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Mi, 17:41 Uhr
13.01.2021
ANTON ADLERAUGE Unterwegs in Nordhausen:

Wenn die Blase drückt

In den eigenen vier Wänden fühlt man sich derzeit doch am sichersten. Schon wegen der Corona-Pandemie, die außerhalb irgendwo zuschlagen könnte. Doch ab und an bleiben Wege außer Haus und in die Stadt unerlässlich...



Und da scheint es mir ratsam, vor dem Gang nicht einem duftenden Kaffee oder einem anderen Getränk zu unterliegen, dass die Blasentätigkeit aktivieren könnte.

Wohin dann unterwegs, wenn sie drückt, die Blase? Vor dem Lockdown beugte ein Gang hinter einen Baum oder in eine dunkle Ecke notfalls das WC in einem Cafe oder Gaststätte problemlos vor. Die Toilettenfrage in der Stadt wird, meine ich, in diesen denkwürdigen Wochen wieder aktuell.

Welch ein Glück: Bislang blieb die Toilette in der oberen Etage der Marktpassage von roher Gewalt verschon. Wohl nur des „fließenden“ Verkehrs ihrer Benutzer wegen, das es Vandalen hier schwer macht, zerstörerisch zu wirken. Diese WC-Anlage ist stets hygienisch top. Großes Lob den Leuten, die sie in Obhut haben.

Indes blieb die Toilettenanlage des Bürgerhauses nicht von roher Gewalt verschont. Die Stadtverwaltung zog die Reißleine und machte sie nur noch eingeschränkt nutzbar: montags bis freitags zwischen sechs und 18 Uhr, dicht am Wochenende.

Hinlänglich bekannt, fiel die Toilette auf dem Bahnhofsgelände Vandalen zum Opfer. Die bedauernswerte Frau, die sie anfangs wochenlang sauber hielt, schmiss eines Tages hin. Sie hatte die Nase voll – im doppelten Sinn des Wortes. Die Stadt müsse sich um eine Aktivierung kümmern, sind Rufe auch von Stadträten zu hören. Schön und gut, doch sollte da nicht die Bahn den Hut aufhaben? Angesicht des schäbigen „Ungeheuers“ nebenan kann man die in dieser Angelegenheit vergessen.

Sollte das WC am Bahnhof einmal wieder in Betrieb gehen, wäre bei Dauerbetrieb eine Aufsicht rund um die Uhr unumgänglich. Oder eine Schließung zu einer bestimmten Zeit. Zudem sollte es sich für die Aufsichtsperson finanziell auch lohnen, ist sie doch auch Gefahren ausgesetzt. Wer will schon bei Nacht und Nebel mit Menschen mit unguten Absichten diskutieren?

Eine der wenigen funktionierenden Nordhäuser Toilettenanlagen findet man in der Südharzgalerie. Am Eingang ein Tellerchen. Ich zahle gern einen Obolus von 50 Cent, um dort saubere Toiletten vorzufinden. Bleiben hier betreuende Hände aus, würde auch diese Toilette ihr Schicksal über kurz oder lang mit anderen ihrer Art teilen.
Anton Adlerauge
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Kommentare

20.01.2021, 17.40 Uhr
Freidenker 1304 | NDH kommunale Toiletten, ein schlechter Witz
Mein lieber Anton. Da hast Du wohl einiges nicht beachtet. Man muss manchmal eine Notdurft nicht nur mit der Blase. Und da ist im schönen Nordhausen Not am Manne. Oder der Frau. Gesunde Menschen können schon etwas anhalten. Es gibt aber auch Menschen mit chronischen Darmproblemen. Oder akuten Infektionen. Oder auch mal nur mit unrechtem Essen. Diese können oft nicht lange aushalten. Und auch diese haben Besorgungen in der Stadt. Auch zu Corona. Postsendungen müssen abgeholt werden, Einkaufen, Arztbesuche, Physio-/Ergotherapien, Apotheke, unaufschiebbare Behördengänge usw. Die von Dir vorgeschlagenen Alternativen greifen ausserhalb der Laden- Öffnungszeiten nicht. Und Coronazeiten sind ja hoffentlich endlich. Doch momentan sind Gaststätten geschlossen und öffentliche Toiletten ausser Betrieb. Selbst vor Corona verweigern Geschäfte und Essenshäuser oft den Toilettenbesuch. Und in der Coronazeit, falls geöffnet, wird die Benutzung aus " hygienischer " Begründung verweigert. Ja, muss man erst in die Hose machen, damit jeder die Not erkennt ? Dieses " anhalten " ist oft auch mit Schmerzen verbunden ! Gibt es ( k )ein RECHT auf Notdurft ? Aber das Hauptproblem ist m.E., das sich die Stadt fein aus der Verantwortung schleicht. Ob aus Desinteresse, ob aus Kostengründen, ob aus Unlust vor dem Aufwand ? Eine einzige öffentliche kommunale Toilette am Rathaus, das ist ein Witz. Und wenn die noch nach Feierabend geschlossen werden sollte, wohin dann ? Eine Stadt sollte in pro 10.000 Einwohner in jedem Stadtteil eine öffentliche Toilette haben. Und der Eingang, ich betone, der Eingang sollte Videoüberwacht sein. Man wird sowieso überall gefilmt, warum nicht der Eingangsbereich für solche Einrichtungen. Um Randalierer abzuschrecken bzw. zu ermitteln. Auf alle Fälle sind die Damen und Herren der Stadt, die dies zu entscheiden haben, sehr unentschieden. Ich hoffe, das Sie selbst mal in diese Lage geraten und darüber mit einer anderen Sichtweise nachdenken. Momentan ist die Notdurftlage in der Stadt Nordhausen ganz schön besch......eiden.

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20.01.2021, 17.57 Uhr
Fritz20 | Freidenker.. ihr Bericht hat den Nagel auf de Kopf getroffen,
Ich habe selber auch schon einmal über diesen Missstand geschrieben, aber auf diesem Ohr sind unsere Stadtväter taub! Ein Armutszeugnis für Nordhausen!

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