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So, 12:13 Uhr
15.11.2020
ANTON ADLERAUGE BEDAUERT: AM 12.12. IST SCHLUSS:

Groschenmarkt adieu!

Die Regale leeren sich. Am 12.12. gehen die Lichter im Groschenmarkt An der Salza aus. Nach vier Jahren. Nicht nur für Haus, Hof und Garten erhielt der Kunde hier, wonach ihm begehrte. Nach Aldi, einer Fleischerei und einen kleinen Blumenladen wird nun auch der Groschenmarkt Geschichte...

Die Türen werden sich bald für immer schließen (Foto: Anton Adlerauge) Die Türen werden sich bald für immer schließen (Foto: Anton Adlerauge)
Es keimte die Hoffnung, in diesem Stadtteil werde sich wieder ein Lebensmittelmarkt etablieren, um den Bürgern lange Wege in die Stadt zu ersparen. Doch schnell schwand sie dahin, wie Butter in der warmen Pfanne. Stattdessen erhielten die Verkäuferinnen die Kündigung. Die Vorfreude auf das Fest ist dahin. Wie es weiter gehen soll, wüssten sie nicht.

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Sie seien nur das kleinste Rädchen im großen Getriebe der Unternehmen. Seltsam wäre: Monatelang habe sich nichts getan, um die Automatik in Ordnung zu bringen, welche die schweren Eingangstüren öffnete und schloss. Seit Langem müssen sich Kunden dagegen stemmen, wollen sie rein oder raus. Jetzt aber sei das Geld für eine große Investition da.

Vielleicht haben die Frauen Glück im Unglück, sollte sie der künftige Macher des Baumarktes, der in das Gemäuer einziehen soll, übernehmen. Mit Sonderpreisen soll er locken. Lebensmittel-Aldi wollte sich vor Ort erweitern, die Fleischerei bleiben. Dem Vernehmen nach soll ein Unternehmer das verhindert haben. Das gesamte Areal liege heute in seinen Händen, welche Musik gespielt werde, bestimme er, wabert es im Buschfunk von Niedersalza.

Weit und breit für die Bevölkerung keine Möglichkeit, Waren des täglichen Bedarfs zu erlangen. Für ältere Leute eine Zumutung. In diesen Corona-Zeiten besonders hart. Da ist die hilfsbereite Nachbarschaft oft der rettende Engel in der Not. Ein kleiner Trost: Vor dem Gebäude der einstigen Fleischerei, die auch mit einer warmen Mahlzeit aufwartete, macht jetzt an bestimmten Tagen ein mobiler Verkaufsladen Station.

Das Kapital investiere nur dort, wo es Gewinn bringe, schrieb einst ein weltbekannter Philosoph. Alles andere sei diesem Streben untergeordnet. Baumarkt mit Sonderpreisen? Für die Einwohner in diesem Teil der Stadt ist er nur bedingt von Nutzen. Sie wünschen sich zurück, was sie einst erfreute: Eine Verkaufsstelle für Waren des täglichen Bedarfs vor Ort.
Anton Adlerauge
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Kommentare

15.11.2020, 12.44 Uhr
Oberstudienrat | Offenbar...
... war dieser Markt ja doch nicht so beliebt, wie Sie es versuchen darzustellen, Anton Adlerauge - dann müsste er nicht schließen.

8   |  3     Login für Vote
15.11.2020, 14.46 Uhr
Realist 1.0 | Für die Verkäuferinnen tut es mir wirklich leid
Im Groschenmarkt hat man häufig auch Sachen bekommen, die man in Baumärkten und in anderen Märkten der selben Kategorie, vergeblich gesucht hat. Die andere Seite ist, wie der Vorkommentator richtig betrachtet hat, in Niedersalza nie gewollt wahr und fehl am Platz wahr. Ein Lebensmittel Discounter währe da dort sinn und zweckmäßiger. Aber wie Vorkommentartor auch richtig gesagt hat, Gewinn zählt in unserer Verkommenen Gesellschaft mehr als soziales Gewissen, bestimmte Geschäftsläute bekommen halt denn Hals nicht vollgenug, da werden die Bedürfnisse der Anwohner hinten angestellt.

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15.11.2020, 17.24 Uhr
Leser X | Billigmärkte
Haben wir doch nicht genug Armut, damit sich die zahlreichen Gerümpel-Läden rechnen? Das wäre ja eigentlich kein schlechtes Zeichen. Schade nur um das Personal, welches sich gewiss nicht zum ersten mal umorientieren muss.

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16.11.2020, 07.56 Uhr
mbmbo | Die sozialen Bedürfnisse
lassen sich gut einfordern, wenn man diese nicht selbst finanzieren muss. Trägt sich der Markt auf Dauer nicht, wird er geschlossen. Alles Andere wäre Liebhaberei (ja, den Begriff gibt es auch im Steuerrecht).

Man kann natürlich gern über Subventionen nachdenken. Oder besser noch - Überführung in's Volkseigentum ;) Dann ist der Staat verantwortlich. Und da kommt das Geld ja bekanntlich aus dem Nichts.

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