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Do, 13:19 Uhr
02.09.2021
Brand- und Katastrophenschutzbericht 2020:

Mehr Jugendliche in Einsatzabteilungen der Feuerwehren

Heute stellte Thüringens Innenminister Georg Maier den Brand- und Katastrophenschutzbericht für das Jahr 2020 vor. Bevor er über die Einsatzstatistik und Entwicklung der Mitgliederzahlen informierte, würdigte Maier die Arbeit der Thüringer Wehren, Katastrophenschutzeinheiten und Rettungsdienste bei der Bekämpfung der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz...

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„Durch die schnelle und unbürokratische Zusammenstellung der benötigten Einheiten aus allen Teilen Thüringens konnten wir der Bevölkerung in den betroffenen Teilen mit Technik und Personal schnell helfen“, betonte der Innenminister. „An dieser Stelle mein Dank an die Kameradinnen und Kameraden, die diese aufopferungsvolle Arbeit vor Ort geleistet haben oder hier auf Abruf bereitstanden“, so Maier und weiter: „Einsätze wie diese sind auf allen Ebenen von Bedeutung, um die Organisation und die Ausstattung des Katastrophenschutzes auch in Thüringen weiterzuentwickeln und um bestmöglich auf zukünftige Einsätze vorbereitet zu sein.“

Zu Beginn des Berichtes zeigt sich der Minister freudig überrascht, dass im letzten Jahr 1.227 Angehörige der Jugendfeuerwehr ihren Weg in die Einsatzabteilungen gefunden haben, was eine deutliche Steigerung zum Vorjahr (2019: 909) und den höchsten Wert seit der erstmaligen Erfassung im Jahr 2017 bedeutet. „Unsere Feuerwehren brauchen diesen Nachwuchs dringend, um für Einsätze gewappnet zu sein“, so der Minister.

Mitgliederzahlen leicht rückläufig
Die Anzahl der aktiven Feuerwehrangehörigen ist im vergangenen Jahr – wie bereits auch 2019 – um ca. 1 Prozent leicht gesunken (2020: 34.075, 2019: 34.409). Der Rückgang wird auf die Abnahme der Zahl der Feuerwehrangehörigen im Einsatzdienst der Freiwilligen Feuerwehren zurückgeführt. Die Zahl der hauptamtlichen Feuerwehrangehörigen bei den Berufsfeuerwehren bleibt hingegen stabil.

Über 33.000 Feuerwehrangehörige (97 Prozent aller Mitglieder) engagieren sich ehrenamtlich. Erstmals seit 5 Jahren waren aber auch die Mitgliederzahlen der Jugendfeuerwehr rückläufig. Der größte Rückgang war dabei bei den 6- bis 9-jährigen zu verzeichnen. „Dies ist in meinen Augen eine klare Folge der Pandemie, da eine aktive Mitgliedergewinnung unter Corona-Bedingungen nahezu unmöglich war“, erklärte der Innenminister und hofft, dass die Mitgliederzahlen nach dem Abklingen der Pandemie wieder steigen.

Abnahme der Einsatzzahlen
Die Einsatzzahlen haben sich im gesamten Spektrum gegenüber den beiden Vorjahren deutlich verringert. 2020 rückten die Thüringer Feuerwehren zu 30.835 Einsätzen aus. Das sind durchschnittlich 85 Alarmierungen pro Tag. Der Rückgang ist aller Voraussicht nach auf das zurückgefahrene gesellschaftliche Leben während der Corona-Pandemie sowie auf ein geringeres Unwettergeschehen zurückzuführen.

Deutlich weniger Fehlalarmierungen
Die Zahl der Fehlalarmierungen ist um 8,5 Prozent auf 17 Prozent gesunken. Besonders die Fehlalarme durch Brandmelde-/Gefahrenmeldeanlagen und blinde Alarme verzeichneten einen deutlichen Rückgang. Dennoch bleibt die Fehlalarmierung trotz des Rückgangs die zweithäufigste Alarmierungsart.

Weniger Hilfsleistungseinsätze
69 Prozent aller Einsätze sind Hilfeleistungen, allen voran für die Unterstützung des Rettungsdienstes sowie für die Bekämpfung von Wasser- und Sturmschäden. Insgesamt gingen die Hilfsleistungseinsätze um 4,7 Prozent auf 21.264 Einsätze zurück. Auffallend ist, dass die Zahl der Hilfeleistungen bei Ölunfällen/-spuren um 94 und bei Verkehrsunfällen/-störungen sogar um 500 abgenommen hat. Dies wird ebenfalls auf das geringere Verkehrsaufkommen während der Corona-Pandemie zurückgeführt.

Zunahme der Wohnungsbrände
14 Prozent aller Einsätze im Berichtsjahr waren Brandbekämpfungseinsätze. 2020 wurden 4.239 Brände und damit 6,9 Prozent weniger Einsätze als im Vorjahr 2019 verzeichnet. Trotz dessen sind auch hier die Auswirkungen der Pandemie und der „Home-Office“-Präsenz der Menschen erkennbar. So ereigneten sich im vergangenen Jahr 1.151 Wohnungsbrände und somit 113 mehr als noch im 2019. Gleichzeitig nahmen die Einsätze aufgrund von Bränden in Büros, Verwaltungen, Industrie-, Gewerbe- und Handwerksbetrieben um 75 ab.

Reduzierung der Einsatzstunden pro Brandbekämpfungseinsatz
Die durchschnittliche Einsatzdauer pro Brandbekämpfungseinsatz hat im vergangenen Jahr abgenommen. 2020 waren durchschnittlich 44 Stunden für einen Brandbekämpfungseinsatz notwendig (2019: 48 Stunden). Dieser Rückgang resultiert insbesondere aus dem Wegfall zeitintensiver Groß- und Mittelbrände, wie zum Beispiel Waldbrände.

Fast 2.700 Menschen gerettet
Durch den engagierten Einsatz der Kameradinnen und Kameraden im Jahr 2020 konnten 2.691 Personen bei Brandbekämpfungs- und Hilfsleistungseinsätzen gerettet werden. Die Anzahl der bei Einsätzen registrierten geschädigten Personen ist von insgesamt 3.916 auf 3.763 gesunken. „Das ist grundsätzlich ein positives Zeichen“, so Innenminister Maier. Allerdings ist bei Einsätzen zur Brandbekämpfung die Anzahl der verletzten Personen gestiegen. Mit 441 verletzten Personen wurde sogar ein Höchststand im 5-Jahres-Zeitraum erreicht. „Dies passt zu den Corona bedingt gestiegenen Einsatzzahlen bei der Brandbekämpfung in Wohngebäuden“, erläuterte Maier weiter.

Kein verunglückter Feuerwehrangehöriger
Im Einsatz wurden 116 Feuerwehrangehörige verletzt. Glücklicherweise kam 2020 kein Feuerwehrangehöriger im Dienst ums Leben.

Zahl der Brandtoten/Im Einsatz tödlich Verletzte
Die Zahl der Brandtoten blieb fast konstant. 2020 kamen bei Bränden 14 Personen ums Leben (2019: 15). Die Mehrzahl der Toten wurde in Wohngebäuden aufgefunden, wobei die Brandursache in den meisten Fällen auf ein Fehlverhalten der Bewohner zurückzuführen ist. Die Zahl der im Einsatz geborgenen tödlich verletzten Personen ist leicht angestiegen und bewegt sich mit 386 registrierten getöteten Personen in etwa auf dem Vorjahresniveau (2019: 373).

Finanzielle Unterstützung des Landes
Die vom Land für den Brand- und Katastrophenschutz bereitgestellten Mittel betrugen 2020 insgesamt rund 18,5 Millionen Euro. Unter anderem investierte der Freistaat 7,57 Millionen Euro in 68 Feuerwehrfahrzeuge, 1,77 Millionen Euro in 15 Feuerwehrhäuser und fast 1 Million Euro in den Neubau des Katastrophenschutzlagers in Nordhausen.
Autor: red

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