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Fr, 08:17 Uhr
05.03.2021
nnz-Forum

BUND-Einsatz auf Schmalspur gesetzt

Die Corona-Regelungen treiben zuweilen seltsame Blüten. Auf der einen Seite werden Öffnungen in Aussicht gestellt, auf der anderen Seite dürfen sieben Leute unter freiem Himmel nicht zusammen arbeiten, kritisiert Bodo Schwarzberg vom BUND...sen

Natürlich muss bzw. sollte sich jeder an die staatlich verordneten Corona-Maßnahmen halten. Deswegen fragten wir auch ordnungsgemäß beim Fachbereich Ordnung des Landratsamtes an, ob wir am kommenden Sonnabend unseren 111. landschaftspflegerischen Einsatz mit Teilnehmenden aus mehr als zwei Haushalten unternehmen dürfen.

Bereits erlaubte Lockerungen stimmten uns hoffnungsvoll:

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„Friseurbetriebe sollen wieder öffnen können, Baumschulen, Gartenmärkte, Gärtnereien- und Floristikbetriebe sollen wieder öffnen können....Die Klassenstufen 5 und 6 wechseln in eingeschränkten Regelbetrieb. - Fahrschulen sollen für den theoretischen Unterricht und die praktische Ausbildung für die Fahrerlaubnis geöffnet und betrieben werden können. Mensen des Studierendenwerks Thüringen sollen für den nicht-öffentlichen Betrieb öffnen können.“

Dies und noch viel mehr findet man als jüngste Lockerungsmaßnahmen bzw. Ergänzungen zur gültigen Thüringer Coronaverordnung auf der Seite des Landratsamts Nordhausen, von denen sich die meisten wohlgemerkt auf Aktivitäten in geschlossenen Räumen beziehen, - von Bussen, Supermärkten und Straßenbahnen, die ja auch bei höchsten Inzidenzen in Betrieb waren, jeweils mit vielen Menschen auf engem Raum, noch dazu im Berufsverkehr, ganz zu schweigen.

Immer wieder mahnt auch Landrat Jendricke, angesichts der erfreulich niedrigen Nordhäuser Inzidenzwerte weitere Normalisierungsschritte in seinem Landkreis an, so, als könne es ihm nicht schnell genug gehen. - Trotz aller Warnungen renommierter Virologen.

Und blickt man auf Spielplätze, in Parks, auf die Straßen und in die Supermärkte; nur noch wenige Menschen scheinen sich tatsächlich, wohl auch angesichts der ersten Strahlen der Frühlingssonne, für die geforderten Abstandsregeln und Kontaktverbote zu interessieren, was von wissenschaftlichen Untersuchungen zu Bewegungsprofilen Tausender gestützt wird. - Verständlich ist das, angesichts des eingetretenen Frustes, also der grassierenden Coronamüdigkeit. Exponentielles Wachstum von Mutanten, Sterbende auf Intensivstationen und erschöpftes medizinisches Personal hin oder her.

Der Frust der Bevölkerung, Verdrängung, die Angst der Politiker vor den anstehenden Wahlen - mit der Folge fragwürdiger Beschlüsse - und vor protestierenden Bürgern, wie auch immer mögliche Impfungen, Tests und wohl auch ein gewisser Autoritätsverlust unserer Behörden – all das führt zum gegenwärtig zu beobachtenden widersprüchlichen Durcheinander, welches kein Ruhmesblatt für unsere gewählten Volksvertreter und deren Vertreter ist.

Davon können auch wir, Mitglieder und Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen, nun ein Beispiel geben: Denn trotz des erlaubten theoretischen und praktischen Fahrschulunterrichts, Schulunterrichts, und voller Schulbusse: Sieben Teilnehmer eines landschaftspflegerischen Einsatzes unter freiem Himmel, mit garantierten 5 und mehr Metern Abstand, diese wohl ungefährlichste aller in diesem Text aufgeführten Tätigkeiten, konnte die Nordhäuser Gesundheitsbehörde nicht genehmigen. - Drohender Verstoß gegen die Coronaverordnung.

Natürlich werden wir uns daran halten, lieber Landkreis Nordhausen. Wir werden unseren Beitrag zur Einhaltung der Coronaverordnung ebenso leisten, wie auch zur Erhaltung des berühmten Artenreichtums unserer einmaligen Südharzer Zechsteinlandschaft, wir schaffen das (tatsächlich) auch mit den zwei erlaubten Haushalten;

Nur eins steht auch fest: Wenn es Ihnen, liebe Politiker und Ihren Behörden nicht gelingt, für die Bevölkerung glaubwürdige und nachvollziehbare, vor allem aber nicht widersprüchliche Regeln zu schaffen, bzw. wenn ihre Mitarbeiter nicht den ihnen möglichen Sachverstand und Bewegungsspielraum einsetzen, dann wird sich der Frust und das Unverständnis in Teilen der Bevölkerung weiter erhöhen.

Sind Krisen andererseits nicht eine unglaubliche Chance für die Machteliten und den überbordenden bürokratischen Überbau, sich das Vertrauen der Bevölkerung und deren Unterstützung zu erwerben? - So jedenfalls nicht. - Manchmal kann man diese Gesellschaft wirklich nicht mehr verstehen.
Bodo Schwarzberg
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
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Kommentare
Marino50
05.03.2021, 11:01 Uhr
Auf Schmalspur ....
Ja Herr Schwarzberg, wieviel Anwesende waren bei der letzten Stadtratssitzung? Und die war nicht unter freiem Himmel, sondern in einer Halle. Das ist natürlich Ironie. Vielleicht ist es ja nicht gewollt, dass Sie in der Natur etwas machen. Oder es sind einfach nur Auskünfte von dummen und unfähigen Menschen, die Sie erhalten haben. Und somit sind diese Menschen das Problem los.
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