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So, 11:14 Uhr
01.08.2021
Autobahn-Baustellen im Sommer

Viel zu tun auf der Autobahn

Mit dem Start der Sommerferien nimmt der Reiseverkehr zu. Nicht wenige fragen sich, wieso es scheinbar gerade jetzt so viele Baustellen gibt. Wird dort auch dauerhaft gearbeitet? Wieso sind dort manchmal wenige Arbeiter oder Fahrzeuge zu sehen?

Mit dem Ende des Winters beginnt die Bausaison. Bei geplanten Erhaltungsmaßnahmen, die in den meisten Fällen längere Autobahnabschnitte betreffen, muss die frostfreie Zeit effektiv genutzt werden. Brückenarbeiten, Fahrbahnerneuerungen und neue Sicherheitseinrichtungen benötigen nicht selten das Zeitfenster vom Frühjahr bis in den Herbst hinein, um vollständig abgeschlossen zu werden. Vorher werden zunächst über mehrere Wochen hinweg die Verkehrsführung und -sicherung mit den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt, um die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen vor Ort ebenso zu gewährleisten wie die der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer.

„Ich hoffe, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer in Mitteldeutschland am Ende dieser Bausaison noch bessere und sicherere Autobahnen nutzen können. Wir tun alles dafür, damit unsere Bauprojekte so schnell und so sicher wie möglich realisiert werden“, sagt Professor Dr.-Ing. Klaus Kummer, der Direktor der für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständigen Niederlassung Ost der Autobahn GmbH des Bundes. Die Baustellen laufen dabei unter fließendem Verkehr, um die Verkehrsbelastung für das nachgeordnete Netz nicht unnötig zu erhöhen. Dazu ergänzt Professor Kummer: „Auch bei angespannten Verkehrslagen ist es unser Ziel, den Verkehr so flüssig wie möglich zu halten. Sicherheit, Schnelligkeit und Qualität stehen bei uns an oberster Stelle und wir wollen unsere Autobahnen in Deutschland in einem qualitativ guten und sicheren Zustand erhalten. Das sind für uns alle wichtige Lebensadern.“

Ein harter Job: Straßenbau im Hochsommer (Foto: Die Autobahn GmbH des Bundes) Ein harter Job: Straßenbau im Hochsommer (Foto: Die Autobahn GmbH des Bundes)


Aktuell laufen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf dem über 1.500 Kilometern langen Autobahnnetz des Zuständigkeitsgebietes insgesamt 20 größere Baustellen. Mit hohem Personaleinsatz und schwerem Gerät werden dabei viele sichtbare und unsichtbare Arbeiten erledigt. Um das Material für den Bau von zehn Kilometer Autobahn zu bewegen sind zwischen 8.000 und 10.000 Lkw-Fahrten über die gesamte Bauzeit notwendig.

Da diese Fahrten die Verkehrssituation zusätzlich belasten, wird in Zeiten mit besonders hohem Verkehrsaufkommen grundsätzlich kein Material angeliefert oder abgefahren. Und da zu diesen Zeiten kein Material bewegt wird, sind auch weniger auffällige Bauarbeiten zu beobachten. Wären Nachtbaustellen hierfür nicht eine geeignete Lösung?

Nicht unbedingt, wie Peter Stempel erläutert, der in der Niederlassung Ost den Geschäftsbereich Bau und Erhaltung leitet: „In der Nacht ist das Unfallrisiko höher, außerdem leiden Produktivität und Qualität. Darüber hinaus müssen Anwohner in ihrer Nachtruhe vor Baustellenlärm geschützt werden, genauso wie die Tierwelt.“ Und nicht zuletzt sind Nachtbaustellen auch mit erheblich höheren Kosten verbunden und werden deshalb nur dann durchgeführt, wenn es unbedingt betriebsnotwendig ist, beispielsweise um eine Vollsperrung so kurz wie möglich zu halten. „Viele Arbeiten sind für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer kaum sichtbar, beispielsweise Arbeiten an Brücken, im Böschungsbereich oder an den Entwässerungsanlagen“, so Peter Stempel weiter. Qualitätskontrollen und Trocknungsperioden von frischen Fahrbahnen sorgen außerdem dafür, dass zu manchen Zeiten weniger zu sehen ist auf den Baustellen.

Um die Reise auf der Autobahn noch besser planen zu können, gibt es pünktlich mit Beginn der Ferien die neue Autobahn App, die kostenlos im App Store und im Google Play Store zum Download bereitsteht. Sie bietet einen Mehrwert durch die Bündelung verschiedener Funktionen in einer Anwendung. Neben strecken- und verkehrsbezogenen Meldungen enthält die App beispielsweise Informationen über die Park- und Rastanlagen entlang der Autobahnen sowie Verlinkungen zu routenbezogenen Webcams. Auch lässt sich durch den Routencheck sehr schnell ein Überblick über die Baustellen entlang der gewünschten Reiseroute gewinnen. Mit einer verlinkten Schnittstelle kann dann eine Routenführung durch eine der etablierten Navigations-Apps erfolgen. Diejenigen, die es detaillierter wissen möchten, finden zudem viele Informationen zu den aktuellen Baustellen auf dem Twitter-Kanal und der Website der Niederlassung Ost oder abonnieren den Newsletter mit allen aktuellen Verkehrsmeldungen.
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Kommentare

01.08.2021, 21.33 Uhr
Kobold2 | Der Professor
Ist wohl unter die Märchenerzähler gegangen.
Wer international fährt sieht die deutlichen Unterschiede in der Dauer zu deutschen Autobahnbaustellen. Dafür haben grad ausländische Fahrer nur noch viel Spott und Hohn übrig.
Hinzu kommt noch mal ein sichtbarer Unterschied zwischen Ost und Westdeutschland. Während man z. B. letztes Jahr an der endlos Trauerbaustelle auf der A 9 am Schleizer Berg zu besten Arbeitsbedingungen um 17.00 Uhr niemanden mehr sah, wurde um 21.00 Uhr etwas weiter südlich bei Bad Berneck noch gearbeitet. Gleiches Trauerspiel auf der A4 hinter Gera. Als man die 2. Fahrbahnseite letztes Jahr immer noch sanierte (wie alt war die Piste da noch mal?) war die ein Jahr zuvor "sanierte" Fahrbahn Richtung Osten schon wieder zerfahren.! Saubere Leistung, Herr Professor!
Über das Dauerdrama zwischen Schkeudizer und Hermsdorfer Kreuz zu schreiben, reichen hier die Zeichen nicht, da wird man wohl niemals fertig werden....
Und dann immer schön den Verkehr auf 60km/h begrenzen, während überall für gleiche Bedingungen 80km/h gelten.
Die lustigen Parkplatz Erweiterungen für LKW runden das Gesamtbild nur ab und gaukeln der breiten Masse nur vor das man was tun würde. Die Peinichkeit des zuerst aufgestellten grosspurigen Werbeschilds für den damaligen Neubau des Parkplatzes Tümmelsberg hat an ja nach reichlich Spott dann auch mal entfernt. Dann spielt man kaum nachvollziehbar an der Fahrbahntrennung auf der A4 bei Erfurt rum, während seit 2 Jahren die A73 wegen Fahrbahnschäden zwisch Suhl Schleusingen dahinvegitiert und die dort mal halbherzig angelaufenen Bauarbeiten nicht mit Motivation glänzen.
Mir scheint, das man sich hier eine Dauereinnahmequelle auf Kosten der Steuerzahler geschaffen hat.

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