Di, 15:24 Uhr
30.10.2001
Licht und Schatten im Südharz
Ellrich (nnz). Licht und Schatten verkündete Ellrichs Bürgermeister Gerald Schröder am gestrigen Abend den Stadträten. Der Schatten kommt aus Schweden, das Licht aus Bremen.
Bleiben wir zuerst beim Licht: Mit der ehemaligen Haidberg-Klinik in Sülzhayn, genauer gesagt, mit der Hülle des Gebäudes könnte es in den kommenden Monaten vorwärts gehen. Seit längerer Zeit gibt es seitens der Ellricher Stadtverwaltung intensive Kontakte mit der Bremer Sozialkonzept AG. Gegenwärtig wird von beiden Seiten ein Gesellschaftervertrag erarbeitet, für den sich das Ellricher Stadtoberhaupt gestern den kommunalpolitische Segen geben ließ. Mit einem solchen Vertrag wolle sich die Stadt eine Mitspracheoption hinsichtlich der konzeptionellen Ausgestaltung des Hauses am Haidberg sichern.
Mit den Bremer Partnern und Vertretern des Landratsamtes reiste Gerald Schröder in diesem Monat nach Erfurt, direkt ins Wirtschaftsministerium. Bereits Mitte dieses Jahres hatte nnz von der Unterstützung des Vorhabens seitens der Landesregierung berichtet (siehe dazu im nnz-Archiv). Minister Franz Schuster und sein Stab zeigten sich vom Konzept der Bremer sichtlich beeindruckt, berichtet Schröder der nnz. Das ist nämlich für Thüringen ein- und damit erstmalig. Unter dem Titel Gesundheitstourismus sollen hier Menschen therapiert und betreut werden. Gleichzeitig soll ein Schulungszentrum für Angehörige von Schwerstbehinderten entstehen. Ein skandinavisches Modell, das nach und nach auch seinen Weg in bundesdeutsche Gefilde findet. Viele Angehörige, die Scherstbehinderte pflegen, leben von Sozialhilfe. Sollten sie allerdings pflegerische Kenntnisse besitzen, dann könnten sie beruflich arbeiten und nicht nur ihre Angehörigen betreuen.
Der Schatten ist gleichzeitig eine persönliche Niederlage für Gerald Schröder. Die Ansiedlung eines innovativen schwedischen Unternehmens im Ellricher Gewerbegebiet ist endgültig gescheitert. In der Südharzstadt wollte die junge STROEMAG filigrane Stanzwerkzeuge herstellen. Leider beharrten alle möglichen Kreditgeber auf die Vorlage von Gutachten. Die wiederum kosten Geld (rund 100.000 Mark) Geld, das die jungen Leute aus Schweden lieber in die Entwicklung ihres Unternehmens stecken wollten. Gemeinsam mit einem anderen Betrieb siedelt sich die STOEMAG nun in ihrem Heimatland an, auch unter steuerlichen Aspekten ein Vorteil gegenüber Deutschland und seiner Förderpolitik.
Autor: nnzBleiben wir zuerst beim Licht: Mit der ehemaligen Haidberg-Klinik in Sülzhayn, genauer gesagt, mit der Hülle des Gebäudes könnte es in den kommenden Monaten vorwärts gehen. Seit längerer Zeit gibt es seitens der Ellricher Stadtverwaltung intensive Kontakte mit der Bremer Sozialkonzept AG. Gegenwärtig wird von beiden Seiten ein Gesellschaftervertrag erarbeitet, für den sich das Ellricher Stadtoberhaupt gestern den kommunalpolitische Segen geben ließ. Mit einem solchen Vertrag wolle sich die Stadt eine Mitspracheoption hinsichtlich der konzeptionellen Ausgestaltung des Hauses am Haidberg sichern.
Mit den Bremer Partnern und Vertretern des Landratsamtes reiste Gerald Schröder in diesem Monat nach Erfurt, direkt ins Wirtschaftsministerium. Bereits Mitte dieses Jahres hatte nnz von der Unterstützung des Vorhabens seitens der Landesregierung berichtet (siehe dazu im nnz-Archiv). Minister Franz Schuster und sein Stab zeigten sich vom Konzept der Bremer sichtlich beeindruckt, berichtet Schröder der nnz. Das ist nämlich für Thüringen ein- und damit erstmalig. Unter dem Titel Gesundheitstourismus sollen hier Menschen therapiert und betreut werden. Gleichzeitig soll ein Schulungszentrum für Angehörige von Schwerstbehinderten entstehen. Ein skandinavisches Modell, das nach und nach auch seinen Weg in bundesdeutsche Gefilde findet. Viele Angehörige, die Scherstbehinderte pflegen, leben von Sozialhilfe. Sollten sie allerdings pflegerische Kenntnisse besitzen, dann könnten sie beruflich arbeiten und nicht nur ihre Angehörigen betreuen.
Der Schatten ist gleichzeitig eine persönliche Niederlage für Gerald Schröder. Die Ansiedlung eines innovativen schwedischen Unternehmens im Ellricher Gewerbegebiet ist endgültig gescheitert. In der Südharzstadt wollte die junge STROEMAG filigrane Stanzwerkzeuge herstellen. Leider beharrten alle möglichen Kreditgeber auf die Vorlage von Gutachten. Die wiederum kosten Geld (rund 100.000 Mark) Geld, das die jungen Leute aus Schweden lieber in die Entwicklung ihres Unternehmens stecken wollten. Gemeinsam mit einem anderen Betrieb siedelt sich die STOEMAG nun in ihrem Heimatland an, auch unter steuerlichen Aspekten ein Vorteil gegenüber Deutschland und seiner Förderpolitik.

