tv nt eic kyf msh nnz uhz
Mo, 09:43 Uhr
19.04.2021
Thüringer Immobilienunternehmen zieht Bilanz

Die Wohnraum-Offensive der Bundesregierung

Bezahlbaren Wohnraum zu finden ist vielerorts inzwischen eine Herausforderung. Deshalb startete die Bundesregierung im September 2018 ihre Wohnraum-Offensive. Diese sollte dem Wohnraummangel entgegenwirken, aber ist ihr das gelungen?...

Das in diesem Jahr eine neue Bundestagswahl ansteht, stellt man sich die Frage: Was haben die einzelnen Maßnahmen gebracht? Das in Thüringen gegründete Unternehmen "Town & Country Haus" zieht jetzt Bilanz und zeigt einen Überblick.

Am 21. September 2018: Rund 100 hochrangige Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Bauwirtschaft sowie Mieter- und Immobilienverbänden kommen im Kanzleramt zusammen, um über die Zukunft des Wohnens zu beraten. Die Ziele sind klar gesteckt: Es soll mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen, mehr Menschen ins Eigentum gebracht und der Mietanstieg gebremst werden. Um sie zu erreichen, wurde ein „historisch einmaliges Maßnahmenpaket“ geschnürt. Doch was hat die Wohnraum-Offensive bisher gebracht?

Maßnahmen und Ergebnisse der Wohnraum-Offensive
Während die Bundesregierung zufrieden auf ihre Wohnungspolitik der vergangenen Jahre blickt, zieht die Bau- und Immobilienbranche eine ernüchternde Bilanz. Wichtige Probleme seien noch immer nicht gelöst: Der Neubau stocke, die Eigenheimquote sinke und der Klimaschutz komme nicht voran. Zudem blieben in den Großstädten bezahlbare Wohnungen und Bauland weiterhin knapp.

1,5 Mio. neue Wohnungen bis zur Bundestagswahl
Von den 1,5 Mio. Wohnungen, die die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode bauen wollte, können schätzungsweise nur rund 1,2 Mio. fertiggestellt werden. Grund dafür sehen Kritiker vor allem in der anhaltenden Bürokratie und in den nach wie vor hohen Baukosten. Es gebe weiterhin keinerlei Anreiz zum Bauen.

Baulandmobilisierungsgesetz
Die Flächen für den Wohnungsbau sollen mit dem Baulandmobilisierungsgesetz geschaffen werden. Es erleichtert Kommunen das Aufstellen von Bebauungsplänen und den Zugriff auf Grundstücke. Kritiker bemängeln jedoch, dass es sich hierbei nur um eine Baulandumverteilung in kommunale Hände handele. Statt neuer Regulierungen bedürfe es vielmehr funktionierender Prozesse und ausreichender Ressourcen in der Verwaltung. Bisher wurde nur ein Gesetzesentwurf beschlossen, in Kraft getreten ist das Gesetz noch nicht.

Mietpreisregulierung
In der Kritik steht auch die Mietpreisbremse: Sie führe nicht nur dazu, dass immer mehr Eigentümer ihre Immobilie zur Eigennutzung vom Markt nehmen, sondern verhindere auch die altersgerechte und energetische Sanierung.

Sozialer Wohnungsbau
Beim sozialen Wohnungsbau scheint die Bundesregierung einen Erfolg verbuchen zu können: Statt der geplanten 100.000 sollen sogar 115.000 Sozialwohnungen entstehen. Allerdings werden gleichzeitig viele preisregulierte Wohnungen aus ihrer 30-jährigen Sozialbindung fallen. Deshalb wird die Gesamtzahl der Sozialwohnungen sogar sinken.

Baukindergeld
Eine Erleichterung für Familien hat die Bundesregierung mit dem Baukindergeld auf den Weg gebracht: Pro Kind gibt es einen Zuschuss von 12.000 Euro, ausgezahlt in zehn Jahresraten zu je 1.200 Euro. Bisher haben rund 330.000 Familien die Förderung genutzt, die aufgrund von Corona sogar einmal verlängert wurde. Die Verteuerung der Immobilien konnte aber auch durch die staatlichen Zuschüsse nicht gestoppt werden und mittlerweile ist diese Förderung bereits ausgelaufen.

Hintergrund
Das 1997 in Behringen (Thüringen) gegründete Unternehmen Town & Country Haus ist die führende Massivhausmarke Deutschlands. Im Jahr 2020 verkaufte Town & Country Haus mit über 350 Franchise-Partnern 4.353 Häuser und erreichte einen Systemumsatz-Auftragseingang von über 1 Milliarde Euro. Mit 3.090 gebauten Häusern 2020 und mehr als 40.000 gebauten Häusern insgesamt ist Town & Country Haus seit 2009 Deutschlands meistgebautes Markenhaus.
Autor: red

Kommentare

19.04.2021, 10.43 Uhr
ottilie | Bezahlbarer Wohnraum dringend nötig
Aus der Erfahrung von Bekannten werde ich das Gefühl nicht los, dass nur die Menschen beim Bewerben einer Wohnung diese bekommen, wenn sie ein "Extrageld" geben können.
Denn so viele Versuche können nicht immer ablehnend sein.
Und wenn man in höheren Stellen schon Betrügereien, tätigte, hier denke ich an das Geld, das man sich bei den Masken verschaffte, denkt man im kleinen, warum wir nicht auch. Und wer eben keine Zugabe machen kann, hat verloren. Das kommt daher, weil es wenige preisgünstige Wohnungen gibt.
Und nicht alle können bauen, denn es gibt immer noch Branchen, wo nicht viel verdient wird und zur Zeit sieht die Lage doch überall schlecht aus in den Familien.

3   |  0     Login für Vote
19.04.2021, 11.37 Uhr
Oberstudienrat | Die Eigentumsquote...
...also das Verhältnis des eigenen (gekauften oder gebauten, selbstgenutzten) Wohnraumes zum Gesamtwohnraum ist in Deutschland vergleichsweise gering.

Ursächlich dafür ist in meinen Augen unter anderem die Grunderwerbssteuer und die Gebührensatzungen für Makler und Notare und Grundbuchämter. Kurz gesagt: Der Erwerb von Wohneigentum wird übermäßig verteuert (bis zu 15% - etwas abgemildert durch die Paritätsregelung bei der Maklerprovision) Die Maklerprovision in Thüringen ist im bundesweiten Vergleich übrigens mit 7,14% (mindestens die Hälfte zahlt der Käufer) eine der höchsten. Die Grunderwerbssteuer ist in Thüringen mit 6,5% ebenfalls an der oberen Grenze, die Notariatsgebühren fallen mit etwa 1,5% noch relativ moderat aus. Das summiert sich bei einem Kaufpreis von 250 TEUR auf etwa 30 TEUR nur an Gebühren und Courtage. Geht man für eine normale Finanzierung von einem Eigenkapitalanteil von vorsichtigen 20% (50 TEUR) aus muss ein Häuslekäufer mal schnell 80.000 EUR auf dem Konto (übrig !) haben, um sein Häuschen bei einer Bank überhaupt finanziert zu bekommen.... da hilft auch kein noch so günstiger KfW-Kredit. (Hier mal bei der Bank nachfragen, was evt. möglich ist - ist von Bank zu Bank sehr unterschiedlich.)

Wohnungsbauer und -vermieter werden unter anderem durch Bauauflagen (Energie- und Umwelttechnik) die zwar gefördert werden, aber dennoch die Baukosten nach oben treiben und damit die Mietrendite schmälern abgeschreckt. Es ist einfach nicht mehr wirtschaftlich Sozialwohnungen zu bauen und zu vermieten. Hier sehe ich den Staat in seiner Führsorgepflicht, selbst sozialen Wohnraum zu schaffen und selbst zu vermieten - mit 0-Rendite.

Für private Unternehmen wird es immer interessanter sein, hochwertigeren Wohnraum zu schaffen.

0   |  2     Login für Vote
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

Cookies

Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.
Cookies akzeptieren
nur technisch notwendige