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Do, 19:00 Uhr
07.01.2021
SPD will Sondersitzung des Hauptausschusses

Wie brisant ist der Antikorruptionsbericht?

Hohe Wellen haben die letzten beiden Veröffentlichungen der nnz aufgrund des Informationsboykotts der Stadtverwaltung inzwischen geschlagen. Neben der fragwürdigen Sperrung unserer Seite auf städtischen Rechnern, sorgt die heute Morgen veröffentlichte Chronologie für anhaltenden Unmut …

Hans Georg Mülller ist wütend über den Umgang mit dem Stadtrat (Foto: nnz-Archiv) Hans Georg Mülller ist wütend über den Umgang mit dem Stadtrat (Foto: nnz-Archiv)

In der SPD-Fraktion haben die nnz-Berichte das Fass wohl endgültig zum Überlaufen gebracht. „War die Täuschung der Stadtratsmitglieder über den Stand des Widerspruchsverfahren zum Baumarkt in Niedersachswerfen schon ein Affront, der letztendlich zu einen Sonderstadtrat mit dem Ziel führte, dem Willen des Stadtrates zu genügen und den Widerspruch zurückzunehmen, so sind die aktuellen Informationen über die strafrechtlichen Klageverfahren gegen Redakteure der hiesigen Internetzeitung durch Oberbürgermeister Buchmann und sein Rechtsamt eine weitere unzumutbare Steigerung der Abkopplung der Verwaltungsspitze vom Stadtrat.“ So deutlich äußerte sich Fraktionschef Hans Georg Müller gegenüber unserer Zeitung. Er war in den vergangenen Monaten ein ständiger Mahner zur Veröffentlichung des Antikorruptionsberichtes, der zur Eskalation der Situation führte. „Welche Brisanz muss dieser Antikorruptionsbericht haben um solche heftigen Reaktionen auszulösen, oder geht es nur um die Behauptung der persönlichen Machtposition?“, fragt Mülller.

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Weder für die Klagen noch für das nnz-Verbot habe es eine Legitimation durch den Stadtrat gegeben. „Hier werden persönliche Befindlichkeiten durch den Einsatz städtischer Strukturen wie dem Rechtsamt ausgelebt“, empört er sich. Nun will seine Fraktion die Vorfälle zum Anlass nehmen, genauer nachzuforschen, denn: „Die SPD Stadtratsfraktion versucht seit mehreren Jahren Licht in das Dunkel der Klageflut der Stadtverwaltung zu bringen“.

Die Genossen wünschen sich dabei noch mehr Unterstützung durch die anderen Fraktionen als bisher. Nach den neuerdings gescheiterten Klageverfahren gegen die nnz-Redakteure fordert die SPD die Einberufung eines Sonderhauptausschuss zum schnellstmöglichen Zeitpunkt. Dort erwartet Müller eine Erklärung des Oberbürgermeisters Buchmann zu diesen Vorgängen sowie die Offenlegung aller Schriftsätze der diversen Klagen im Bezug zum Antikorruptionsbericht. Und Müller verlangt die Offenlegung der damit verbundenen Kosten inklusive der Kosten aus der Verwaltungsleistung des Rechtsamtes. Schließlich fordert er die Einsicht in den ungeschwärzten Antikorruptionsbericht des Jahres 2017. Der Unterstützung nicht nur seiner eigenen Fraktionsmitglieder ist er sich in diesen Fragen gewiss.

Jetzt ist die Stadtverwaltung in den nächsten Tagen aufgefordert, sich den Volksvertretern zu erklären. Am 11. Februar findet der nächste Stadtratssitzung mit nur einem Tagesordnungspunkt statt. Dann geht es um die Rücknahme des Widerspruchs des Oberbürgermeisters gegen die Renovierungsarbeiten im Niedersachwerfener Herkulesmarkt.
Olaf Schulze
Autor: osch

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Kommentare
Nordhäuser
07.01.2021, 19:24 Uhr
Es reicht doch langsam.
So jetzt müsste auch der letzte NNZ Leser kapiert haben das die Stadtverwaltung die bösen sind und Ihr die guten.
Könnt Ihr den Rosenkrieg nicht unter euch ausmachen? Gibt es keine anderen Themen mehr in Nordhausen?
Das erinnert mich hier alles an: „Das sag ich meiner Mama“.
Glaskugel
07.01.2021, 19:34 Uhr
Den Knall nicht gehört
Während das Land in der größten Krise seit 75 Jahren steckt, viele Menschen nicht wissen, wie es ohne Einkommen und ohne Kinderbetreuung ...weiter geht, haben die nichts besseres zu tun, als einen Antikorruptionsbericht aus 2017 zu lesen. Was da an "Korruption" drin steht, wurde schon lange durchgestochen. Als ob in einer so großen Verwaltung irgend etwas geheim bleiben würde.

Oh je, Azubis haben auf einer Geburtstagsfeier geholfen. "Oh mein Gott, haltet die Diebe in der Verwaltung." Manche Typen leben echt auf einem anderen Planeten.
Leser X
07.01.2021, 19:41 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Beitrag
nordfreak
07.01.2021, 20:01 Uhr
Knall
Was soll ein lokales Medien denn melden. Sich mit Trump beschäftigen, Corona bekämpfen, die Welt retten. Wenn in dem Bericht nur Wischi-Waschi zu lesen ist, warum kann er denn nicht veröffentlicht werden? Und alles wäre gut.
Gudrun1974
07.01.2021, 20:23 Uhr
Der große Groll liegt in Buchmanns Lügen
Seine Wahlversprechen (Transparenz, kein Streit, Kompetenz statt Parteikarriere, Korruption bekämpfen, Freies Parken, Bürgerbeteiligung ...) war das wohl größte Lügenprogramm nach der Wende. Der Mann hat damit Stimmen geholt, wie wenige zuvor. Und jeden einzelnen von diesen Gutgläubigen, die Hoffnungen in ihn setzten, hat er in den Hintern getreten.
Deshalb ist der Groll so groß, völlig zu Recht.
Herr Taft
07.01.2021, 20:55 Uhr
Das Problem ist doch...
...wir alle kennen die Situation nur aus der Perspektive der nnz. Ich zweifle nicht daran, dass sich das alles so zugetragen hat, wie es in der Chronologie veröffentlicht wurde....jedoch ist das nur eine Seite der Medaille.

Wir brauchen - um uns ein umfassendes Bild der Situation machen zu können - dringend eine Stellungnahme aus dem Rathaus. Mit seinem Schweigen bestärkt Herr Buchmann doch nur die sich aus der bisher eben einseitigen Sicht ergebenden Vermutungen. Von daher finde ich Herrn Müllers Ansinnen, endlich den Grund für dieses merkwürdige Verhalten herausfinden zu wollen, absolut richtig.....vollkommen unabhängig vom Parteibuch übrigens.
fso2020
07.01.2021, 21:11 Uhr
König Kai regiert
und der Stadtrat bleibt immer öfter außen vor.
Die Gesetzgebung (in dem Fall die Kommunalordnung) verlangt, dass ein Bürgermeister, auch ein OB, sich einen Großteil seines Handelns im Vorfeld durch die Stadträte per Beschluss legitimieren lassen muss.
Diese sind als gewählte Volksvertreter zudem auch das Kontrollorgan für die Verwaltung, deren Mitarbeiter die mit demokratischer Mehrheit gefassten Ratsbeschlüsse mit ihrer Arbeit unter Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen umzusetzen haben.
Einige der in der Nordhäuser Verwaltung beschäftigten Damen und Herren haben aber wohl offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass sie kommunale Dienstleister und nicht bedingungslose Erfüllungsgehilfen eines scheinbar mit seinem Amt überforderten OB's sind.
Tut mir leid, aber so wird das nix mit Nordhausen als Leitkommune für Nordthüringen!
Die Kommunalpolitiker im Eichsfeld und Kyffhäuserkreis wird's freuen.
Anna Lüst
08.01.2021, 06:29 Uhr
Herr Müller,
ich bin ja nicht immer mit Ihnen auf einer Wellenlänge, in diesem Fall haben Sie meine ungeteiltese Zustimmung.
Hier gibt es doch nur Eines:
Entweder werden jegliche Websites in der Stadtverwaltung gesperrt, die nicht für das reibungslose Arbeiten erforderlich sind, oder es gibt keine Verbote.
Wir reden hier schließlich nicht über eine pornographische Website.
Diese unsäglichen Machenschaften aus dem Rathaus müssen schnellstmöglich ein Ende finden.
Es freut mich sehr, dass alle Fraktionen (habe ich die Grünen und die FDP überlesen?) hier einer Meinung sind.
Ich hoffe, dass dies kein Wahlkampfgeplänkel ist!
Herr Müller, hängen Sie sich voll rein!
Sie als Vertreter des (Nordhäuser) Volkes haben das Mandat dazu, also Ärmel hoch!
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