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Mo, 15:12 Uhr
28.06.2021
Neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg

Sehnsuchtsorte in der Kunst

Im letzten Beitrag über das Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg stellten wir die Frage: Geht Kunst in Pandemie-Zeiten? Die Antwort gab der Artikel selbst und wir konnten über bekannte Nordhäuser Künstlerinnen und ihre Werke berichten...

Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus) Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)

Dank stark sinkender Inzidenz-Werte und einer relativ hohen Impfrate können Kultureinrichtungen in unseren Breiten nun optimistischer in die Zukunft blicken. Das geht auch dem Kunsthaus Meyenburg so…

Für Kunsthausleiterin Susanne Hinsching war es in den vergangenen 15 Monaten ein Auf und Ab in der Organisation (oder Absage) neuer Ausstellungen. „Das hat oft viel Kraft und Nerven gekostet“, bekennt sie gegenüber der nnz. Doch gemeinsam mit ihren ehrenamtlich tätigen Mitstreitern im Haus und dem Mitgliedern des Fördervereins sei es trotz mancher Unwägbarkeiten gelungen, aktuelle Präsentationen ins Haus zu holen, wenn auch mit zeitlichen Verschiebungen.

Und dafür gab es am Samstag in einer kleinen inoffiziellen Vernissage von der Chefin herzliche Worte des Dankes an alle Unterstützer. Der schönste Dank für alle aber war gewiss die neue (und sehr gelungene) Ausstellung mit dem treffenden Titel „Reisebilder I Sehnsuchtsorte“, die seit Sonntag zu sehen ist.

In ihrer Laudatio machte Hinsching eingangs auf Goethes Worte aufmerksam: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“. Und machte damit deutlich, dass Kunst und Kultur „wichtig für die Seele und genauso systemrelevant wie Bildung“ seien. Durch Corona habe sich aber nicht nur die Möglichkeit schnell mal in den Süden zu fliegen verändert, sondern auch die Relation des Begriffs Ferne.

Hinsching stellte die Frage, was viele Künstler eigentlich veranlasst hat, ihr „gewohntes Umfeld zu verlassen und mit Pinsel und Farben in die weite Welt zu ziehen?“. Viele Gründe mögen es gewesen sein. In erster Linie waren es sicher Studienreisen, die das Erkunden fremder Landstriche und Kulturen zum Ziel hatten.
Oder schlichtweg die Sehnsucht nach der (noch unbekannten) Ferne.

Vor allem im 19. Jahrhundert unternahmen Maler Reisen vornehmlich nach Italien und dem Orient. Zahlreiche der dort entstandenen „Reisebilder“ (Susanne Hinsching) zählt man zur sogenannten Freilichtmalerei. Die Künstler sammelten Erfahrungen bei der Entdeckung bislang nicht gekannter Licht- und Farbverhältnisse und ließen sie in ihre Bilder einfließen.

80 dieser Kunstwerke unterschiedlicher Stilrichtungen präsentiert das „Meyenburg“ bis Mitte Oktober einer interessierten Öffentlichkeit. Sie stammen von namhaften Künstlern wie Michael Adams, Georges Braque, Paul Cézanne, Marc Chagall, Raoul Dufy, Bernhard Maria Fuchs, Paul Gauguin, Joan Miró, Max Pechstein, Pablo Picasso u.a. Sie umfassen ein Zeitspanne von bis zu 150 Jahre.

Für die einen waren es vorrangig die Südsee oder die Seychellen (Adams,Gauguin, Pechstein), für andere eher die Landschaften der Cóte d` Azur oder der Provence (Cézanne, Max Papart, Pierre Bonnard, André Beuret), die sich mitunter von den „einzigartigen Lichtstimmungen“ inspirieren ließen. Wenn auch die Künstler die Landschaft(en) sehr unterschiedlich sahen, so hatten ihre Werke doch eines gemeinsam: Es war das Licht, das die Farbigkeit ihrer Bilder maßgeblich prägte.

Die Kunsthaus-Leiterin verweist beim Rundgang mit der nnz auf einige Highlights in der Ausstellung. Und deutet dabei auf Werke von Monet und Cézanne. Letzterer schuf „La Montagne Sainte-Victoire“. Was erfreulicherweise nicht fehlt sind Bilder, die Deutschland mit markanten Landschaften der Nord- und Ostseeküsten oder die beeindruckenden Bergwelten zeigen.

Die Kunsthaus-Chefin kommentiert am Ende unseres Streifzuges durch diie Bilderwelt den Charakter der aktuellen Schau wie folgt: „Eigentlich bietet die Ausstellung eine Reise in die Welt und durch die Zeit. Hier werden Orte in der Vergangenheit und in der Gegenwart lebendig.“ Wer in diesen Noch-Pandemie-Zeiten nicht verreisen kann oder will, sollte sich im „Meyenburg“ mittels Kunst auf eine kleine aber feine „Weltreise“ begeben. Es lohnt!

Ein Großteil der Kunstwerke sind Leihgaben der Galerie Sundermann Fine Art Würzburg, weitere stammen aus der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung. Gefördert wird die Schau dankenswerterweise wiederum durch die Sparkassen-Kulturstiftung und durch die Kreissparkasse Nordhausen.

Es sind bis auf weiteres geänderte Öffnungszeiten zu beachten: Montag und Dienstag bleibt das Kunsthaus in der Alexander-Puschkin-Str. 31 geschlossen. Mittwoch bis Samstag ist es von 13.00 bis 17.00 Uhr und Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Beim Betreten des Hauses ist weiterhin Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
Hans-Georg Backhaus

Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
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