Mi, 07:30 Uhr
10.08.2005
Die Eröffnung des Jahres
Nordhausen (nnz). Bevor es ab Freitag für die Wacker-Fußballer wieder um Tore und Punkte geht, hat sich die nnz mit Kapitän Sven Pistorius über Ziele, Wechselabsichten und Spielausgänge unterhalten.
Die Eröffnung des Jahres (Foto: nnz)
Am Freitagabend um 17.30 Uhr wird im Albert-Kuntz-Sportpark die Spielzeit 2005/06 der Thüringenliga feierlich eröffnet. Eine halbe Stunde später trifft der Aufsteiger Wacker 90 auf den Oberligaabsteiger FC Erfurt Nord. Als Kapitän wird Sven Pistorius die Nordhäuser Mannschaft auf den Platz führen.
Die nnz unterhielt sich im Vorfeld mit dem 26-jährigen sympathischen Wacker-Spielführer, der seine ersten Fußballschrittchen schon im Kuntz-Sportpark machte. Mit den A-Junioren wurde er seinerzeit Landesmeister und kickte im Oberliga-Team der Neunziger Jahre, aber er musste auch bittere Stunden wie den Abstieg in die Landesklasse vor drei Jahren miterleben.
nnz: Herr Pistorius, am Freitag beginnt die neue Saison. Wie verlief die Vorbereitung und wie unterschied sie sich von der im vergangenen Jahr?
Sven Pistorius: Wir absolvierten ein ähnliches Trainingsprogramm wie vor Jahresfrist, aber die Übungen waren gezielter darauf ausgerichtet, unsere Stärken heraus zu arbeiten und die nötige Kondition für eine lange Saison zu bekommen.
nnz: Welche sind die Hauptstärken der Wacker-Elf 2005?
Sven Pistorius: Mit unseren schnellen Sturmspitzen wollen wir Überraschungsmomente schaffen und den Gegner ausspielen. Im Training werden verschiedene Spielformen und Taktiken ausprobiert.
nnz: Wird das Spiel der Wacker-Mannschaft hauptsächlich auf Marco Weißhaupt zugeschnitten sein?
Sven Pistorius: Nein. Marco ist ein eminent wichtiger Spieler, der Impulse setzen und uns sehr weiter helfen kann, aber wenn wir uns nur auf ihn verlassen würden, wären wir zu leicht auszurechnen.
nnz: Wie gut kennen Sie Ihre Kontrahenten in der Landesliga?
Sven Pistorius: Einige sind mir noch von den damaligen Spielen bekannt, andere kennen wir vom Namen her. Wir erkundigen uns im Internet über die Kader und unser Trainer hat viele gute Kontakte und Späher, die ihm das eine oder andere verraten. Er nutzt auch jede Gelegenheit, sich die Mannschaften selbst anzusehen. Und wir lesen die Spielberichte der anderen.
nnz: Wen schätzen Sie nach diesen Recherchen am stärksten ein?
Sven Pistorius: Für mich sind Gera und Gotha die Favoriten der Liga. Beide Teams haben sich noch einmal ordentlich verstärkt. Aber auch Mannschaften wie Weida, Rudolstadt, Niederpöllnitz oder Carl Zeiss II sind äußerst spielstark. Und natürlich freuen wir uns auf die Derbys gegen Sondershausen und Heiligenstadt, auch weil wir da auf viele Zuschauer hoffen, die uns zusätzlich motivieren.
nnz: Welche Zielstellungen gibt es für die Vergleiche mit der Eintracht?
Sven Pistorius: Wir wollen gewinnen und die Nr. 1 in Nordthüringen sein. Das erwarten schließlich auch die Fans von uns.
nnz: Wie schätzen Sie den Spielerkader für die kommende Saison ein?
Sven Pistorius: Erst einmal bedaure ich, dass uns eine Reihe gerade sehr junger Spieler verlassen und nicht die Herausforderung angenommen haben, um einen Stammplatz zu kämpfen. Wir haben eine relativ dünne Spielerdecke und vollziehen keine klassische Trennung in erste und zweite Mannschaft. Jeder hat die Chance, in der ersten zu spielen und keiner wird sich zu schade sein, die zweite Mannschaft aus der Talsohle wieder heraus zu führen.
nnz: Und die neuen Spieler?
Sven Pistorius: Mit Marco Weißhaupt, Raphael Baumann, Christoph Hartmann, Torsten Klaus und Martin Vopel sind sehr gute Spieler zu uns gekommen und unsere vier Zwillinge aus der A-Jugend, die Steinbergs und die Hellmunds, geben allen Anlass zu Optimismus. Dazu kommen junge Spieler wie Steve Jochmann, die auf dem Sprung sind und sich im Training immer wieder anbieten. Wir haben Alternativen in allen Mannschaftsteilen.
nnz: Und ein Überangebot an Torhütern?
Sven Pistorius: Nein. Auch auf dieser Position entscheidet die Aggressivität im Training und der absolute Leistungswille darüber, wen der Trainer im Spiel aufstellt. Das ist nicht anders als bei den Feldspielern, da hat auch keiner eine Stammplatzgarantie.
nnz: Wo können wir Wacker am Saisonende erwarten?
Sven Pistorius: Wenn alle ordentlich mitziehen und wir von größeren Verletzungsausfällen verschont bleiben, können wir irgendwo im Mittelfeld landen. Unser Ziel ist es, möglichst bald nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Langfristig wollen wir uns in der Landesliga etablieren. Und die zweite Mannschaft soll sofort wieder aufsteigen.
nnz: Welche Aufgaben hat der Kapitän Pistorius auf und außerhalb des Spielfeldes zu erfüllen?
Sven Pistorius: In erster Linie bin ich das Sprachrohr der Mannschaft zu Trainer und Präsidium und versuche, den Verein in der Öffentlichkeit würdig zu vertreten. Ich rede auch mit den einzelnen Spielern, wenn es Probleme gibt und nehme an den Sitzungen des Präsidiums teil. Auf dem Platz muss ich eine Führungsrolle und Verantwortung übernehmen.
nnz: Immer wieder gibt es Diskussionen über den Stellenwert des Fußballvereins Wacker 90 in der Stadt und der Region. Wie sehen Sie diese Problematik?
Sven Pistorius: Wacker hat die Region in den Jahren der Regional- und Oberliga gut nach außen präsentiert und tut das auch jetzt wieder. Wir bekamen nach dem Aufstieg viele positive Reaktionen von außerhalb, wo man sich freut, dass Wacker wieder in der Thüringenliga spielt. Ich denke, gemeinsam mit den Nordhäuser Handballern, Boxern und Volleyballern ist Wacker eines der sportlichen Aushängeschilder der Stadt. Und ich findc es sehr gut, wenn sich Sportvereine so intensiv um die Kinder- und Jugendarbeit kümmern, wie das bei Wacker der Fall ist. Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen kann sicherlich noch verbessert werden, aber die Ressentiments, die noch aus den Zeiten der Insolvenz stammen, sind nicht mehr angebracht. Das ist jetzt ein anderer Verein mit einer anderen Philosophie.
nnz: Was möchte der Spieler Sven Pistorius in seiner Karriere noch erreichen?
Sven Pistorius: Ich möchte mit Wacker in den nächsten 2-3 Jahren in der Landesliga Fuß fassen und eine gute Rolle spielen. Was darüber hinausgeht, wäre sehr schön, aber dafür muss ein Umfeld vorhanden sein, das wir momentan nicht haben.
nnz: Gotha hat auch einen Verein der Wacker heißt...
Sven Pistorius: Oh nein, ich werde mit Sicherheit dem Nordhäuser Wacker-Verein die Treue halten. Ich bin hier aufgewachsen, habe hier das Fußballspielen gelernt und was das Wichtigste ist: ich habe in Nordhausen eine Arbeitsstelle. Der Beruf steht im Vordergrund und das Fußballspielen ist ein schönes Hobby.
nnz: Wie lautet ihr Tipp für das Spiel gegen Erfurt Nord?
Sven Pistorius: Wir gewinnen 3:1.
nnz: Warum?
Sven Pistorius: Weil wir hoch motiviert sind und vor einer hoffentlich großen Kulisse spielen. Viele Fußballfans, die am Wochenende selbst in ihren Vereinen spielen und selten die Gelegenheit haben, ein Wacker-Spiel zu sehen, werden uns möglicherweise unterstützen. Erfurt Nord hat nach dem Abstieg eine veränderte Mannschaft, die sich erst noch finden muss, wir sind eingespielter. Und wir wollen zu Hause einen guten Start hinlegen.
Das Gespräch für die nnz führte Olaf Schulze
Autor: osch
Die Eröffnung des Jahres (Foto: nnz)
Am Freitagabend um 17.30 Uhr wird im Albert-Kuntz-Sportpark die Spielzeit 2005/06 der Thüringenliga feierlich eröffnet. Eine halbe Stunde später trifft der Aufsteiger Wacker 90 auf den Oberligaabsteiger FC Erfurt Nord. Als Kapitän wird Sven Pistorius die Nordhäuser Mannschaft auf den Platz führen.Die nnz unterhielt sich im Vorfeld mit dem 26-jährigen sympathischen Wacker-Spielführer, der seine ersten Fußballschrittchen schon im Kuntz-Sportpark machte. Mit den A-Junioren wurde er seinerzeit Landesmeister und kickte im Oberliga-Team der Neunziger Jahre, aber er musste auch bittere Stunden wie den Abstieg in die Landesklasse vor drei Jahren miterleben.
nnz: Herr Pistorius, am Freitag beginnt die neue Saison. Wie verlief die Vorbereitung und wie unterschied sie sich von der im vergangenen Jahr?
Sven Pistorius: Wir absolvierten ein ähnliches Trainingsprogramm wie vor Jahresfrist, aber die Übungen waren gezielter darauf ausgerichtet, unsere Stärken heraus zu arbeiten und die nötige Kondition für eine lange Saison zu bekommen.
nnz: Welche sind die Hauptstärken der Wacker-Elf 2005?
Sven Pistorius: Mit unseren schnellen Sturmspitzen wollen wir Überraschungsmomente schaffen und den Gegner ausspielen. Im Training werden verschiedene Spielformen und Taktiken ausprobiert.
nnz: Wird das Spiel der Wacker-Mannschaft hauptsächlich auf Marco Weißhaupt zugeschnitten sein?
Sven Pistorius: Nein. Marco ist ein eminent wichtiger Spieler, der Impulse setzen und uns sehr weiter helfen kann, aber wenn wir uns nur auf ihn verlassen würden, wären wir zu leicht auszurechnen.
nnz: Wie gut kennen Sie Ihre Kontrahenten in der Landesliga?
Sven Pistorius: Einige sind mir noch von den damaligen Spielen bekannt, andere kennen wir vom Namen her. Wir erkundigen uns im Internet über die Kader und unser Trainer hat viele gute Kontakte und Späher, die ihm das eine oder andere verraten. Er nutzt auch jede Gelegenheit, sich die Mannschaften selbst anzusehen. Und wir lesen die Spielberichte der anderen.
nnz: Wen schätzen Sie nach diesen Recherchen am stärksten ein?
Sven Pistorius: Für mich sind Gera und Gotha die Favoriten der Liga. Beide Teams haben sich noch einmal ordentlich verstärkt. Aber auch Mannschaften wie Weida, Rudolstadt, Niederpöllnitz oder Carl Zeiss II sind äußerst spielstark. Und natürlich freuen wir uns auf die Derbys gegen Sondershausen und Heiligenstadt, auch weil wir da auf viele Zuschauer hoffen, die uns zusätzlich motivieren.
nnz: Welche Zielstellungen gibt es für die Vergleiche mit der Eintracht?
Sven Pistorius: Wir wollen gewinnen und die Nr. 1 in Nordthüringen sein. Das erwarten schließlich auch die Fans von uns.
nnz: Wie schätzen Sie den Spielerkader für die kommende Saison ein?
Sven Pistorius: Erst einmal bedaure ich, dass uns eine Reihe gerade sehr junger Spieler verlassen und nicht die Herausforderung angenommen haben, um einen Stammplatz zu kämpfen. Wir haben eine relativ dünne Spielerdecke und vollziehen keine klassische Trennung in erste und zweite Mannschaft. Jeder hat die Chance, in der ersten zu spielen und keiner wird sich zu schade sein, die zweite Mannschaft aus der Talsohle wieder heraus zu führen.
nnz: Und die neuen Spieler?
Sven Pistorius: Mit Marco Weißhaupt, Raphael Baumann, Christoph Hartmann, Torsten Klaus und Martin Vopel sind sehr gute Spieler zu uns gekommen und unsere vier Zwillinge aus der A-Jugend, die Steinbergs und die Hellmunds, geben allen Anlass zu Optimismus. Dazu kommen junge Spieler wie Steve Jochmann, die auf dem Sprung sind und sich im Training immer wieder anbieten. Wir haben Alternativen in allen Mannschaftsteilen.
nnz: Und ein Überangebot an Torhütern?
Sven Pistorius: Nein. Auch auf dieser Position entscheidet die Aggressivität im Training und der absolute Leistungswille darüber, wen der Trainer im Spiel aufstellt. Das ist nicht anders als bei den Feldspielern, da hat auch keiner eine Stammplatzgarantie.
nnz: Wo können wir Wacker am Saisonende erwarten?
Sven Pistorius: Wenn alle ordentlich mitziehen und wir von größeren Verletzungsausfällen verschont bleiben, können wir irgendwo im Mittelfeld landen. Unser Ziel ist es, möglichst bald nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Langfristig wollen wir uns in der Landesliga etablieren. Und die zweite Mannschaft soll sofort wieder aufsteigen.
nnz: Welche Aufgaben hat der Kapitän Pistorius auf und außerhalb des Spielfeldes zu erfüllen?
Sven Pistorius: In erster Linie bin ich das Sprachrohr der Mannschaft zu Trainer und Präsidium und versuche, den Verein in der Öffentlichkeit würdig zu vertreten. Ich rede auch mit den einzelnen Spielern, wenn es Probleme gibt und nehme an den Sitzungen des Präsidiums teil. Auf dem Platz muss ich eine Führungsrolle und Verantwortung übernehmen.
nnz: Immer wieder gibt es Diskussionen über den Stellenwert des Fußballvereins Wacker 90 in der Stadt und der Region. Wie sehen Sie diese Problematik?
Sven Pistorius: Wacker hat die Region in den Jahren der Regional- und Oberliga gut nach außen präsentiert und tut das auch jetzt wieder. Wir bekamen nach dem Aufstieg viele positive Reaktionen von außerhalb, wo man sich freut, dass Wacker wieder in der Thüringenliga spielt. Ich denke, gemeinsam mit den Nordhäuser Handballern, Boxern und Volleyballern ist Wacker eines der sportlichen Aushängeschilder der Stadt. Und ich findc es sehr gut, wenn sich Sportvereine so intensiv um die Kinder- und Jugendarbeit kümmern, wie das bei Wacker der Fall ist. Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen kann sicherlich noch verbessert werden, aber die Ressentiments, die noch aus den Zeiten der Insolvenz stammen, sind nicht mehr angebracht. Das ist jetzt ein anderer Verein mit einer anderen Philosophie.
nnz: Was möchte der Spieler Sven Pistorius in seiner Karriere noch erreichen?
Sven Pistorius: Ich möchte mit Wacker in den nächsten 2-3 Jahren in der Landesliga Fuß fassen und eine gute Rolle spielen. Was darüber hinausgeht, wäre sehr schön, aber dafür muss ein Umfeld vorhanden sein, das wir momentan nicht haben.
nnz: Gotha hat auch einen Verein der Wacker heißt...
Sven Pistorius: Oh nein, ich werde mit Sicherheit dem Nordhäuser Wacker-Verein die Treue halten. Ich bin hier aufgewachsen, habe hier das Fußballspielen gelernt und was das Wichtigste ist: ich habe in Nordhausen eine Arbeitsstelle. Der Beruf steht im Vordergrund und das Fußballspielen ist ein schönes Hobby.
nnz: Wie lautet ihr Tipp für das Spiel gegen Erfurt Nord?
Sven Pistorius: Wir gewinnen 3:1.
nnz: Warum?
Sven Pistorius: Weil wir hoch motiviert sind und vor einer hoffentlich großen Kulisse spielen. Viele Fußballfans, die am Wochenende selbst in ihren Vereinen spielen und selten die Gelegenheit haben, ein Wacker-Spiel zu sehen, werden uns möglicherweise unterstützen. Erfurt Nord hat nach dem Abstieg eine veränderte Mannschaft, die sich erst noch finden muss, wir sind eingespielter. Und wir wollen zu Hause einen guten Start hinlegen.
Das Gespräch für die nnz führte Olaf Schulze

