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Mi, 18:34 Uhr
30.06.2021
Abellio Deutschland beantragt Schutzschirmverfahren

Regionalbahnunternehmen in Schwierigkeiten

Das Schutzschirmverfahren sei die beste Option, das Unternehmen langfristig zu sichern, teilte der auch im Südharzer Regionalverkehr fahrende Anbieter Abellio heute mit. Der Bahnbetrieb gehe unvermindert weiter und es solle einverlässlichen Service für die Fahrgäste geboten werden...

Abellio, eine der führenden Wettbewerbsbahnen in Deutschland, hat die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Das Amtsgericht Berlin Charlottenburg folgte heute diesem Antrag und ermöglicht somit die Sanierung des aufgrund struktureller Probleme im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) unter wirtschaftlichen Druck geratenen Unternehmens.

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Das Schutzschirmverfahren gibt Abellio Deutschland die Möglichkeit, die aufgrund externer Kostensteigerungen notwendig gewordenen Restrukturierungsmaßnahmen eigenverantwortlich anzugehen. „Der Schritt unter den Schutzschirm ist nach über anderthalb Jahren intensiver Verhandlungen mit den regionalen Aufgabenträgern die beste Option, den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern“, sagte Michiel Noy, CEO der Abellio GmbH in Berlin, und betonte: „Wir bleiben für unsere Fahrgäste ein verlässlicher Dienstleister, für unsere Mitarbeitenden ein guter Arbeitgeber und für unsere Geschäftspartner ein zuverlässiger Partner. Der Bahnbetrieb geht unvermindert weiter. Wir sind weiterhin für unsere Kunden da.“

Dabei ist die aktuelle Situation für die im Schienenpersonennahverkehr tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) sehr herausfordernd. Unabhängig von den Folgen der Corona-Pandemie belasten in der Struktur des deutschen SPNV verankerte Gründe die Akteure auf der Schiene. Wie andere Eisenbahnverkehrsunternehmen auch, leidet Abellio unter massiven Kostenentwicklungen, die nicht ausreichend von den einzelnen Verkehrsverträgen gedeckt sind. Als eines der größten EVU in Deutschland bekommt Abellio die Auswirkungen der extern verursachten Kostensteigerungen besonders deutlich zu spüren.

Es handelt sich dabei um Kosten für höhere Personalbedarfe als Ergebnis neuer Tarifvereinbarungen sowie gestiegene Rekrutierungs- und Ausbildungskosten angesichts zusätzlichen Bedarfs an Zugpersonal. Hinzukommen erhebliche Baustellenfolgekosten durch umfangreiche Investitionen in das Schienennetz (z.B. zusätzliche Schienenersatzverkehre und Strafzahlungen aufgrund nicht erzielter Pünktlichkeitswerte bzw. Zugausfälle) sowie geltende Pönaleregelungen für Umstände, die von den Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht beeinflusst werden können (z.B. Gleisarbeiten, stark befahrene Gleise oder Extremwetterlagen). Diese Mehrkosten waren weder bei Angebotsabgabe noch bei Unterzeichnung der einzelnen Verkehrsverträge vorhersehbar - für keine der Vertragsparteien.

Abellio hat aufgrund dieser Kostensteigerungen in den vergangenen Jahren Verluste erlitten, die seitens des Gesellschafters Abellio Transport Holding ausgeglichen wurden. Eine dauerhafte Kompensation der Defizite in den langjährig laufenden Verkehrsverträgen durch den Abellio-Mutterkonzern ist jedoch nicht tragbar. Nederlandse Spoorwegen unterstützt daher die Bestrebungen, langfristig wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die einzelnen Netze zu vereinbaren.

Um verlässliche Mechanismen zur Kompensation der unvorhersehbaren Kostenfaktoren zu fixieren, hat Abellio frühzeitig Gespräche mit den regionalen Aufgabenträgern aufgenommen. Nach mehr als anderthalb Jahren intensiver, vertrauensvoll geführter Gespräche muss nun konstatiert werden, dass eine Einigung – auch aufgrund vertrags-, vergabe-, beihilfe- und haushaltsrechtlicher Hürden – nicht erzielt werden konnte. CEO Michiel Noy versicherte mit Blick auf die weitere Zusammenarbeit: „Auch im Schutzschirmverfahren bleiben wir mit unseren Aufgabenträgern im engen Dialog, um gemeinsam ein nachhaltiges Fundament für einen für alle Akteure verlässlichen Schienenpersonennahverkehr zu legen.“

Parallel zu den Gesprächen mit den Aufgabenträgern hat Abellio auch interne Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ergriffen. Diese können allerdings die externen Kostensteigerungen allein nicht austarieren.
Autor: red

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Kommentare
Herr Schröder
30.06.2021, 22:50 Uhr
Wolfi
Hat das vorausgesagt.

Hoffentlich geht das gut aus.
geloescht.20220913
30.06.2021, 23:21 Uhr
Deutsche Sprache, schwere Sprache
Man hätte ja auch einfach schreiben können, dass Abellio pleite ist.
Wolfi65
01.07.2021, 00:10 Uhr
Macht die Bude zu und gut ist
Schutzschirm hin oder her.
Auf kurz oder lang wird sich nur die DBAG halten können, da der Bund die Kosten für alles übernimmt.
So wird das auch mit der Post und der Telekom.
Die Billigheimer graben sich doch selbst das Wasser ab.
Was sich ein Staatsunternehmen nicht leisten kann, kann sich der Private erst recht nicht leisten.
Na ja, da wird noch ein bisschen gewurschtelt, bis endgültig der Ofen aus ist.
Fönix
01.07.2021, 09:59 Uhr
Auffällig war auch, dass
die Strecke Nordhausen - Halle, seitdem sie von Abellio bedient wurde, nur selten uneingeschränkt durchgängig befahrbar war. Immer wieder haben Baustellen Teilstrecken über längere Zeiträume in Schienenersatzverkehr gesetzt und damit die Fahrplankonformität unmöglich gemacht. Damit waren auch die Anschlüsse an das ICE-Netz in Halle und damit ein großer Teil der Funktionalität und Attraktivität der Bahnverbindung Nordhausen - Halle ad absurdum geführt.

Für diese Bautätigkeit ist die DB Netz AG zuständig, die als 100-prozentige Tochter der Deutsche Bahn AG natürlich völlig neutral agiert und die Konkurrenten ihrer Muttergesellschaft bei der Festlegung, wann, wo und in welchem Umfang Baumaßnahmen auszuführen sind, keinesfalls benachteiligt.

Oder?

PS.
Wenn ich trotz aller Widrigkeiten diese Bahnverbindung für Fahrten nach Berlin genutzt habe, war der Service von Abellio immer in Ordnung. Von der DB kann ich das nicht behaupten, ganz im Gegenteil!
geloescht.20230927
01.07.2021, 11:12 Uhr
Ja, ja.....
die Holländer wollten sich in Deutschland rasch sanieren, indem man glaubte, dass massenhaft bestens ausgebildetes Personal von der DBAG zu Abellio wechselt, um so schon mal die Ausbildungskosten zu sparen.
Da hat man sich doch wohl gründlich verzockt!
Fahrt frei.
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