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Mi, 13:03 Uhr
04.11.2020
nnz-Dokumentation

Vor der Gewalttat steht immer schon der Hass

Unter dem Eindruck der "furchtbaren Bluttat" in Frankreich, bei der Samuel Paty ums Leben kam, wurde in der gestrigen Sitzung des Nordhäuser Stadtrates ein gemeinsamer Brief an die französische Partnerstadt Charleville-Mézières verlesen. Im Rahmen unserer Dokumentationsreihe veröffentlichen wir den Brief im Wortlaut...

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ravignon,
liebe Freundinnen und Freunde aus Charleville Mézières,

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mit tiefer Bestürzung haben die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auf die furchtbare Bluttat an dem Lehrer Samuel Paty und auf das Attentat in Nizza reagiert. Wir als Ihre Partnerstadt möchten in dieser schweren Zeit an Ihrer Seite stehen, denn diese Morde sind nicht allein ein Angriff auf Ihr Land. Vielmehr ist der radikale Islamismus längst zu einem europäischen Problem geworden, totalitär, gewaltbereit und eine Gefahr für unsere europäischen Werte. Ein Lehrer starb, weil er seinen Schülern vermitteln wollte, was es heißt, frei zu sein und in einem Land zu leben, das auf den Werten der französischen Revolution eine demokratische Ordnung aufgebaut hat und lebt. Zugleich wurde unser gemeinsames europäisches Fundament untergraben, das in der Tradition der Aufklärung die Bildung zu einem zentralen Anliegen macht. Vor der Gewalttat steht immer schon der Hass.

Wer Hass predigt oder dazu aufruft, muss endlich in die Schranken verwiesen werden. Es darf nicht sein, dass Lehrer um Leib und Leben fürchten müssen, weil Fanatiker Glaubens- und Meinungsfreiheit nicht ertragen und die Vermittlung von Bildung als Gefahr ansehen. Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Fundamente unserer freiheitlichen Gesellschaft nach und nach unterwandert werden.

Wir möchten mit Ihnen allen zusammenstehen, wenn es darum geht, die Demokratie zu verteidigen. Gerade in diesen Tagen fühlen wir uns mit Ihnen besonders eng verbunden. Die verschiedenen interessanten Ausstellungen aus Ihrer Stadt, die gerade in Nordhausen zu sehen sind, vermitteln das Gesicht des guten, freundlichen Frankreichs. Es ist gut, dass unsere Beziehungen so lebendig sind.

Die Freundschaft zwischen unseren beiden Städten kann ein Garant dafür sein, dass der europäische Gedanke des friedlichen Miteinanders in Einheit und Vielfalt unumstößlich bleibt.

In freundschaftlicher Verbundenheit

die Fraktionen im Nordhäuser Stadtrat

SPD Fraktion

CDU Fraktion

Fraktion DIE LINKE

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

FDP Fraktion
Autor: red

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Kommentare
Crimderöder
04.11.2020, 14:03 Uhr
Vielfältiger Stadtrat
Wollte die AfD-Fraktion den Brief nicht unterschreiben oder wurde er ihr gar nicht erst vorgelegt? Ich hatte bislang den Eindruck, dass die meisten Räte in der Kommunalpolitik die parteiideologischen Scheuklappen abgelegt hätten. Soviel zu demokratischen Gepflogenheiten, Anstand und der beschworenen Vielfältigkeit.
Christian Staifen
04.11.2020, 17:39 Uhr
Da sieht man es wieder
Nach dem Motto jeder Mensch ist gleich ,egal ob schwarz oder weiß oder welcher Gesinnung ,jeder hat Rechte!!
Außer man ist bei der AFD, da darf man in dieser Kindergartengruppe nicht mitspielen!
Das geht so von der Stadt bis hoch in den Bundestag!
So wie man damals im Rathaus alle Lichter ausgemacht hat als Herr Höcke gesprochen hat!
Einfach nur peinlich!!
Schemel
04.11.2020, 20:08 Uhr
Einfach nur unglaublich...
da geschieht ein Verbrechen welches von Intoleranz gegenüber Andersdenkenden geleitet wurde und die Antwort ist wiederum geprägt von Intoleranz und parteipolitischer Engstirnigkeit. Nicht einmal nach solch einer Schandtat kann man über seinen Schatten springen. Ganz große Klasse Nordhausen!!! Ihr schafft das...
VG D. Sakhrouf
Paul
04.11.2020, 20:25 Uhr
Solidarität???
Und wieso ist da die Unterschrift der AfD Fraktion nicht dabei? Zählt diese Partei nicht zu den Parteifraktionen?
Und da wird heuchlerisch von Demokratie und Gerechtigkeit "geredet"??? Schämen sollten sich die die da "Unterzeichnet" haben. nicht für das Mitgefühl mit den Opfern. Obwohl die hier in Deutschland bei Deutschen Opfern sehr zu wünschen übrig läßt. Da hört man weder von der Merkel mal ein Wort dazu noch von anderen entsprechenden Politikern.
Myro
05.11.2020, 16:01 Uhr
Unglaublich
aber wahr. Ich bin mir zu 100% sicher, dass man die AfD nicht involviert hat. Hier wird mal wieder ausgegrenzt, was das Zeug hält. Aber das kennt man ja schon. Das ist heuchlerisch, peinlich und sehr bezeichnend für die anderen selbstdarstellerischen Parteien!
Flitzpiepe
05.11.2020, 16:28 Uhr
Typisch nnz
Das steht keine Begründung, warum die AfD da nicht dabei steht!
Aber alle Kommentatoren glauben es zu wissen und lassen sich darüber aus.
Trüffelschokolade
05.11.2020, 20:09 Uhr
Beteiligung
Es wäre reichlich absurd, hätte die AfD hier mitunterschrieben. Das würde den ganzen Brief ja ab absurdum führen.

Eine Partei, die wie keine zweite im derzeitigen Parteiensystem für Hass, Gewalt und Intoleranz steht; wie sollte der Brief denn glaubwürdig sein, wenn die AfD mit drunter stünde?
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