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Di, 08:31 Uhr
24.08.2021
Brief aus Äthiopien

Kein Hoffnungsschimmer

Die neuesten Meldungen aus Äthiopien geben Anlass zu großer Sorge. Abyi Ahmed hat, wie vorauszusehen war, die Ende Juni stattgefundenen Wahlen gewonnen. Katrin Cieslak berichtet aus Degamba...


Mit großer Unterstützung der Bevölkerung hat sich die tigrinische Armee neu formiert und sowohl die Hauptstadt Tigray’s, Mekele, als auch die meisten anderen strategisch wichtigen Städte unter ihre Kontrolle gebracht.

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Darauf hin hat Abyi sehr überraschend einen Waffenstillstand ausgerufen. Es soll den Farmern Gelegenheit gegeben werden, vor Beginn der Regenzeit ihre Felder zu bestellen. Ohne die diesjährige Ernte stände Äthiopien vor einer erneuten Hungersnot. Auf Grund der schlechten Ernte im letzten Jahr, die Vernichtung durch die Heuschrecken und Zerstörung der Ernte durch den Krieg sterben bereits jetzt tausende Menschen in Tigray an Hunger.

Abyi wird nun den Waffenstillstand beenden. Auch bisher wurde fast keine humanitäre Hilfe zugelassen, es wurden sogar Mitarbeiter von Hilfsorganisationen erschossen! Ärzte ohne Grenzen und die wenige zugelassenen Hilfsorganisationen wurden inzwischen aus Tigray ausgewiesen. Abiy führte jüngst militärische Verhandlungen mit Eritrea und der Türkei. Nun steigen die Befürchtungen eines Völkermordes an Tigray ähnlich in Ruanda.

Derzeit ist die Lage in Tigray ähnlich wie bei Kriegsbeginn. Strom, Internet und Bankbetrieb wurden eingestellt. Jegliche humanitäre Hilfe wird verweigert. Tigrinische Männer werden grundlos massenhaft verhaftet und inhaftiert.

Auch Kiros hat seit Wochen keinerlei Kontakt zu seiner Familie oder nach Degamba. Auch er fühlt sich in Addis nicht mehr sicher und bangt um seine Verhaftung. Niemand weiß wie sich die Situation weiterentwickelt. Die Lage ist äußerst dramatisch und scheint nur militärisch lösbar zu sein.

Trotzdem hoffen wir sehr, bald wieder Lebensmittellieferung nach Degamba schicken zu können. Deshalb bitte ich weiterhin um Spenden für die Menschen in Degamba, denn jeder noch so kleine Beitrag hilft inzwischen Menschen vor dem Hungertod zu bewahren. Jeder Cent wird in Form von Lebensmitteln die Menschen in Degamba erreichen.

Vorerst werde ich noch keine Schulbeiträge sammeln, denn derzeit findet keine Schule statt. Was die Menschen derzeit noch mehr brauchen als Bildung ist etwas zu Essen um zu überleben. Spenden könnt ihr weiterhin auf das bekannte Spendenkonto:

IBAN: DE83 8205 4052 0305 0189 49
BIC: HELADEF1NOR
Betreff: Degambaschool
Empfänger: schrankenlos e.V.

Katrin Cieslak
Autor: red

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Kommentare
Marino50
24.08.2021, 11:29 Uhr
Spenden ...
Ja was soll denn das, schon wieder spenden. Dort ist doch Bürgerkrieg. Oder irre ich mich da. Da Geld reinzustecken ist total sinnlos. Das kommt niemals an. Wir spenden für unsere Menschen, die mit der Flutkatastrophe mächtig zu tun haben.
In Nordhausen übernachten Obdachlose auf Bänken in der oberen Bahnhofstraße und an Haltestellen oder Vorräumen von Banken. Da kümmert sich niemand drum. Das Elend ist so nah. Da brauchen wir nicht nach Äthiopien zu reisen.
s.ba
24.08.2021, 13:13 Uhr
Warum in ein Bürgerkriegsland spenden?
Weil auch dort die Menschen, deren Wohneigentum oder Land zerstört wurde, Essen und Trinken, Kleidung und Schlafmöglichkeiten brauchen. Dort gibt es auch gewisse Stellen, die die Armen unter die Arme greift und Essen/Wasser sowie Kleidung etc. beschafft werden muss und zur Verfügung gestellt werden muss.

Deutschland ist dort etwas anders aufgestellt. Viele Menschen, die in Deutschland Obdachlos sind, nehmen grundsätzlich nicht gerne Hilfe an. Warum ist ein Mensch in Deutschland obdachlos geworden? Wie kam es dazu, dass dieser Mensch auf der Straße leben muss und Nachts im Park schläft, wobei es doch einige Unterkünfte gibt, wo man nächtigen kann. Das Sozialamt fängt dann bei Menschen, die die Mietschulden nicht mehr zahlen können und eine Räumungsklage herrscht, diese Schulden auf. Aber oftmals gehen die Menschen darauf auch nicht ein.

Also ich denke, dass ein Großteil der Menschen, die obdachlos sind, es ggf. auch hätten verhindern können, dass sie in diese Lage gekommen sind. Da es in Deutschland wesentlich mehr Möglichkeiten gibt, sich aufzufangen und etwas aus sich zu machen und den Weg in ein besseres Leben wiederfinden, als in anderen Ländern.

Natürlich sollte auch jeder selbst wissen, was er spendet, wie viel und wohin. Aber auch ein Land, in dem Bürgerkrieg herrscht, brauch da gewisse Hilfe von anderen Ländern.
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