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Di, 08:12 Uhr
27.09.2005

Zwei gelobte Orte

Nordhausen/Limlingerode (nnz). Drei Tage lang besuchten 60 Mitglieder und Anhänger der Pirckheimer Gesellschaft mit Sitz in Berlin unsere Region. Diese Vereinigung von Sammlern bibliophiler Bücher, von Grafiken, Lesezeichen und anderer um das Bücherleben versammelter Dinge begleitete Heidelore Kneffel für die nnz.


Die Pirckheimer Gesellschaft wurde am 29. Januar 1956 in Ostberlin gegründet und nach 1990 zu einer in ganz Deutschland bekannten Gesellschaft. So trafen sich in Nordhausen und Limlingerode Männer und Frauen aus Dortmund bis Neubrandenburg. Und, um es gleich vorweg zu nehmen, sie waren des Lobes voll über die Stadt am Harzrand und das Dörfchen an der Sete.

Jedes Jahr im September begeben sich die Pirckheimer zu ihrer dreitägigen Jahrestagung an andere Orte in Deutschland. Vor knapp einem Jahr wurde der Vorstand des Fördervereins „Dichterstätte Sarah Kirsch“ befragt, ob er die Zusammenkunft 2005 organisieren würde. Das der Lyrik gewidmete Haus in Limlingerode wäre ihnen empfohlen worden. In dieser Dichterstätte ist Gastfreundlichkeit Gebot, so wurde zugestimmt. Da schönstes Wetter an diesen drei Herbsttagen herrschte, war von dieser Seite bestens vorgesorgt. Am Freitagnachmittag war der Tabakspeicher Ort des Geschehens. Eine im Herbstschmuck leuchtende Tafel empfing die Pirckheimer.

Simone Laqua als Hausherrin, Sonja Erlenburg und Klaus-Dieter Werther als Vorstand des Vereins „Tabakspeicher“ begrüßten die Gäste, die in einem Landesgartenschau-Beutel Informationsmaterial und ein gesponsertes Fläschchen „Echter Nordhäuser Doppelkorn“ vorfanden.

Die Gästeführergilde in Person von Dorothee Schwarz und Klaus-Uwe Koch geleiteten die Gäste durch die Altstadt zu „St. Blasii“, zum Dom, zum Stadtmauerring, zum Rathaus, zur Rautenstraße. Nordhausen war den meisten ein weißer Fleck auf der Karte gewesen und deshalb war man angenehm überrascht, so ein abwechslungsreiches Stadtbild zu erleben. Die beiden Gästeführer wurden reichlich mit Dank verabschiedet. Es gehört zu den Zusammenkünften, dass man einem Künstler der jeweiligen Region eine Grafik für das Jahrestreffen in Auftrag gibt. Gerd Mackensen schuf drei Kaltnadelradierungen zu den mythologischen Themen „Leda mit dem Schwan“ und „Das Parisurteil“. Nach der Mitgliederversammlung wurde der Tabakspeicher besichtigt und historische Filme angesehen. Großes Lob für das Team des Tabakspeichers beschloss den Tag.

Am Sonntag war Limlingerode das Ziel. Im Dorfgemeinschaftshaus las Wulf Kirsten aus seinem Gedichtband „Erdlebenbilder“ und aus zwei unveröffentlichten Prosastücken. Eines enthält das Porträt eines Dresdner Künstlers, dem Kirsten zweimal zum Porträt saß, das Zweite schildert eine nächtliche Radfahrt auf der Autobahn von Berlin Richtung Dresden, die Kirsten 1952 unternahm und die ein jähes Ende an einer gesprengten Brücke über die Spree fand. Eine große Schar guter Geister muss Kirsten beigestanden haben.

In der Dichterstätte wurde die Kunstausstellung mit Holzschnitten Petra Albrechts und Malereien von Karin Kisker besichtigt, das Kunstbuch in Augenschein genommen und von so manchem erworben. Eine lange Kaffeetafel lud zum Kuchenessen ein. Bevor es am frühen Nachmittag mit einer Lesung der in Weimar lebenden Autorin Gisela Kraft über die Romantiker in Jena weiterging, lustwandelten die Männer und Frauen auf dem „Grünen Junipfad“. Man beglückwünschte die Gemeinde und den Förderverein, dass sie ein so einmaliges Dichterhaus mit den Fördermitteln schaffen ließen. Man werde es wärmsten empfehlen.

Am Abend gab es im Ratskeller ein Festessen, bestens angerichtet vom Team um Enrico Braun. Es ist Tradition, dass eine künstlerisch gestaltete Speisekarte gereicht wird. Diese gestaltete Karin Kisker mit einem Holzschnitt der Königin Mathilde, die den Pirckheimern ja vielfach nahe gebracht worden war, und zahlreichen Bezügen zu Wilibald Pirckheimer, dem Freund Albrecht Dürers und großem Büchersammler seiner Zeit, nach dem sich die Gesellschaft ja benannt hat.

Am Sonntag besuchte man das Kunsthaus Meyenburg, war angenehm überrascht über die Grafikausstellung zum 4. Grafikpreis und über die Präsentation der Kunstsammlung Ilsetraut Glocks. Park und Turm wurden in den Rundgang mit eingeschlossen. Man zog symbolisch alle Hüte.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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