Do, 17:36 Uhr
08.09.2005
Leipziger Linde wird gefällt
Nordhausen (nnz). Es gebe nicht viele Bäume in der Stadt Nordhausen, die auf die jüngere Geschichte Bezug nehmen würden. Einer davon ist die so genannte Leipziger Linde. Und trotzdem muss sie gefällt werden. Weitere Details in Ihrer nnz.
Leipziger Linde wird gefällt (Foto: nnz)
Im Jahre 1928 wurde sie von Nordhäuser Studenten der Universität Leipzig in diesen Kreuzungsbereich gepflanzt und ein dort gesetzter Gedenkstein erinnert daran. 1990 wurde der Stein von Mitgliedern studentischer Verbindungen erneuert, um auf die freigeistigen Verbände aufmerksam zu machen, sagte Steffen Meyer, der neue Umweltamtsleiter der Nordhäuser Stadtverwaltung. Aber der Baum befinde sich nun in einem beklagenswerten Zustand:
Extreme Neigung in den Kreuzungsraum, faulender Stamm, Pilzbefall, Holzschädlinge im Stamm, Fäule im Wurzelbereich mit zunehmenden Verlusten in der Halte- und Stützfähigkeit, absterbende Kronenteile, so lautet das nüchterne, dramatische Urteil der Baumfachleute für diesen historischen Baum. Allesamt die Folgen einer gravierenden Stammverletzung, die lange vor 1990 entstanden ist und nicht behandelt wurde. Vor allem die Neigung in den Verkehrsraum mache Sorgen. Baumsanierenden Maßnahmen würden da nach Meinung der Fachleute nicht mehr helfen, die hätten damals gleich erfolgen müssen.
Mit einer bedenklichen Schrägstellung von fast 45 Grad erfüllt der Baum in keinem Fall mehr die Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht, wobei die Neigung stetig zunimmt. Ein Richten ist ausgeschlossen. Wegen des historischen Hintergrundes wurde mit verschiedenen Maßnahmen versucht, den Standort zu sichern. Leider ohne dauerhaften Erfolg. Da die Möglichkeiten zur Erhaltung inzwischen erschöpft sind, ist die Fällung nicht mehr zu umgehen, was Meyer sehr bedauert. Eine Ersatzpflanzung soll wiederum mit einer hochwertigen Linde erfolgen. Dazu wird derzeit die Leipziger Studentenvereinigung angefragt, ob sie die Neupflanzung an diesem traditionellen Standort selbst vornehmen möchten.
Autor: nnz
Leipziger Linde wird gefällt (Foto: nnz)
Im Jahre 1928 wurde sie von Nordhäuser Studenten der Universität Leipzig in diesen Kreuzungsbereich gepflanzt und ein dort gesetzter Gedenkstein erinnert daran. 1990 wurde der Stein von Mitgliedern studentischer Verbindungen erneuert, um auf die freigeistigen Verbände aufmerksam zu machen, sagte Steffen Meyer, der neue Umweltamtsleiter der Nordhäuser Stadtverwaltung. Aber der Baum befinde sich nun in einem beklagenswerten Zustand: Extreme Neigung in den Kreuzungsraum, faulender Stamm, Pilzbefall, Holzschädlinge im Stamm, Fäule im Wurzelbereich mit zunehmenden Verlusten in der Halte- und Stützfähigkeit, absterbende Kronenteile, so lautet das nüchterne, dramatische Urteil der Baumfachleute für diesen historischen Baum. Allesamt die Folgen einer gravierenden Stammverletzung, die lange vor 1990 entstanden ist und nicht behandelt wurde. Vor allem die Neigung in den Verkehrsraum mache Sorgen. Baumsanierenden Maßnahmen würden da nach Meinung der Fachleute nicht mehr helfen, die hätten damals gleich erfolgen müssen.
Mit einer bedenklichen Schrägstellung von fast 45 Grad erfüllt der Baum in keinem Fall mehr die Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht, wobei die Neigung stetig zunimmt. Ein Richten ist ausgeschlossen. Wegen des historischen Hintergrundes wurde mit verschiedenen Maßnahmen versucht, den Standort zu sichern. Leider ohne dauerhaften Erfolg. Da die Möglichkeiten zur Erhaltung inzwischen erschöpft sind, ist die Fällung nicht mehr zu umgehen, was Meyer sehr bedauert. Eine Ersatzpflanzung soll wiederum mit einer hochwertigen Linde erfolgen. Dazu wird derzeit die Leipziger Studentenvereinigung angefragt, ob sie die Neupflanzung an diesem traditionellen Standort selbst vornehmen möchten.

