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Do, 13:48 Uhr
08.09.2005

Rückfall in die 60er Jahre

Nordhausen (nnz). Die nnz hatte in den vergangenen Tagen über eine Veranstaltung in Neustadt berichtet, wo die künftigen Ortsumgehungen im Zuge der B 4 im Mittelpunkt standen. Der BUND ist entsetzt über die Äußerungen der Herren Primas und Grund.


Die Äusserungen der CDU Politiker Primas und Grund will der BUND so nicht im Raum stehen lassen. Nach deren Meinung müsse der Schutzgedanke, der sich mit der Ausweisung von zum Beispiel Trinkwasserschutzgebieten oder Naturschutzgebieten verbindet, zurückgefahren werden. Vorrang hätte einzig und allein die Schaffung von Arbeitsplätzen, so die CDU Politiker. Ignoriert wird durch diese Argumentation, dass es sich dabei auch um den Schutz der Bürger handelt, sei es durch eine Sicherung der Trinkwasserversorgung oder der Erhalt von bedrohten Landschafts- und Lebensräumen.

Obwohl sicherlich noch einiges diskussionswürdig sei, ist es in Deutschland in den letzten Jahren, wie in kaum einem anderen Land, gelungen, eine auf Konsens ausgerichtete Umweltpolitik zu etablieren. Gerade in Zeiten, in denen das Weltklima drohe umzukippen und dass zeige doch eindrücklich die jüngste Vergangenheit, sei es unverantwortlich, hier den Rückwartsgang einzulegen, um letztlich nur dem ungebremsten Profitdenken das Wort zu reden. „Hätten wir ein Umweltschutzrecht nach Maßgabe der Konzerne, wäre, wenn wir es auf unsere Region anwenden z. B. die Rüdigsdorfer Schweiz schon den Abbaubaggern der Gipsindustrie geopfert worden“, so der Kreisvorsitzende des BUND, Klaus-Dieter Korb. Eine Kehrtwende in der Umweltschutzpolitik hätte auf die Volkswirtschaft letztlich eine verheerende Auswirkung. Heute arbeiten nach BUND-Angaben rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland im Umweltschutz, dass seien fast vier Prozent aller Beschäftigten.

Die Frage darf doch nicht sein, ob wir uns diesen Umweltschutz noch leisten können oder nicht, sondern ob wir uns die geforderten Abstriche leisten können, so Klaus-Dieter Korb weiter. In den vergangenen sieben Jahren habe sich die Zahl der Beschäftigten z. B. im Bereich der erneuerbaren Energien auf rund 130.000 etwa verdoppelt. Bei einem weiteren Ausbau rechnen Fachleute bis zum Jahre 2020 mit rund 500.000 Arbeitsplätzen in diesem Bereich, rechnet er vor.

Straßen und Autobahnen seien in den letzten Jahren in einer Größenordnung gebaut worden, die bei weitem nicht den Rückschluß erlaube, das das bestehende Umweltschutzrecht hier verhindern würde. Die nachhaltige verkehrliche Entwicklung sei aber nur dann für die Menschen gut, wenn durch ein Umweltrecht die Lebensgrundlagen von Mensch und Tier erhalten bleiben würden.
Autor: nnz

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