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Fr, 11:51 Uhr
23.04.2021
Nnz-Forumsbeitrag zum Verhalten Nordhäuser Ordnungshüter

Den Anstand verloren

In der Nordhäuser Spiegelstraße kommt wie in allen anderen Straßen auch regelmäßig die Straßenkehrmaschine. Und wie woanders auch hat sie das Ordnungsamt der Stadt im Schlepptau. Ein Erfahrungsbericht...

Blick in die Spiegelstraße (Foto: nnz) Blick in die Spiegelstraße (Foto: nnz)

Falsch parken ist grundsätzlich ein simpler Vorgang: man stellt sein Fahrzeug nicht entsprechend den Vorschriften der StVO ab und erhält anschließend innerhalb von wenigen Tagen ein Schreiben der zuständigen Behörde mit beigefügten Überweisungsträger. Im Straßenverkehr geht es in manchen Situationen jedoch nicht nur um die Sache – des formalen Falsch-Parkens, sondern auch um Anstand und Moral. Im vorliegenden Fall wird im Bereich der Spiegelstraße jeden Mittwoch kurz nach 18 Uhr die Straße mit einem Straßenreinigungsfahrzeug gekehrt. Direkt hinter dem Fahrzeug folgt das Ordnungsamt wahlweise per Pkw oder zu Fuß. Fahrzeuge, die während des temporären Parkverbots rechtswidrig parken, werden geahndet. Es werden Fotos gemacht und Knöllchen verteilt. Dieses Prozedere geschieht mittlerweile seit Jahrzehnten und stellt als solches auch kein Problem dar.

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Was macht der pflichtbewusste Anwohner in der beschriebenen Situation?
Er parkt entweder in der Käthe-Kollwitz-Straße, fährt eine „Runde“ oder stellt sich auf einen abgesenkten Bordstein und wartet bis die Straßenreinigung vorbei ist. Auf besagten abgesenkten Bordsteinen warten dann teils ein bis vier Fahrzeuge um sich nach erfolgter Reinigung der Straße wieder auf einen Parkplatz zu stellen (siehe Bild).
Nun kommt es gelegentlich vor, dass augenscheinlich zu wenig Fahrzeuge die eigentliche Straßenreinigung behindern. Was zur Folge hat, dass mangels nicht ausreichender Falschparker weniger Strafzettel verteilt werden.

Was macht das kreative Ordnungsamt – mithin die Stadt Nordhausen?
Man verteilt einfach Strafzettel an die Fahrzeuge, die verbotswidrig auf dem abgesenkten Bordstein warten, bis die Kehrmaschine vorbeigefahren ist. Um nicht mit offenen Karten zu spielen, spricht man die betroffenen Fahrzeugführer, die im Auto sitzen, natürlich nicht an, sondern zählt die Minuten des Halteverbots und notiert den Halteverstoß.

Dass die Dauer des Wartens von der Fahrgeschwindigkeit der Kehrmaschine abhängt interessiert dabei offenkundig nicht (nach drei Minuten des Wartens klingelt die Kasse). In vorliegendem Sachverhalt hat das Ordnungsamt Nordhausen sechs Minuten in der Nähe gewartet – bis das Ziel erreicht war. Hier stellt sich natürlich die Frage: „Haben die nichts Besseres zu tun?“
Dass der entsprechende scheinbar pflichtbewusste Fahrzeugführer (und i.d.R. Nordhäuser) nur dort wartet, um dem Ordnungsamt und der Kehrmaschine Platz zu machen – wen interessiert das schon? Der Stadt Nordhausen nicht.

Auch wenn der Vorgang in der Sache eindeutig ist – das Vorgehen der Mitarbeiter/in des Ordnungsamtes ist für den Betroffenen teils erschreckend. Anstatt sich drei bis fünf Meter zu bewegen und den Fahrzeugführer anzusprechen, fällt dem Nordhäuser Ordnungsamt nichts Besseres ein, als sechs Minuten auf die Uhr zu sehen, zu dokumentieren, und zu ahnden. Auf ein Beweisfoto wird verzichtet – man will sich ja nicht aus dem Hinterhalt wagen.
Es hat eine gewisse List, ohne sich zu zeigen, ein Verwarn- oder Bußgeld auf diese Weise abzukassieren und dabei nicht zu berücksichtigen, weshalb das Fahrzeug dort steht.

Zum Abschluss stellt man sich die (etwas provokante) Frage: Was muss eigentlich passiert sein, wenn man als Mitarbeiter/in des Ordnungsamtes nicht den … in der Hose hat, um den direkten Kontakt zu wählen? Ist es nicht angemessener, den Fahrzeugführer anzusprechen – wenn der schon die ganze Zeit vor Ort ist?

„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“ (Hoffmann von Fallersleben)
X.Y.(Der Name des Autors ist der Redaktion bekannt.)
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Kontrapost
23.04.2021, 12:09 Uhr
Ordnungsamt macht das was Rathausleitung vorgibt
Was können die Ordnungsamtsleute dafür? Die müssen machen was die Rathausleitung vorgibt. Dort kümmert man sich eben nicht um den Vandalismus, sondern um das Falschparken.
Guerrillero
23.04.2021, 13:39 Uhr
Das war mir neu...
... also dass das Ordnungsamt nun auch aus dem Geheimen operiert. Das man den persönlichen Kontakt zum eventuell uneinsichtigen Delinquenten scheut, ist ja mittlerweile normal. Da ist die Polizei auch nicht viel besser. Aber gut zu wissen, denn dann könnte sich das Ordnungsamt ja zukünftig auch mal um die Gehwegparker kümmern, welche nur "schnell" mal ihren Döner holen wollen. Denn Parken, Auto und Gehweg sind Dinge, die nicht so richtig zusammengehören! Naja, mal sehen, ich spiele dann zukünftig den völlig Überraschten...
DDR-Facharbeiter
23.04.2021, 14:18 Uhr
Tatbestand der "Anstiftung" ?
Hallo X.Y. aus der Spiegelstrasse, prima, dass Sie das dokumentiert haben. Ich bin kein Jurist, aber ich denke hier an den Tatbestand der "Anstiftung" . In Wikipedia steht: "Demnach wird als Anstifter gleich einem Täter bestraft, wer vorsätzlich einen anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat bestimmt (§ 26 StGB)." Würde mich an einen Verkehrklub wenden, der für seine Mitglieder eine kostenfreie Rechtsberatung bereithält. Möglicherweise kann man Strafanzeige gegen diese Provokateure erstatten und vielleicht auch eine Dienst-Aufsichtsbeschwerde gegen den verantwortlichen Dienstherren einreichen.
Honsteiner
23.04.2021, 14:31 Uhr
Autor hat Anstand verloren
Also Autofahrer die auf dem Gehweg ausweichen und dort Fußgänger behindern haben in meinen Augen den Anstand verloren. Ich schimpfe auch immer über die Ordnungshüter aber manchmal machen Sie auch alles richtig. Denn ich sehe auf dem Foto keine Parkplätze sondern einen Gehweg. Der abgesenkte Bordstein dient wohl der Einfahrt zum Grundstück.

Ich kann mir nun gut vorstellen, dass das Knöllchen nun statt "Parken im Parkverbot" als Parken auf dem Gehweg deutlich teurer wird.
Realist 1.0
23.04.2021, 15:15 Uhr
Einer Ordnungswidrigkeit kann man nicht entgehen in dem,
eine andere Ordnungswidrigkeit begeht(deswegen heißt es auch Bürgersteig und nicht zwischenzeitliche Parkfläche). Es ist schon recht einfach sich über das Ordnungsamt aufzuregen, vielleicht sollte man sich einfach mal an die Verkehrsregeln halten.
BerndB
23.04.2021, 16:28 Uhr
Schwachsinn!
Stellt Euch vor, man nutzt den Fußweg, damit die Einbahnstraße entgegengesetzt gefahren werden kann?

Ich glaube auch nicht, dass die Straßenverkehrsordnung durch das Rathaus vorgegeben wurde.

In der Nnz gilt ja ohnehin die Parole: Immer fest auf die Stadt! Angefeuert durch eigene Beiträge. u.a. beschwert sich PSG, wenn in einer 30er Zone vor Kindergarten und Schule geblitzt wird.
EsJay7
23.04.2021, 16:56 Uhr
Den Anstand verloren
haben hier so einige Bürger aber nicht Mitarbeiter der Ordnungsbehörde.

Die Anwohner wissen, dass Park und Halteverbot während der Straßenreinigung ist. Trotzdem maßen sie sich an ihre eigenen Regeln entgegen der Straßenverkehrsordnung zu machen und beschweren sich dann noch über ein Ordnungsgeld.

Anderes Beispiel:
Erst gestern habe ich folgendes erlebt.
Da ging ein junger Mann auf ein Grundstück. Darauf hin klärte ihn ein Eigentümer auf, dass es sich um Privatgrundstück handelt.
Der junge Mann erwiderte, dass er auf jemanden warten würde und einfach nur spazieren ginge.
Der Eigentümer wies nochmals darauf hin, dass es Privatgrundstück sei auf welchem er spazieren ginge.
Der junge Mann langsam genervt, fragte erneut wo das Problem liege. Er würde nur spazieren. Oder verlange man von ihm etwa, dass er auf dem Fußweg auf und ab gehen solle, nur weil er auf jemanden vom Gegenüber wartet.
Erst nach 3maligem Hinweis und der Aufforderung das Grundstück endlich zu verlassen ging der junge Mann.

Nein den Anstand haben so Einige verloren und machen sich die Welt wie sie ihnen gefällt.
Erpel1311
23.04.2021, 18:02 Uhr
Als ich
Noch in Nordhausen gewohnt habe, musste ich auch immer wegen der Straßenreinigung umparken. Aber die Damen und Herren vom Ordnungsamt haben auch gerne Knöllchen verteilt auch wenn die Kehrmaschine mal nicht gefahren ist. Ich weiß nicht ob die das immernoch so machen.
Halssteckenbleib
23.04.2021, 23:41 Uhr
Also Anstand hin oder her
Zu DDR Zeiten wurde geparkt wo gerade Platz war. Kinderwagen wurde eben ums Auto geschoben. Geschadet oder gar zu Tode ist auch niemand gekommen. Heute gibt's ein Ordnungsamt um hauptsächlich Geld in die Kasse zu spülen. Ich persönlich empfinde solche Menschen die diesen Abzockerjob machen als abartig. Da lieber Hartz 4 aber nicht sowas machen. Menschen ihr hart erarbeitetes Geld abzocken. Nein Danke....
Kritiker86
24.04.2021, 09:09 Uhr
Das
Ordnungsamt geht in Sachen knöllchen ziemlich aggressiv vor. Da wir nur 2 Straßen weiter wohnen haben wir das auch schon beobachtet. Aber deswegen wurden alle Parkplätze zum bezahlen umprogrammiert..und man bezahlt in der Straße eine jährlicheGebühr, nur das man da stehen darf! Das sind feste Einnahmen, die von der Stadt eingeplant werden. Wenn jetzt das Parkverbot 55€ kostet statt 15€, werdet ihr sehen was dann in Nordhausen abgeht. Es geht nur noch um Geldeintreiben...und um Kontrolle. Deswegen wird das in Zukunft immer bizarrere Züge annehmen und das leben in der Stadt komplett unattraktiv machen. Leider lassen es sich die Menschen gefallen...jeder steht nur noch sich selbst am nächsten.
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