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Do, 17:30 Uhr
30.09.2021
Bürgermeisterwahl 2021

Rechtsaufsicht widerspricht Nordhäuser Rathaus

Wer da dachte, dass sich die Vorbereitung auf die Wahl eines neuen Nordhäuser Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin harmonisch vollziehen würde, der muss - leider wieder einmal in Nordhausen - enttäuscht werden. Die Rechtsaufsicht erhebt Vorwürfe gegen die Verfahrensweise im Rathaus...


In der Mail an die Nordhäuser Stadträte, über die nnz vor einer Woche berichtet hatte, teilte das Nordhäuser Rathaus vertraulich mit, dass die 13 Bewerbungen "durch den Gemeinde- und Städtebund, die Rechtsaufsicht sowie das Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales unabhängig geprüft" seien.

Dem widerspricht die Rechtsaufsicht. Sie teilt der nnz mit, der Oberbürgermeister habe nur "fünf Studienabschlüsse (ohne konkrete Namen oder weitere Angaben aus dem Lebenslauf) übermittelt. Zu diesen Abschlüssen konnte die Rechtsaufsicht, nach Rücksprache mit dem für das Dienstrecht zuständigen Innenministerium, der Stadt Nordhausen mitteilen, dass diese Abschlüsse nicht den Anforderungen in der Stellenausschreibung entsprechen."

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Und es geht weiter: Der Kommunalaufsicht lagen damit nicht zu allen 13 Bewerbern (wie die Stadt Nordhausen inzwischen in offiziellen Verlautbarungen die Bewerberzahl angibt) die Unterlagen zu den Abschlüssen vor. Seit der vergangenen Woche führt eine Bewerberin über ihre Nichtzulassung ein Nachprüfungsverfahren. Hierzu muss ausdrücklich festgestellt werden, dass die Stadt diesen Vorgang der Kommunalaufsicht nicht vorgelegt hat."

Der offenbar gegenüber den Stadträten vermittelte Eindruck einer vollständigen externen Prüfung sämtlicher Bewerberabschlüsse ist aus hiesiger Sicht nicht richtig, weshalb die Stadt Nordhausen gestern von der Kommunalaufsicht aufgefordert wurde, die Tatsachen gegenüber den Stadträten richtig darzustellen. Ob das inzwischen geschehen ist, konnte noch nicht bestätigt werden.

In dem Schreiben an das Nordhäuser Rathaus wird auch mitgeteilt, dass der Gemeinde- und Städtebund keine gesetzlich zugelassene Prüftstelle für das Beamtenrecht sei. Deshalb, so das Fazit aus der Behringstraße, könne aufgrund der unvollständigen Informationslage zu allen Bewerbern die Kommunalaufsicht keine Bestätigung für das laufende Bewerbungsverfahren abgegeben. "Die Vorgehensweise der Stadtverwaltung ist aus hiesiger Sicht (die der Rechtsaufsicht - d. Red.) auch nicht nachvollziehbar."

Auch wollte die nnz von der Rechtsaufsicht wissen, warum die aktuell zugelassen Bewerber jetzt weiterhin vertraulich (wie in der E-Mail durch die Stadtverwaltung festgelegt) behandelt werden. Es handelt sich doch auch um einen öffentlichen Wahlgang im Stadtrat.

Auch dazu antwortete die Behörde in der Behringstraße: "Üblicherweise sollten Bewerber für ein solches Wahlverfahren von der Stadtverwaltung darüber aufgeklärt werden, dass die Wahl öffentlich in einer Stadtratssitzung stattfindet und somit für zugelassene Bewerber kein Anspruch mehr auf Vertraulichkeit besteht. Dazu kann die Stadtverwaltung auch im Streitfall von den Bewerbern eine schriftliche Einverständniserklärungen einholen, um die Namensveröffentlichung vorzunehmen."

Auf die Frage der nnz, ob die Rechtsaufsicht schon zum jetzigen Stand Verfahrensfehler für das Bewerberverfahren sieht, wurde eher diplomatisch geantwortet: "Ein Oberbürgermeister ist bei seiner Amtsausübung zur Neutralitätspflicht verpflichtet. Ein Stadtrat muss eine freie Wahlentscheidung unter den zugelassen Bewerbern haben. Das Auswahlverfahren hat sich allein an den gesetzlichen Vorgaben in Artikel 33 des Grundgesetzes zu orientieren. Auch für ein Wahlverfahren im Stadtrat und das zuvor stattfindende Bewerberauswahlverfahren sind gerichtliche Überprüfungsverfahren möglich." 
Peter-Stefan Greiner

Anmerkung der Red: Wir hatten Fragen auch an das Nordhäuser Rathaus geschickt, bislang jedoch keine Antworten erhalten
Autor: psg

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Kommentare
ChristianNDH
30.09.2021, 17:45 Uhr
Unprofessionell und unfassbar
Das ist ja besser als im (Kasperle)theater.
Das Stück heißt; "Wie richte ich den größten Schaden gegenüber dem Bürger an und wie mache ich mich lächerlich". Das Stück wird in 7 Akten aufgeführt.
Man nehme:

1. Die Notwendigkeit der Stellenbesetzung des
Bürgermeisters / Bürgermeisterin der Stadt Nordhausen
2. Eine stümperhaft gemachte Ausschreibung
3. Eigenmächtiges Handeln der Beteiligten
4. Parteipolitische Machtphantasien
5. Nach dem öffentlich-werden untaugliche Versuche der
Rechtfertigung des eigenen Handelns
6. Ungläubiges Staunen aller Beteiligten und Kopfschütteln
beim Bürger
7. Ablenken von der eigenen totalen Unfähigkeit der
Verursacher des Chaos durch öffentliche
Schuldzuweisung auf andere Personen

Ergebnis: Entscheidungsvakuum zu Lasten der Bürger der Stadt Nordhausen und ein maximaler Imageschaden
...übrigens wir befinden uns gerade in Akt Nr. 6

Unglaublich.
H.Buntfuß
30.09.2021, 17:49 Uhr
Schau an
Jeder der in der Freien Wirtschaft so vorgeht, wie es die so genannten Politiker/innen handhaben, hätte erhebliche Schwierigkeiten zu erwarten. Aber in der Politik kann jeder machen, was er will. Man verliert immer mehr den Glauben an die Politik. Das ist schon eine mächtige Grauzone in der sich die politischen Eliten bewegen. Das Wort KRIMINELL, möchte ich hier noch nicht verwenden, obwohl?
Kolja1972
30.09.2021, 18:15 Uhr
Buchmann und sein KungelTrupp im Rathaus...
... wollen Krauth im Amt halten. Es wird immer offensichtlicher. Deshalb soll der konservative Kandidat weg und wohl nun auch die SPD Konkurrentin. Buchmann ist keinen Deut besser als andere Politiker. Im Gegenteil. Er zeigt noch eine fachliche Minderleistung. Sein Dienstwagen steht mehr vor seiner Privatwohnung als die eines normalen Angestellten. So kann er locker den von ihm gleich zu Anfang gewünschten 8 Stunden Tag einhalten. Für geschätzte 9000 Euro auf die Hand, nicht schlecht. Fachlich: Eine Null. Eigentlich muss er schnell aus dem Amt.
Abwahl besser heute als morgen.
geloescht.20240214
30.09.2021, 19:58 Uhr
Die
Kommunalaufsicht ist das Landratsamt. Mal unter diesem Kontext den Artikel zweimal lesen
bigg.y
30.09.2021, 20:43 Uhr
Jeder Bürgermeister sollte sich das durchlesen,
Wer nicht spurt, kriegt die Rechtaufsicht und die Medien. Also, wann immer ein Mitarbeiter des Landrats in einer Gemeinde als Statthalter eingesetzt werden soll und die Qualifikation nicht reicht, dann holt der Landrat die Kettenhunde raus. Fantastisch wie hier die eigene Mitarbeiterin durchs Ziel getragen wird. Das ist Nordhausen.
murmeltier
30.09.2021, 21:22 Uhr
Zur Klarstellung
Die Kommunalaufsicht ist eine Landesbehörde der Flächenländer, deren Aufgabe v.a. darin besteht, die Gesetzmäßigkeit der kommunalen Verwaltung sicherzustellen (Rechtsaufsicht). Sie hat nur ihren Sitz in der Behringstraße. Der Landrat ist nicht Dienstherr und nicht weisungsberechtigt.
bigg.y
30.09.2021, 21:41 Uhr
Murmelte was falsch, Im Gesetz steht leider:
111 kommunalgesetz von Thüringen 4) Das Land weist jedem Landratsamt zur Wahrnehmung der Aufgabe der Rechtsaufsicht über die kreisangehörigen Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften und Zweckverbände einen direkt dem Landrat unterstellten leitenden staatlichen Beamten mit der Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt zu; das übrige Personal und die erforderlichen Einrichtungen stellt der Landkreis. Die Zuweisung erfolgt im Benehmen mit dem Landrat. Der Landrat ist Vorgesetzter und Dienstvorgesetzter der Landesbediensteten. Bei der Ausübung der Aufgaben der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde trägt das Land das Haftungsrisiko. In Verwaltungsstreitverfahren, in denen das Landratsamt als untere staatliche Verwaltungsbehörde handelt, trägt das Land im Falle des Unterliegens die Prozesskosten.
geloescht.20240214
30.09.2021, 22:13 Uhr
Murmeltier
Liegt da wohl etwas falsch.
Gudrun1974
01.10.2021, 07:30 Uhr
Vier Jahre Buchmann sind wohl genug
Vier Jahre Buchmann sind vier Jahre Wählertäuschung und eine Stadt im Niedergang. Was hat er nicht alles versprochen alles und allen, vom Linken bis AFD Wähler. Und von überall Stimmen kassiert.
Schnell fiel die Maske: Er jammerte das er mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten musste. Schnell wurden erste Bekannte von ihm eingestellt trotz Haushaltssperre. Die Stimmung im Rathaus verschlechterte sich rapide bis zu tragischen menschlichen Vorfällen.
Von den Bürgern wart er kaum gesehen, gehört hat man nur von Jammerei wegen der Arbeitsbelastung und der Sperrung unliebsamer Medien und laufenden Schuldzuweisungen an andere. Seine seltenen öffentliche Auftritte sind inhaltlich und auch im Auftreten eher wirr und deshalb oft unangemessen.
Unterdessen verfällt die Stadt weiter, verliert dramatisch an Einwohnern, es kommt das Winterdienstchaos, chaotische Fehl Organisation des Meldewesens im Rathaus durch die Stadtführung usw. usf., Resignation vor Vandalismus
Nordhausen steht aktuell schlecht da wie noch nie. Nach innen, im Bild nach außen, und ein völlig überforderter und offensichtlich mit sich und allen anderem sowieso unzufriedener und überforderter Oberbürgermeister erkennt nicht, daß seine Zeit abgelaufen ist.
Stadtrat aufwachen. Sonst endet es schlimm für Nordhausen.
bigg.y
01.10.2021, 15:45 Uhr
Falsche Tatsachen
werden wohl durch die NnZ nicht kommentiert, oder warum murmelt das Murmeltier falsches Zeug herum? Auch der Zusammenhang von Sprengmeister und irgendwelchen Aussagen von Buchmann hat doch keinen direkten Zusammenhang zum Artikel über die Rechtsicht? Da könnte man doch auch das Berliner Duschkopfgate reininterpretieren (da sind sogar handelnde Personen deckungsgleich).
Anna O.
01.10.2021, 20:07 Uhr
Armutszeugnis für Personaler und Juristen in der Stadtverwaltung
@bigg.y: Das Murmeltier hat recht, wenn es meint, dass der Landrat nicht Dienstherr ist. Dienstherr ist als Juristische Person das Land Thüringen. Es liegt allerdings falsch mit der Annahme, der Landrat wäre nicht weisungsbefugt. Aufgrund der Doppelnatur des Landratsamtes (Selbstverwaltungsbehörde einerseits und untere staatliche Verwaltungsbehörde andererseits) ist der Landrat nämlich Dienstvorgesetzter, ergo auch weisungsbefugt. Also kein Grund zur Hybris bigg.y, denn offenbar war Ihnen dienUnterscheidung zwischen Dienstherr und Dienstvorgesetzten nicht bekannt.

Ansonsten fragt man sich hier schon, was die Stadt hier eigentlich macht bzw. wozu das Rechts-und Personalamt überhaupt da sind. Hat man kein Vertrauen in die eigene Kompetenz, dass man an verschiedenen anderen Stellen wie dumme Kinder nachfragen muss? Wenn es dann noch stimmen sollte, dass nur die Abschlüsse ohne Lebenslauf und Bewerbungsschreiben an die Kommunalaufsicht übermittelt wurden, da tippt man sich natürlich an den Kopf. Denn die wirklich schwierigen Fragestellungen, wie z.B. die nach der Laufbahnbefähiging, können nämlich nur in Zusammenschau mit der beruflichen Vita beantwortet werden. Für mich sehr unprofessionell und ein Armutszeugnis für die Personaler und Juristen in der Stadt.
Kolja1972
01.10.2021, 22:14 Uhr
@anna O: Buchmann wird durchs Amtsgeschäft geschleppt und will natürlich die Weinköningin Jutta K.
Treffende Analyse, Anna O. Hinzu kommt das offene Geheimnis dass, K. Buchmann als OB völlig überfordert ist und von einem Kollektiv enger Vasallen im Rathaus praktisch durch die Amtszeit "geschleppt" werden muss. Diese Hilfstruppe (aus 2-3 Fachbereichen des Rathauses) ist aber leider wohl nur bedingt kompetent und wiederum eng verbandelt mit der Bürgermeisterin und "Weinköningin" Jutta Kraut.
So kommt es dass alle Genannten ein Interesse haben, nicht nur Buchmann irgendwie am politischen Leben zu halten, sondern "Jutta" eine Wiederwahl zu ermöglichen, was auch für den hilflosen K. Buchmann die am wenigsten anstrengende Lösung für seine letzten drei Jahre ist.
Nur ist da das Kernproblem: Die genannte Truppe packt es nicht, ist damit total überfordert und agiert eher unprofessionell, beherrscht einfachste Abläufe nicht, hat keinen Plan, will aber zugleich eigene Pfründe sichern und muss sich eine berufliche Zukunft sichern im Rathaus absichern, falls Buchmann und Kraut nicht gehalten werden können. Das kann natürlich alles nur vor den Baum gehen und tut es gerade auch.
So kommt am Ende ein lachhaftes Durcheinander heraus das, man derzeit live erleben kann, der Stadt immens schadet und wohl tausende Euro kostet. Dem Bürger, wohlgemerkt. Buchmann, Kraut u. a. kassieren natürlich weiter ordentliche Gehälter

Nordhausen eben. Gute Nacht.
Kontrapost
04.10.2021, 13:12 Uhr
Belügt OB die Stadträte?
Dafür mussten andernorts schon Amtsträger zu Recht zurücktreten. Hier läßt das derStadtrat mit sich machen?! Wer weiß, was hier noch alles unter den Tisch gekehrt wird.
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