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Fr, 09:00 Uhr
12.03.2021
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Intrasol - im Lichte eines Sterns

Nahezu jeder Stern verglüht einmal. Gut, dass sich unsere "Mutter Erde" damit noch ein wenig Zeit lassen wird. Einem anderen Stern, der im beschaulichen Nordhausen zu einem "Riesen" aufgeblasen wurde, ging nun die Energie und damit das Licht aus...


Nein, das soll hier keine Häme sein, doch Kollegen von mir und gute Freunde werden bestätigen, dass ich die "Intrasol-Sonne" stets mit einem kritisch-gesunden Unbehagen beobachtet habe. Eigentlich schade, dass ich Recht behalten sollte.

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Das Unbehagen begann bereits in den ersten Tagen, da der Stern des Unternehmens entzündet wurde. Allein dieser Prozess dauerte mehrere Monate, in denen die regionalen Medien (auch die nnz) nicht nahezu euphorisch berichteten. PR verstanden die beiden Jungstars Kupfer und Benkenstein bestens, vermutlich auch, weil das heutzutage zu jedem Studium als Hauptfach dazugehört.

Es gab nur noch Superlative und nahezu jeder Politiker oder kommunale Anführer stand parat als es galt, mal wieder eine E-Zapfsäule, einen Ladepark einzuweihen oder einfach mal wieder ein Gruppenfoto mit künftigen Preisträgern zu "machen". Man wollte einfach dabei sein. Es fehlte eigentlich nur noch die Bundeskanzlerin und ihr Wirtschaftsminister als begleitende Prominenz.

Vielleicht war das hier schon der Beginn des "mehr Schein als Sein"? Wir wissen es momentan noch nicht. Weil: es flossen Fördermittel - also auch meine und ihre Steuergelder - und vermutlich auch Einlagen stiller Teilhaber in Strömen. Das ist meist der Anfang vom Ende, wenn nicht auch mal vom Ende her gedacht wird.

Das erste Büro konnte nicht schick genug sein, die angekündigten Projekte überschlugen sich. Auch wir als Medien haben nicht nachgehakt, ob denn welches Projekt nicht nur beendet, sondern auch mit einem gewissen Erlös realisiert wurde. Herrlich war es, dass eine Idee aus Nordhausen schier die halbe Welt zu erobern schien. Ja, bei der inzwischen gegründeten Intelligent Traffic Solutions GmbH flutschte es und als eine der ersten Marken gründeten die Gründer "mobility.easy,efficient.electric", auch mobeee, genannt.

So konnte es munter weitergehen, denn die deutsche Welt war beseelt von den alternativen Energien, nannte junge Menschen, die Tagebaue stürmen, die Bandstraßen besetzen und die Polizisten mit ihrem eigenen Kot aus Baumhäusern heraus beschmissen, Aktivisten, applaudierte über den freien Schulfreitag. Alles, was vier Räder hatte und weniges als 3,5 Tonnen wog, musste plötzlich elektrisch fahren. Angetrieben von Akkus und sonst nix.

Allerdings: das Volk da draußen, außerhalb der "Shared Mobility"- und der "mobility.easy,efficient.electric"-Blase, das stand und steht weiterhin auf Autos, die meist im Viertakt oder als Zünder funktionieren. Komisch diese Menschen, die überhaupt nicht so funktionieren wie die grünen Visionäre sich das vorstellen. Aktuell wurde verkündet, dass Deutschland in elektrischen Neuzulassungen nach China und vor den USA natürlich, den zweiten Platz in der runden Welt einnimmt. Toll und Gratulation zu dieser statistischen Meisterleistung.

Was aber wäre, wenn es in Deutschland die großzügige Förderung von E-Autos, die Anwendung der 0,25 Prozent- oder 0,5-Prozent-Regel statt der 1-Prozent-Variante bei Firmenwagen nicht gebe? Was, wenn der Strom aus Windrädern oder Solaranlagen nicht großzügig gefördert und von uns allen bezahlt würde?

Was, wenn der ländliche Raum überhaupt nicht für die E-Mobilität taugt? Darüber hatten sich die Intrasol-Gründer scheinbar keine Gedanken gemacht. Fördermittel waren da, man hatte schließlich das richtige Thema. Und es war, nein es ist immer noch die richtige Zeit. Und trotzdem: Nun ist die Insolvenz da, Arbeitsplätze gingen verloren. Das allein ist bitter. Verloren sind auch die schönen künftigen Motive für die Politiker, die sie in den bevorstehenden Wahlkämpfen so dringend brauchen. Mit "mobility.easy,efficient.electric" zusammen auf einem Foto - das wäre es doch.

Vielleicht kamen Kupfer und Benkenstein zu früh mit ihrer Idee, vielleicht an einem falschen Ort? Mag ja sein oder die Zeit war und ist einfach noch nicht reif für die Transformation der Gesellschaft. Nachgefragt, ob sie, die Gesellschaft, das mehrheitlich überhaupt will, haben die einstigen Sterne am Nordhäuser E-Mobilitäts-Himmel nicht. In dieser Beziehung gleichen die jungen Männer schon fast einigen, nein, vielen Politikern.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

11.03.2021, 19.05 Uhr
Holger18
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
11.03.2021, 19.13 Uhr
Frank Tabatt | Intrasol
Es ist schade um jede Chance für die Region.
Wenn man sich aber hauptsächlich auf die Wirkung von Fördermitteln neben der guten Idee verlässt , ist es immer eine Gratwanderung.
Sehr häufig sind gute Techniker ( davon gehe ich mal bei den Beiden aus) lausige Kaufleute. Ihr Produkt und die Idee können sie anderen Leuten erklären - bis ins Detail , nur mit dem Verkauf der Leistungen und einer soliden wirtschaftlichen Konstanz hapert es oft - auch dank der verzerrenden Fördermittel.
Es tut mir leid , aber ich halte von der Elektromobilität nichts - und viele Andere auch nicht .
Diese Einstellung und das unsere Region , die eher ländlich geprägt ist kann solche Vorhaben zum scheitern bringen.

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11.03.2021, 21.18 Uhr
DDR-Facharbeiter | Investitionsrechnung mit Rentabilitätsrechnung ist wichtiger als PR
Bei jeder Neu-Entwicklung geht in der Freien Wirtschaft eine Investitionsrechnung mit Rentabilitäts-Berechnung voran.
Ohne Rentabilität grösser Null gibt es keine Investition.
So wie das hier beschrieben wird, hat vor dem Startschuss niemand die plausiblen Überlegungen angestellt, wie sie Herr Greiner und andere mit Kenntnis der Nordthüringer Gegebenheiten vorgestellt haben .
Kein sachkundiger Elektro-Mobilitäts- Kenner hat offensichtlich das Infrasol- Vorhaben auf Realisierbarkeit und Rentabilität geprüft.
Der allzu idealistische, um nicht zu sagen unbedarfte, Auftraggeber des Projektes sollte jetzt die Schulden der jungen Leute bezahlen. Er hat - deutlich gesagt- sie ins offene Messer laufen lassen.
Ein junger Ingenieur startete in den 70er Jahren die Entwicklung eines Druckers. Sein Ober-Boss sagt ihm:"Wenn das schief geht, ziehen wir Ihnen die Kosten vom Lohn ab." Mit einem Jahr Verspätung ging der Drucker an die Arbeit. Seine Entwicklungskosten waren bereits nach einem Jahr eingespielt.

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11.03.2021, 22.43 Uhr
gandalf | Von der Realität eingeholt
In Zeiten, in denen jedes Autohaus froh war, wenn es seine, zumeist vom Hersteller aufgedrückten, E-Autos vom Hof hatte, leisteten sich die Macher von Intrasol einen protzigen Fuhrpark, bis hin zum teuersten Tesla und BMW i8. Hinterher kann man natürlich immer schlau reden...aber ich habe hier in der Vergangenheit so manchen Kommentar gelesen, in dem davor gewarnt wurde, dass sich sowas in Nordhausen niemals rechnet. Leider haben die Skeptiker ohne grüne Brille auf der Nase Recht behalten.

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12.03.2021, 09.57 Uhr
Jörg Thümmel
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
12.03.2021, 10.51 Uhr
Kritiker2010 | Innovationen sind immer mit einem Risiko verbunden
Die Idee, dass eine Rentabilitätsrechnung bei einem neuartigen Projekt vor einer Pleite schützt, lässt doch eher planwirtschaftliches Denken erkennen. In der DDR hatte man sicher auch alles gut durchgerechnet, auch wenn man dort kaum mit Innovationen in Berührung kam. Und als man endlich fertig war ... wir kennen das Ergebnis.

Natürlich muss man vorher rechnen. Wir dürfen aber wohl davon ausgehen, dass IntraSol auf einer betriebswirtschaftlichen Grundlage und mit einem hübschen Businessplan entstanden ist. Dennoch war das Projekt mit Unsicherheiten behaftet, welche allen Beteiligten bekannt gewesen sein dürften. Es hätte der ganz große Durchbruch werden können ... oder in einer Pleite enden. Alles ganz normal.

Damit ein Unternehmen mit einem neuartigen Angebot Erfolg hat, müssen die Initiatoren nun mal kräftig klappern und ihre Vision in den schönsten Farben ausmalen. Um zu verstehen, warum auch der Tesla S dazu gehörte, dem sei eine Recherche unter dem Stichwort "Kano-Modell" empfohlen.

Der Nächste der so ein Projekt angeht, lernt aus den "Fehlern". Hinterher ist man eben immer schlauer. Und wenn Zeit und Ort zum Angebot passen, dann klappt es auch - so ist das nun mal in der Marktwirtschaft.

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12.03.2021, 11.13 Uhr
gandalf | @Jörg Thümmel
Das (nun ja auch öffentlich breit diskutierte) Intrasol-Desaster dürfte einer Bürgermeister-Kandidatur nicht gerade förderlich sein. Dieses "Projekt" litt ganz offensichtlich von Anfang an unter Fehleinschätzungen und Realitätsverweigerung. Die (gut gemeinten) Fördermittel aus öffentlichen Töpfen sind ja nun wohl auch unwiederbringlich verloren. Ich habe so meine Zweifel, ob die Bürger in Werther ein gesteigertes Interesse an solchen Harakiri-Visionen haben.

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12.03.2021, 11.45 Uhr
urbach44 | Oliver Wönnmann
Es wird im Zusammenhang mit der Intrasolpleite immer nur über die jungen Ingenieure gesprochen. Sicher fehlte diesen eine Portion marktwirtschaftliche Erfahrung. Soweit ich das richtig gelesen habe, gehörte aber auch Oliver Wönnmann zu Gründern und Geschäftsleitung der Firma Intrasol. Oliver Wönnmann kann man sicher als erfolgreichem Powertrain-Unternehmer solche Erfahrungen nicht absprechen. Hätte er als gestandener Unternehmer nicht rechtzeitig eingreifen müssen, um diese Pleite zu verhindern ?

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12.03.2021, 12.23 Uhr
Fönix | Welch fatales Grundverständnis von Innovation hier manche
Kommentatoren zum Besten geben, zeigt, wie weit der Verwesungsprozess unserer Gesellschaft schon fortgeschritten ist.

Zitat:

"Damit ein Unternehmen mit einem neuartigen Angebot Erfolg hat, müssen die Initiatoren nun mal kräftig klappern und ihre Vision in den schönsten Farben ausmalen."

Nach meinem Verständnis überzeugt eine gute Innovation ganz fundamental aus sich selbst heraus und findet Ihren Markt, wenn sie in der richtigen Ausführung zur richtigen Zeit am richtigen Ort präsentiert wird. Das schließt natürlich nicht aus, dass solche (aber nur solche!!!) Entwicklungen angemessen unterstützt werden auch mit Fördermitteln, die der Staat aus dem Aufkommen an Steuern und Abgaben generiert, also letztendlich aus vom Bürger "gespendeten" (so hieß das früher!) Geld!

Was wir ganz ausdrücklich nicht brauchen, sind hochgejubelte und schöngeredete Sternschnuppen, die viel zu teuer und wenig praxisgerecht an den Mann gebracht werden sollen. Diese Produkte, die eigentlich kaum jemand haben will und niemand wirklich braucht überschwemmen seit Jahr und Tag die Märkte und finden dank ausgeklügelter professioneller Vermarktungsstrategien zumindest eine Zeit lang sogar genügend unbedarfte Käufer. Die weitere Entwicklung ist dann vorprogrammiert, vom anfänglichen Nobelprodukt a la "must have" über den Ladenhüter bis zur Ramschware in Ramschmärkten ist der Weg meist nicht sehr weit.

Es wird Zeit dass wir die Episode der "Überflussgesellschaft" endlich beenden und uns wieder auf den Boden der Normalität einfinden und dabei frei werdende Ressourcen vor allen Dingen dafür nutzen, bei uns UND in der zweiten und dritten Welt vernünftige Lebensbedingungen herzustellen.

Dann klappt es vielleicht auch mit einer vernünftig gesteuerten Einwanderungspolitik, die den kulturellen und sicherheitspolitischen Anforderungen unserer Gesellschaft gerecht wird.

Vor diesem Hintergrund wäre auch die sogenannte "Globalisierung" völlig neu zu denken im Sinne einer für alle Beteiligten gerechten und fairen globalen Arbeitsteilung. Im Zuge einer solchen Entwicklung muss dann auch dem deutschen Mittelstand wieder sein tatsächlicher Stellenwert zuerkannt werden, denn er und nur er ist der Motor unserer Gesellschaft.

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12.03.2021, 13.32 Uhr
Kritiker2010 | Warum soll (F/Ph)önix neu erstehen? Asche reicht doch auch.
Eine Innovation kann sich leider, anders als vom Vogel mit den verbrannten Federn fabuliert, nicht aus sich selbst heraus durchsetzen.

Ein Produkt ist nichts Wert, wenn niemand dessen Nutzen oder Anwendungsmöglichkeiten kennt oder das notwendige Habitat NOCH nicht existiert. Zur Einführung eines solchen Produktes ist ein länger dauernder Innovationsprozess notwendig und der kostet erst einmal Geld und Nerven. Das Produkt selbst ist bei seiner Einführung auch fast immer "zu teuer". So läuft das Spiel.

Durch das schlichte und missgünstige Gemüt des durchschnittlichen Nordhäusers - er ist leider ein gebranntes Kind - haben es Innovationen hier schwer. Wenn ein neues Produkt von einer Nutzergemeinde adoptiert wird, reiht sich der Nordhäuser aber brav in die späte Mehrheit ein und postuliert dann einfältig, dass alles kein Hexenwerk sei und er/sie das ja auch alles so hätte machen können.

Deshalb trägt der Südharzer Alltagsnörgler auch Unterwäsche aus DDR-Produktion auf, im Schrebergarten werden die schief gegossenen 30x30er Gehwegplatten umverteilt und man ärgert sich jedes Mal über die teure Inspektion bei seinem Golf IV - hätte man doch bloß nicht den guten Wartburg verkauft ... Schuld sind wohl das Farbfernsehen und dieses kapitalistische Internet, die alle arglosen Menschen aufs Grausamste zu Konsumzombies entstellt. Zum Glück hat sich am Doppelkorn nicht viel geändert.

Wie soll bei einer solchen Einstellung irgend ein Produkt / eine Dienstleistung zur Marktreife entwickelt, produziert und an den anspruchslosen und vernunftbegabten Mann/die Frau gebracht werden?

Aber zum Glück sind wir Individuen. Und jeder darf das sehen, wie er will.
Der eine fühlt sich nach einem Neuerwerb über den Löffel balbiert und senkt den Kopf, der andere stolziert wie ein Gockel durch die Stadt.
Der eine trägt Feinripp-Schlüpfer und der andere bekommt die hübschen Mädchen.

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12.03.2021, 21.50 Uhr
N. Baxter | Nur weil
ein paar Wirrköpfe meinen, dies und jenes ist fesch und hipp, sieht das die breite Masse nicht automatisch auch so!

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13.03.2021, 10.11 Uhr
Kritiker2010 | Im Marketing braucht es Wirrköpfe
Nur um Herrn Baxters Aussage nicht ungehört verhallen zu lassen ...

Wir alle sind täglich Marketing-"Opfer" und ein paar von uns auch Täter.
Bei nahezu allen Produkten, die wir konsumieren oder in die wir investieren werden unsere Entscheidungen gelenkt - bewusst und unbewusst - ob nun offensichtlich durch Information/Werbung oder im Rahmen des Diffusionsprozesses.

Das geht nämlich so:
1. Zunächst finden ein paar Wirrköpfe - so genannte "Innovatoren" - etwas nützlich, sexy oder sehen die Möglichkeit, sich von der breiten Masse abzuheben.
2. Danach realisieren weitere Personen, dass das neue Ding gar nicht so befremdlich oder absurd ist und schließen sich an - die so genannten "Frühadopter".
3 + 4. Etwas später, wenn die Preise sinken und die Verfügbarkeit steigt, folgen ihnen erst die "Frühe Mehrheit" und schließlich auch die "Späte Mehrheit".
5. Wenn dann das alte Produkt durch das Konsumverhalten - ganz demokratisch - aus dem Markt gedrängt wurde, bleibt auch den "Nachzüglern" nichts anders übrig, als das verhasste Schickimicki-Mistzeug zu kaufen.

In den 1990er Jahren wollte man bei einem Autounfall nicht zusätzlich einen explodierenden Luftsack ins Gesicht bekommen.
Heute wäre ein PKW ohne Airbags (auch ohne entsprechenden Gesetze) kaum marktfähig.
Die erste A-Klasse brauchte ESP, damit sie auf den Rädern blieb.
Heute gibt es keinen Neuwagen mehr ohne elektronische Babysitter.

Als Anbieter haben Sie die Wahl:
Wagen sie Neues und erobern den Markt oder warten Sie, bis sie von einem anderen mutigen Protagonisten aus dem Markt gedrängt werden. --- Dampfmaschine, Glühlampe, Verbrennungsmotor, Taschenrechner, Smart-Phone, ...

Es beginnt immer mit den Wirrköpfen und endet damit, dass die Vernünftigen und Sachlichen ihnen irgendwann doch folgen.
C'est la vie ...

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14.03.2021, 00.31 Uhr
Fönix | @ Kritiker 2010 - den Grundgedanken meines Kommentars haben
Sie offensichtlich nicht einmal ansatzweise erfasst. Das wäre eigentlich nicht weiter schlimm, zumal Sie mit Ihrer Interpretation von Innovation eine durchaus interessante weil unorthodoxe Sichtweise formulieren. Es liegt mir fern, Sie in dieser Hinsicht zu korrigieren, auch wenn ich mich seit vielen Jahren beruflich ausschließlich mit der Administration von Forschungsvorhaben beschäftige und dabei im Ergebnis der vielen erfolgreich abgeschlossenen Projekte nach meiner Erfahrung eine deutlich andere Systematik der betreffenden Kategorien favorisieren würde.

Nein, mir geht es um etwas ganz anderes. Alle, die wie Sie die Elektromobilität als einzige zukunftsweisende Technologie für Individual-, Gewerbe- und Güterverkehr sehen und deshalb für PKW, Transporter und LKW zukünftig jegliche andere technische Antriebslösung nicht nur ausschließen sondern geradezu verteufeln, sollten dann nicht nur zum Thema Verkehr sondern auch in allen anderen Lebensbereichen konsequent sein. Es geht ihnen ja um die Rettung des Weltklimas und das bedeutet, dass der ökologische Fußabdruck eines jeden Erdenbürgers nicht größer sein darf als der Ziegenlederfetzen, den Sie sich mit einem Baumwoll- oder Bastfaden unter Ihre Fußsohle geschnürt haben.

Damit sind dann aber die Annehmlichkeiten unserer heutigen Lebensweise obsolet. Produziert wird nur noch für den lebensnotwendigen Bedarf. Darüber hinaus gehende Warenproduktion ist Ressourcenverschwendung und deswegen nach DUNKELGRÜNER Lesart die schlimmste Todsünde. Nur mit einer vergleichsweise enthaltsamen Lebensführung für ALLE wären die DUNKELGRÜNEN Zukunftsszenarien auch glaubwürdig.

Alles was Sie und Ihresgleichen hier zum Besten geben läuft aber nach dem Motto wir (die DUNKELGRÜNEN) übernehmen (mit Hilfe der Steigbügelhalter) die Macht und ansonsten geht die Fettlebe weiter. Das wird aber nicht funktionieren, die Menschen werden den Schwindel schnell durchschauen. Entweder sind Sie konsequent ökologisch, dann brauchen wir keine ausgeklügelten Vermarktungsstrategien mehr sondern eher eine Planwirtschaft. Oder Sie errichten gleich eine DUNKELGRÜNE Diktatur und setzen ihre Ideen mit machtpolitischen Instrumenten durch. Mal sehen, wie lange das gut geht ...

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14.03.2021, 11.25 Uhr
Kritiker2010 | Fönix - schade, jeder Schuss eine "Fahrkarte"
Ich habe lediglich beschrieben, wie Innovationen in der Praxis den Weg zum Verbraucher finden, illustriert durch Kano-Modell und Diffusionsmodell. Das sind bekannte Marketing-Grundlagen. Wenig förderlich ist unser lokales Innovations-"Klima". (Die Leute mit den hängenden Mundwinkeln)

Ihr Profiling passt leider auch nicht:

... wie Sie und Ihresgleichen … DUNKELGRÜN ... bla bla.

Innovatoren würden mich als konservativen Bremser bezeichnen, Konservative hingegen als unbequem – ein Querkopf eben.
Das Bild eines Grünen, passt denkbar schlecht zu mir. Denn obwohl ich LED-Funzeln installiere, leiste ich mir zugleich ne ganz üble CO2-Schleuder ... mit voller Absicht, einfach weil es Spaß macht. Wenn E-Mobilität irgendwann zu meinem Bedarf (und Bedürfnissen) passt, werde ich vielleicht auch elektrisch fahren. Dazu muss mir aber nicht jemand anders einen Jutesack andichten.
Ich bin Demokrat! Bedeutet, ich kann es ertragen, wenn jemand anderer Meinung ist, unabhängig davon ob er/sie/es mit E-Bike oder mit Dampflok auf Arbeit fährt, solange das nicht zum Dogma wird.

Sie haben mich und meine Motivation gründlich erforscht und liegen doch voll daneben.
So ist das eben, wenn man sich in unbekanntes Terrain wagt.
So war es auch bei IntraSol - hätte durchaus klappen können, hat es aber nicht und die kritischen Stimmen haben Recht behalten.

Im übrigen hoffe ich, Sie schaffen es, sich aus Ihrem selbst gehäkelten absolutistischen Gedankengewirr wieder auszuwickeln.

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17.03.2021, 14.01 Uhr
Fönix | @ Kritiker2010 - Wenn sich jemand öffnet
und andere zumindest ein wenig in sein Inneres schauen lässt, dann war der Schuss wohl eher ein Volltreffer und keine Fahrkarte...

Natürlich gebe ich Ihnen in einer Hinsicht recht. So wie Sie es beschreiben, war es voll daneben, Sie der unsäglichen DUNKELGRÜNEN Fraktion zuzuordnen, dafür entschuldige ich mich und gestehe Ihnen diesbezüglich gern einen "Dreier" zu, um es mal in basketballsportlichen und nicht in militärischen Kategorien auszudrücken. Gleichzeitig bin ich sehr froh über jeden Mitmenschen, der nicht widerspruchslos der demagogischen DUNKELGRÜNEN Ideologie folgt, sondern lieber geradeaus und auch mal kreuz- und quer denkt.

In der Sache sehe ich mich durch Ihre Ausführungen eher bestätigt als widerlegt. Wenn Sie voller Überzeugung LED-Technik verbauen, profitieren Sie ja selber von einer Technologie, die im Vergleich mit den herkömmlichen Angeboten mit ihren Leistungsparametern (ich nenne da nur Lichtausbeute, Stromverbrauch, Schaltfestigkeit und Morphologievielfalt) überzeugt und auf die politische Flankierung zur Markteinführung (Verbot von herkömmlichen Glühlampen) nicht wirklich angewiesen gewesen wäre. Wir haben selber in unserem Privathaushalt vor 20 Jahren alle arbeitsunwilligen Glühlampen nach und nach ausgetauscht (ja, es gibt einzelne Ausnahmen in Räumen, die vergleichsweise feucht sind und/oder wo höchstens 5 Stunden im Jahr das Licht brennt), und stellen jetzt auch Zug um Zug von Energiesparlampen auf LED um. Im Ergebnis werden wir bei den Stromkosten ausreichend belohnt. Wir haben seit Jahr und Tag einen Jahresstromverbrauch von um die 2000 kWh, trotz dreier Fernseher, 2 PC's und einem E-Herd, der oft mehr Wärme an die Töpfe und die Umgebung abgibt als unsere Heizung. Und unser Wohnzimmer liegt dabei selten unter, aber oft deutlich über 23°C…

Noch ein Hinweis:
Sie brauchen sich keine Sorgen um meinen Geisteszustand zu machen, zumal Sie ja selber "Wirrköpfe" als notwendige, wichtige und positive Erscheinungen darstellen. Und die Ordnung in meinem Kopf ist nach wie vor gegeben, aufwändiges Entwirren entlaufener Argumentationslinien war bisher noch nicht nötig. Wenn es mal soweit sein sollte, gebe ich Ihnen gern vorher Bescheid.

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