Di, 07:02 Uhr
06.11.2001
nnz-Rückspiegel: 6. November 2000
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.
Bürgerinitiative mit offenen Brief an Nordhäuser Stadträte
Die Bürgerinititative Rettung der Goldenen Aue wendet sich mit einem offenen Brief an alle Mitglieder des Nordhäuser Stadtrates. Dabei geht es um die weiteren Planungen zu einem künftigen Industriegebiet im der Region zwischen Bielen und Urbach.
Wir wenden uns jetzt an Sie, da unsere Heimat, die Goldene Aue, durch eine Planung bedroht wird, an dem auch Sie beteiligt sind. Wir meinen das Industriegebiet Goldene Aue. Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, soll hier auf einer Fläche von 105 ha das größte Industriegebiet Thüringens aus dem Boden gestampft werden. Im damaligen Nordhäuser Stadtrat wurde mehrheitlich für dieses Industriegebiet gestimmt, da die Stadträte hier eine Möglichkeit sahen, den Industriestandort Nordhausen zu stärken und die Arbeitslosigkeit zu senken. Ob die genaue Zielsetzung bekannt war, möchten wir jetzt, nachdem die Planungsunterlagen erstmals öffentlich auslagen, bezweifeln, heißt es in dem offenen Brief.
Scheunenhof: Bis zu 50 Arbeitsplätze geschaffen
Dieter Göbel zieht eine positive Bilanz für den Scheunenhof Sundhausen. Das Ziel der Gründung des Scheunenhofes, eine nachhaltige Landwirtschaft und die Direktvermarktung zu fördern, sei durchaus gelungen, so Göbel in einem Gespräch mit nnz. Hier wird nicht nur der Slogan der Direktvermarktung angepriesen, rund um den Scheunenhof wird er zur Realität. Die Idee für dieses Projekt stammt bereits aus den Jahren 1994/95. Die Ideenschmiede lag damals an der Halleschen Straße in Nordhausen, dem einstigen Sitz des Kreisbauernverbandes. Gesucht wurde nach Möglichkeiten, viele Beschäftigte aus der Landwirtschaft aus dem zweiten Arbeitsmarkt in eine Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Allein in den Gesellschaften der AGRONA konnten bislang 20 Arbeitsplätze geschaffen werden. Natürlich habe das Projekt Scheunenhof auch mit Fördermitteln angefangen, diese wurden jedoch nur im investiven Bereich eingesetzt. Insgesamt habe sich das Konzept bewährt, in Summe seien fast 50 Arbeitsplätze geschaffen worden. Trotzdem kommen die Sundhäuser immer noch nicht ohne den zweiten Arbeitsmarkt aus. Gemeint ist der Streichelzoo oder der Bauerngarten. Doch auch das soll sich ändern. So soll es für die Betreibung dieser beiden Sparten unter anderem Kooperationen mit Schulklassen geben.
Nüßle (CDU): Kindergartengebühren werden sich nur unwesentlich erhöhen
Derzeit liegen die Obergrenzen für die Betreuung in den Kindergärten der Stadt Nordhausen bei 180 Mark im Monat, bei einer Krippenbetreuung sind es 210 Mark. Stefan Nüßle (CDU) sieht eine künftige Erhöhung der Gebühren für die Betreuung als unumgänglich, schließlich sei die Satzung aus dem Jahr 1992 immer noch aktuell, lediglich die Einkommensstufen seien angepaßt worden. Eine Erhöhung der Gebühren, darin seien sich die Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates einig, würde moderat und sozialverträglich erfolgen. Die vor allem von der SPD und PDS im Land Thüringen geführte Kampagne gegen die geplante Erhöhung der Gebühren kann Nüßle in dieser Schärfe nicht verstehen. Schließlich sei das kein Thüringer Alleingang, die Länder Sachsen-Anhalt oder Brandenburg wären in dieser Beziehung Vorreiter.
Das Land Thüringen spare nach Aussage von Nüßle in drei Schritten. Einmal gehe es um den Zuschuß für die freien Träger. Dieser werde von derzeit 50 Mark auf 40 Mark je Kind und Monat reduziert. Für Nordhausen würde dies bei mehr als 1.600 Kindern rund 200.000 Mark im Jahr ausmachen. Da das zweite Kriterium, der Landesanteil nach der Steuermeßkraftzahl, nahezu unverändert bleibe, müsse die Kommune nun darüber befinden, ob die Differenz von 200.000 Mark aus der eigenen kommunalen Tasche bezahlt, oder an die Eltern weitergegeben werde.
Ähnlich müsse sich auch die Gemeinde Sollstedt positionieren, nur werden im Bedarfsplan für Sollstedt verständlicherweise nur 145 Kinder ausgewiesen. In Sollstedt ergibt sich eine Differenz etwas mehr als 17.000 Mark. Eine weitere Belastung für die Kommunen kommt mit der Erhöhung der Elternanteile schlechthin hinzu. So mußten die Eltern bislang 50 Prozent der Sachkosten einer Einrichtung tragen, ab 2001 sollen es 30 Prozent der Gesamtkosten sein. Abschließend warnte Nüßle, die Diskussion nur in eine Richtung zu führen. Dann allerdings bestehe die Gefahr, daß die notwendigen Einsparungen über Gruppengrößen oder den Personalschlüssel realisiert werden. Der Schaden wäre hier insbesondere für die Kinder sehr groß.
Über 1.000 Briefe aus dem Südharz gehen auf die Reise nach Weimar
Am 10. November 2000 endet die Anhörungsfrist zum Raumordnungsverfahren Rüdigsdorf/Kuhberg. Bis zum heutigen Tag haben über 1.000 Bürger des Südharzes ihre Stellungnahme zum geplanten Gipsabbau abgegeben, darunter allein 600 aus Niedersachswerfen. Das allein wertet der Bürgermeister der Gemeinde, Jochen Napieralla, als überzeugenden Beweis für die ablehnende Haltung der Region gegen den Raubbau an der Natur. Nach nnz-Informationen könne der Protest der Südharzer jedoch verpuffen, die Interventionen der Menschen würden abgeschmettert, hieß es auch Erfurt. Mit dem berühmten weißen Fleck auf der Landkarte des Raumordnungsplanes seien der Wirtschaft Tür und Tor geöffnet. Praktisch sei mehrfach geschlafen worden, so zum Beispiel innerhalb der Planungsgemeinschaft Nordthüringen bei der Vorbereitung des Regionalen Raumordnungsplanes Teil B. Auch die Ausweisung als FFH-Gebiet hätte die Bagger der Unternehmen aus Niedersachsen stoppen können. Napiralla will das alles nicht hinnehmen und hat mit seinen Mitstreitern zu einer weiteren Bürgerversammlung am 21.11.00 in die Südharzklause eingeladen. Sollten alle Abbauvorhaben, die bislang im Südharz beantragt wurden, tatsächlich realisiert werden, dann wären das fast 200 Hektar, ein zweiter Kohnstein. Für den Tourismus in dieser Region quasi das Aus.
Autor: nnzBürgerinitiative mit offenen Brief an Nordhäuser Stadträte
Die Bürgerinititative Rettung der Goldenen Aue wendet sich mit einem offenen Brief an alle Mitglieder des Nordhäuser Stadtrates. Dabei geht es um die weiteren Planungen zu einem künftigen Industriegebiet im der Region zwischen Bielen und Urbach.
Wir wenden uns jetzt an Sie, da unsere Heimat, die Goldene Aue, durch eine Planung bedroht wird, an dem auch Sie beteiligt sind. Wir meinen das Industriegebiet Goldene Aue. Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, soll hier auf einer Fläche von 105 ha das größte Industriegebiet Thüringens aus dem Boden gestampft werden. Im damaligen Nordhäuser Stadtrat wurde mehrheitlich für dieses Industriegebiet gestimmt, da die Stadträte hier eine Möglichkeit sahen, den Industriestandort Nordhausen zu stärken und die Arbeitslosigkeit zu senken. Ob die genaue Zielsetzung bekannt war, möchten wir jetzt, nachdem die Planungsunterlagen erstmals öffentlich auslagen, bezweifeln, heißt es in dem offenen Brief.
Scheunenhof: Bis zu 50 Arbeitsplätze geschaffen
Dieter Göbel zieht eine positive Bilanz für den Scheunenhof Sundhausen. Das Ziel der Gründung des Scheunenhofes, eine nachhaltige Landwirtschaft und die Direktvermarktung zu fördern, sei durchaus gelungen, so Göbel in einem Gespräch mit nnz. Hier wird nicht nur der Slogan der Direktvermarktung angepriesen, rund um den Scheunenhof wird er zur Realität. Die Idee für dieses Projekt stammt bereits aus den Jahren 1994/95. Die Ideenschmiede lag damals an der Halleschen Straße in Nordhausen, dem einstigen Sitz des Kreisbauernverbandes. Gesucht wurde nach Möglichkeiten, viele Beschäftigte aus der Landwirtschaft aus dem zweiten Arbeitsmarkt in eine Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Allein in den Gesellschaften der AGRONA konnten bislang 20 Arbeitsplätze geschaffen werden. Natürlich habe das Projekt Scheunenhof auch mit Fördermitteln angefangen, diese wurden jedoch nur im investiven Bereich eingesetzt. Insgesamt habe sich das Konzept bewährt, in Summe seien fast 50 Arbeitsplätze geschaffen worden. Trotzdem kommen die Sundhäuser immer noch nicht ohne den zweiten Arbeitsmarkt aus. Gemeint ist der Streichelzoo oder der Bauerngarten. Doch auch das soll sich ändern. So soll es für die Betreibung dieser beiden Sparten unter anderem Kooperationen mit Schulklassen geben.
Nüßle (CDU): Kindergartengebühren werden sich nur unwesentlich erhöhen
Derzeit liegen die Obergrenzen für die Betreuung in den Kindergärten der Stadt Nordhausen bei 180 Mark im Monat, bei einer Krippenbetreuung sind es 210 Mark. Stefan Nüßle (CDU) sieht eine künftige Erhöhung der Gebühren für die Betreuung als unumgänglich, schließlich sei die Satzung aus dem Jahr 1992 immer noch aktuell, lediglich die Einkommensstufen seien angepaßt worden. Eine Erhöhung der Gebühren, darin seien sich die Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates einig, würde moderat und sozialverträglich erfolgen. Die vor allem von der SPD und PDS im Land Thüringen geführte Kampagne gegen die geplante Erhöhung der Gebühren kann Nüßle in dieser Schärfe nicht verstehen. Schließlich sei das kein Thüringer Alleingang, die Länder Sachsen-Anhalt oder Brandenburg wären in dieser Beziehung Vorreiter.
Das Land Thüringen spare nach Aussage von Nüßle in drei Schritten. Einmal gehe es um den Zuschuß für die freien Träger. Dieser werde von derzeit 50 Mark auf 40 Mark je Kind und Monat reduziert. Für Nordhausen würde dies bei mehr als 1.600 Kindern rund 200.000 Mark im Jahr ausmachen. Da das zweite Kriterium, der Landesanteil nach der Steuermeßkraftzahl, nahezu unverändert bleibe, müsse die Kommune nun darüber befinden, ob die Differenz von 200.000 Mark aus der eigenen kommunalen Tasche bezahlt, oder an die Eltern weitergegeben werde.
Ähnlich müsse sich auch die Gemeinde Sollstedt positionieren, nur werden im Bedarfsplan für Sollstedt verständlicherweise nur 145 Kinder ausgewiesen. In Sollstedt ergibt sich eine Differenz etwas mehr als 17.000 Mark. Eine weitere Belastung für die Kommunen kommt mit der Erhöhung der Elternanteile schlechthin hinzu. So mußten die Eltern bislang 50 Prozent der Sachkosten einer Einrichtung tragen, ab 2001 sollen es 30 Prozent der Gesamtkosten sein. Abschließend warnte Nüßle, die Diskussion nur in eine Richtung zu führen. Dann allerdings bestehe die Gefahr, daß die notwendigen Einsparungen über Gruppengrößen oder den Personalschlüssel realisiert werden. Der Schaden wäre hier insbesondere für die Kinder sehr groß.
Über 1.000 Briefe aus dem Südharz gehen auf die Reise nach Weimar
Am 10. November 2000 endet die Anhörungsfrist zum Raumordnungsverfahren Rüdigsdorf/Kuhberg. Bis zum heutigen Tag haben über 1.000 Bürger des Südharzes ihre Stellungnahme zum geplanten Gipsabbau abgegeben, darunter allein 600 aus Niedersachswerfen. Das allein wertet der Bürgermeister der Gemeinde, Jochen Napieralla, als überzeugenden Beweis für die ablehnende Haltung der Region gegen den Raubbau an der Natur. Nach nnz-Informationen könne der Protest der Südharzer jedoch verpuffen, die Interventionen der Menschen würden abgeschmettert, hieß es auch Erfurt. Mit dem berühmten weißen Fleck auf der Landkarte des Raumordnungsplanes seien der Wirtschaft Tür und Tor geöffnet. Praktisch sei mehrfach geschlafen worden, so zum Beispiel innerhalb der Planungsgemeinschaft Nordthüringen bei der Vorbereitung des Regionalen Raumordnungsplanes Teil B. Auch die Ausweisung als FFH-Gebiet hätte die Bagger der Unternehmen aus Niedersachsen stoppen können. Napiralla will das alles nicht hinnehmen und hat mit seinen Mitstreitern zu einer weiteren Bürgerversammlung am 21.11.00 in die Südharzklause eingeladen. Sollten alle Abbauvorhaben, die bislang im Südharz beantragt wurden, tatsächlich realisiert werden, dann wären das fast 200 Hektar, ein zweiter Kohnstein. Für den Tourismus in dieser Region quasi das Aus.

