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Do, 16:46 Uhr
02.09.2021
Lesetipp der Stadtbibliothek:

Zum 100. Geburtstag von Stanislaw Lem

In diesem Jahr wäre der bekannte polnische Essayist, Philosoph und Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem 100 Jahre alt geworden. Er gilt heute als brillanter Visionär und Utopist, der verschiedenste Technologien bereits weit vor ihrer Entwicklung erdachte und behandelte...

Bücher des Jubilars (Foto: ©Stadtbibliothek Nordhausen) Bücher des Jubilars (Foto: ©Stadtbibliothek Nordhausen)

Humoristisch und gleichzeitig gesellschaftskritisch befasste er sich unter anderem mit den Themen virtuelle Realität, künstliche Intelligenz aber auch mit dem technik-induzierten gesellschaftlichen Überlegenheitsdenken. Lems Werke sind weltbekannt und wurden in insgesamt 57 Sprachen übersetzt.

Zur Feier seines 100. Geburtstags wurden einige seiner Werke neu aufgelegt und können nun in Neuausgaben neue und alte Leser begeistern. Wir empfehlen:

„Solaris“
Ein Planet, dessen Ozean eigenen physikalischen Gesetzen zu folgen scheint und eine Gruppe Wissenschaftler, die seine Geheimnisse zu ergründen suchen. Schnell wird der Forschungsgruppe bewusst, dass sie auf die Ereignisse, die folgen, nicht vorbereitet waren. Sie werden mit schmerzhaften Erinnerungen konfrontiert und müssen ergründen, ob sich hinter diesem Ozean ein eigentümlich intelligentes Wesen verbirgt, das die Vergangenheit heraufbeschwört – aus Gründen, die niemand versteht.

„Der Unbesiegbare“
In ferner Zukunft landet das mächtige Raumschiff „Der Unbesiegbare“ auf dem Planeten Regis III. Die Mission stößt sehr bald auf Möglichkeiten und Gefahren, die weitreichende Konsequenzen für das Leben im gesamten Universum haben könnten …

„Sterntagebücher“
Ijon Tichy, einer von Lems bekanntesten Romanhelden, ist Raumfahrer und stets auf der Suche nach anderen Welten. Dies ist das weltberühmte Logbuch seiner abenteuerlichen Reisen.

„Der futurologische Kongreß“
Zwei Kongresse im Hilton Hotel: einer zur Überbevölkerung und einer für Nudisten. Dieser Roman ist eine der großen Dystopien des 20. Jahrhunderts.

„Best of Lem“
Für Liebhaber und Neulinge hat der Suhrkamp-Verlag zum Jubiläumsjahr in dieser Sammlung Erzählungen und Kostproben vieler bekannter aber auch unbekannterer Werke aus 60 Jahren Lem’schen Schaffens zusammengestellt.

Auch das Lesecafé wird sich mit Lem und seinen Werken beschäftigen. Am 8. September um 16 Uhr wird Bodo Seidel den großartigen Autor und Philosophen vorstellen, dessen Science-Fiction-Romane Millionen von Lesern auch heute noch fesseln. Die Stadtbibliothek lädt dazu alle Interessenten herzlich ein.
Autor: red

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Kommentare
Kontrapost
03.09.2021, 13:24 Uhr
Nordhausen vergisst Antkriegstag...
... begeht, zurecht 100 Jahre Stanislaw Lem. Kein Termin zur Kranzniederlegung am 1. September, nichts. Traurig, traurig.... und weiter bei den Peinlichkeiten aus dem Rathaus
Real Human
03.09.2021, 14:21 Uhr
Stanislaw Lem und sein „gefallenes Mädchen“
Ich habe mal nach bemerkenswerten Zitaten von Stanislaw Lem gegoogelt und ein paar ziemlich krasse gefunden:

„Ich habe mich lange genug zum Narren gemacht. Die Zuneigung, die ich dem gefallenen Mädchen Science-Fiction entgegengebracht habe, ist nur zu vergleichen mit der Dummheit, sich in eine schöne Frau zu vergucken, um dann festzustellen, dass sie unter voranschreitender Zahnfäule leidet.“(DIE ZEIT, »Visionär ohne Illusionen«)

„Die Tragik des 20. Jahrhunderts liegt darin, daß es nicht möglich war, die Theorien von Karl Marx zuerst an Mäusen auszuprobieren.“ (DER SPIEGEL 44/1995 vom 30.10.1995, Seite 152b zitiert nach gutezitate)

In den 2000er Jahren wurde der vielseitig gebildete Lem zum Kritiker des – von ihm teilweise vorhergesagten – Internets und der Informationsgesellschaft, weil diese die Nutzer zu „Informationsnomaden“ machten, die nur „zusammenhangslos von Stimulus zu Stimulus hüpfen“ würden. Die allgemeine Steigerung der technischen Leistung gehe „paradoxerweise mit einem Verfall der Fantasie und Intelligenz der Menschen einher.“ (Zitat Wikipedia)

Tja, so ist es, wenn Science-Fiction von der Wirklichkeit eingeholt wird. Diese Schlussfolgerungen hätte Lem auch schon nach Aldous Huxleys „Brave New World” von 1932 ziehen können. Mustapha Mond (dt. Mustafa Mannesmann), der „Resident World Controller“, verweist darin auf ein quasi marxistisches Experiment auf der Insel Zypern: „Binnen sechs Jahren gab es [dort] einen prima Bürgerkrieg.“ Das erinnert mich irgendwie an den Stalinschen Terror im „Sowjetparadies“.

Ich bin schon ehrlich gespannt wie Dr. Bodo Seidel (https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=292799) als bisheriger Prediger von altorientalischer Fantasy jetzt Science-Fiction präsentiert.

Zum Schluss anlässlich des Antikriegstags (@Kontrapost) noch eine dystopisch prophetische Warnung (wohl vor militärischer KI?):

„Unerhört schnelle Systeme begehen unerhört schnell Fehler.“ (Lem)

Erinnert sei in diesem Zusammenhang an einen gewissen Stanislaw Petrow und an das aktuelle „Awangard“ Hyperschallwaffensystem.
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