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Mo, 10:10 Uhr
19.04.2021
Verbraucherzentrale Thüringen informiert

Grünes Licht für gute Lebensmittel

Auf immer mehr Lebensmittelverpackungen leuchtet es bunt: Seit Anfang des Jahres dürfen Lebensmittelhersteller freiwillig ihre Produkte mit der neuen Nährstoffampel kennzeichnen – dem Nutri Score...

Die Verbraucherzentrale Thüringen erklärt, was Verbraucher durch ihn erkennen können und was er tatsächlich über den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln verrät.

Vom grünen A bis zum roten E: Steht die Nutri-Score-Ampel auf Grün, bedeutet dies eine günstige, Rot dagegen eine ungünstige Nährwertbilanz des Produktes. Die Farbgebung richtet sich nach bestimmten Bestandteilen des Lebensmittels.

„Nährstoffe wie gesättigte Fettsäuren, Salz und Zucker sowie ein hoher Energiegehalt zählen zu den kritischen Bestandteilen. Ballaststoffe, Protein und der Anteil an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen werden den günstigen Bestandteilen zugeordnet“, sagt Julia Müller, Fachberaterin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Thüringen. Anhand eines Punktesystems wird so ein Punktwert ermittelt, der einem Buchstaben von A bis E zugeordnet wird. Verbraucher sollen so auf einen Blick auf der Verpackung ausgewogene und unausgewogene Lebensmittel erkennen können.

Nutri Score verrät nichts über Vitamine und Mineralien
„Der Nutri Score bietet eine einfache und schnelle Orientierung über zusammengesetzte und verarbeitete Lebensmittel – also über solche, die ohnehin eine Zutatenliste und Nährwerttabelle tragen. Für unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse ist er dagegen ungeeignet“, sagt Julia Müller.

Bei der Berechnung der Nährwertampel werden jedoch nicht alle Inhaltsstoffe berücksichtigt, die für die Qualität eines Lebensmittels stehen. Unbeachtet bleiben Vitamine, Mineralstoffe und der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Auch eine Beurteilung einzelner Zutaten suchen Verbraucher auf der Kennzeichnung vergebens. „Eine kritische Zutat kann durch eine günstigere sogar ausgeglichen werden, wodurch das Lebensmittel in der Gesamtbeurteilung besser abschneidet“, so Julia Müller.

Bestimmte Inhaltsstoffe wie Geschmacksverstärker, Aromen oder Süßstoffe berücksichtigt der Nutri Score gar nicht. Zudem tragen bisher nur wenige Lebensmittel die Farbskala. Ein Vergleich der Produkte wird dadurch erschwert und ist unter Umständen nicht möglich.

„Wer tatsächlich beurteilen will, wie ausgewogen ein Lebensmittel ist, muss einen Blick in die Nährwerttabelle und Zutatenliste werfen. Beide sind auf der Rückseite der Verpackung zu finden“, sagt Julia Müller. Der Nutri Score könne daher nur eine Ergänzung zur Zutatenliste und Nährwerttabelle sein, die Verbrauchern beim Einkauf eine Vergleichsmöglichkeit bietet. „Auf den Nutri Score allein sollte sich niemand verlassen“, so Julia Müller.
Autor: red

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