolg für mich nirgends was zu sehen!
Von daher ist der Titel des Beitrags in meinen Augen auch völlig unangebracht!
In dem Sinne....

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01.10.2021, 17.45 Uhr
Oberstudienrat | Zur Straf-Höhe
Die Höhe der Tagessätze orientieren sich meines Wissens nach an der Höhe des Einkommen des Verurteilten. Das kann bei 20 EUR nicht sehr hoch sein. Damit stellen 50 Tagessätze verhältnismäßig eine ordentliche Strafe dar.

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01.10.2021, 19.12 Uhr
Lars08 | Für die Stadtmenschen
Hühner verlieren ihre Federn in der Mauser. Blut im Fressnapf wird wohl von einer Fleischfütterung sein. Ist bei Fleischfressern artgerechter, als Trockenfutter aus Abfällen.

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01.10.2021, 19.12 Uhr
Oberstudienrat | Habe gerade recherchiert:
Der Tagessatz errechnet sich aus dem Monatsnetto durch 30 Tage. Aus den 20 Euro im Artikel errechnet sich also ein Monatsnetto von 600 EUR. Wer nur 600 Euro netto hat, den trifft eine solche Strafe von 1. 000 Euro natürlich sehr stark. Außerdem: Was würde es bringen, einem Menschen mit 600 EUR Monatsnettoeinkommen 10.000 EUR Strafe aufzubrummen?

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01.10.2021, 20.27 Uhr
Halssteckenbleib | Lächerliche Verurteilung...
Geld scheint mir immer wieder einen weit höheren Stellenwert zu haben als Tiere.Da wird ein riesen Wirbel gemacht um diese wehrlosen Tiere und was kommt als Verurteilung...ne lächerliche Geldstrafe.Wehe es klaut einer 1 Euro da wird gleich die gesamte Gesetzeshärte ohne wenn und aber rausgekramt Tiere sind eben nur sowas wie Gegenstände.Schlimm schlimm...

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02.10.2021, 12.47 Uhr
bchristin66 | Quälerei
Nun haben die kranken Tiere nichts davon, wenn der Halter bezahlen soll. Was wird zum Tierwohl getan. Sieht so aus als werden sie weiter gequält. Oder dürfen sie zu anderen Menschen, welche Tiere lieben und anständig behandeln??

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02.10.2021, 12.54 Uhr
Markus2021 | @Oberstudienrat
Ihre Einstellung und Aussagen sind....naja.
Ohne Worte!
Tiere quälen ist erlaubt und nur weil diese ja so rücksichtsvolle Dame (ironisch) angeblich wenig Einkommen hat,ist ein solch geringes Strafmaß für Sie gerechtfertigt?!
Na noch mehr von solchen Komikern wie Ihnen und allen Tiere: gute Nacht.
Irgendwo sind Sie mit derartigen Aussagen für mich nicht besser!
Das zu Ihnen.
Diese Frau gehört einer weitaus härteren Strafe ausgesetzt.
Zuvor ALLE Tiere entzogen und Zuchtverbot auf Lebenszeit!
Dann wie ein Vorredner sagte: gemeinnützige Stunden im Tierheim ableisten...obwohl,nee lieber nicht!
Aber diese Strafe ist für mich absolut lächerlich und wird zu keiner Änderung/Besserung führen.
Da wundert man sich,dass bei solchen niedrigen Strafen diese Leute weiter ihr Unwesen treiben?!
Für mich haben hier mal wieder Ämter und Justiz kläglich versagt und zugunsten der Tiere NICHTS erreicht.
Denn offenbar darf sie ja die Tiere behalten (nur Auflagen ausgesprochen die schonmal von der Dame mißachtet wurden) und auch weiter züchten.
Ohne Worte und mehr als traurig!
Erfolg?
Für mich in keinster Weise!!!!
Davon mal abgesehen und ja nun schlagt auf mich ein,heute kann und darf ein Jeder in einer Mini-Mietwohnung 10 große Hunde halten (übertreibe mal) ohne Hof,Garten,Zeit,viel arbeiten und Tiere so viele Stunden allein und Hund ausführen ist kurz um den Block,auf Gehweg geschissen und fertig.
Auch sowas ist für mich keine artgerechte Haltung!
Ein Hund braucht Bewegung,Auslauf und Zeit!
Kaum einer überlegt sich das vorher.
Auch das ist unverantwortlich,egal ob Hund groß oder klein.
So,habe fertig!

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02.10.2021, 14.11 Uhr
Mitternacht | @Markus2021
Ich kann in Oberstudienrats Erklärung, was "Tagessatz" bedeutet, nicht einmal mit Böswilligkeit hineinlesen, dass er durch die reine Benennung dieses Fakts die Misshandlung von Tieren gutheißt oder gar zu erlauben wünscht.

Immer öfter erlebe ich, dass bereits die bloße Benennung von Fakten zu wüsten Interpretationen und Beschimpfungen führt, gekoppelt mit diversen "Daumenrunter"-Bewertungen. "Ein Fakt entspricht nicht meiner Meinung, deshalb muss es einfach schlecht sein."

Man mag die ANZAHL der Tagessätze als Strafe für diese "Tierzüchterin" als zu gering erachten, das ist völlig legitim. Aber jemanden zu beschimpfen, der lediglich erklärt, was ein Tagessatz überhaupt ist, das ist... naja.

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02.10.2021, 14.21 Uhr
Markus2021 | Ps
Was es bringen würde "Oberstudienrat"?
Ganz einfach,dass es solche Leute auch wirklich endlich mal lernen!
Das würde es bringen.
Denn nur wenn es richtig weh tut,dann kommt es da oben auch an.
Darum ist es so nutzlos.
Abzahlen,Jahr für Jahr....das müsste sie und Tiere weg+lebenslanges Zuchtverbot!
Denn dass diese Frau unfähig ist und nur auf Profit aus gegen das Wohl des Tieres,das müsste selbst bei Ihnen angekommen sein.
Aber so lachen die nur und machen irgendwann genauso weiter.
Dass Auflagen bei der Dame nichts bewirken,wurde ja schon festgestellt,indem sie sich schon einmal nicht an diese hielt.
Ihr Name hier scheint nicht viel dahinter zu haben,wenn Sie so engstirnig und "abwesend" lesen und sich äußern!
Oh oh oh!
Auch Tiere sind Lebewesen und sollten artgerecht gehalten werden.
Wer dessen nicht fähig oder willig ist,sollte dies doch bitte sein lassen!
Strengere Kontrollen und Strafen wären wünschenswert.
ENDE!

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02.10.2021, 14.30 Uhr
Markus2021 | @Mitternacht
Jaja...
Sicher mag es rechtlich so sein,das streite ich nirgends ab.
Auch beschimpfte ich ihn nicht,wüßte nicht wo oder wie!
Aber meine Meinung zu Äußerungen darf jeder haben,auch ich....er und Sie.
Akzeptiere ich.
Aber ich sage,was ich davon halte!
Und ein so lächerliches Strafmass für gut heißen ist ebenso arm.
Ihr Leben lang müsste die Dame als Strafe abzahlen und nicht nur das (+Tierentzug+lebenslanges Zuchtverbot).
Denn niemandem steht das Recht zu Tiere so zu halten und zu quälen!!!
Ganz einfach.
PUNKT!
Und für mich ist diese "Berurteilung" lächerlich und in keinster Weise ein Erfolg!
Und nun verabschiede ich mich mit einem Kopf schütteln!
In dem Sinne....

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02.10.2021, 14.31 Uhr
Rob2000 | 1000euro
lächerlicher geht's aber echt nicht.
Kein Wunder das sowas immer mehr wird in der heutigen Gesellschaft.
Und wenn mir jetzt irgendeiner erzählen will das man als Züchter 600euro netto im monat, dann fress ich ein Besen samt Stiel.
Das ist ein Geschäft was sich mittlerweile schon lohnt.
Aber was man offiziell verdient und inoffiziell...das sind Unterschiede

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02.10.2021, 14.52 Uhr
Rob2000 | Eine richtige Strafe
Egal wie hoch das Einkommen wäre, 10000 Euro
Für Tierschutzvereine etc. Und wenn sie halt die nächsten 10jahre dafür bezahlt hätte, dann würde sie so schnell nicht vergessen für was sie zahlen muss.
Sowas könnte wiederholungstäter abschrecken!

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02.10.2021, 14.57 Uhr
Markus2021 | Tippfehler
"Verurteilung" sollte das im letzten Kommentar heißen und nicht "Beurteilung"!
In dem Sinne ein schöneres We als deren Tieren!

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