Mo, 18:48 Uhr
24.08.2020
Stadt gibt grünes Licht für Bauprojekt:
Ärger über Neubau in Steigerthal
Im Zentrum von Steigerthal entsteht derzeit ein Wohnheim in altersgerechter Bauweise, das bereits jetzt für reichlich Gesprächsstoff im Ort sorgt und die Gemüter erhitzt. Die Zuversicht und Neugierde, die zu Beginn herrschte, scheint nun zunehmend Ärger und Enttäuschung zu weichen...
Grund dafür ist in erster Linie der Baulärm und die Sorge um das Ortsbild. Die Steigerthaler sehen ihre idyllische Wiese, auf der unlängst noch Pferde grasten, in der Wandlung zu einem riesigen Betonklotz, der garnicht ins Ortsbild passt.
Die Erschütterungen des Bodens, die durch die Baumaschinen entstehen, seien unerträglich genauso wie der Baulärm.Als das Bauvorhaben durch das Unternehmen im Ort vorgestellt wurde, sei in keiner Weise die Rede von einer solchen Bauweise gewesen, sagen die Anwohner. Ursprünglich sollten kleine Baueinheiten entstehen, die sich ins Ortsbild einfügen.
Anwohner Werner L. ist außer sich: Warum machen die das? Er ist sich sicher, dass der Baugrund nicht ausreichend tragfähig ist, um der Baulast des geplanten Gebäudes standzuhalten. Bei der derzeitigen Zusammensetzung könne es zu Komplikationen wie problematischen Setzungen oder Grundbrüchen kommen. Gerade im Karstgebiet sei das immer wieder ein wichtiges Thema. In einem ersten Schritt wurde Erde auf dem Grundstück aufgeschüttet und dann mehrere Tage lang festgewalzt. Darüber wird nun eine Schicht Frostschutzkies aufgebracht. Das Gelände gleicht nun einer Kiesgrube! sagt ein weiterer Anwohner.
Bernd M. bezeichnet die Baustelle als moderne Deponie. Grund hierfür ist die Vermutung, dass Erdaushub vom Nordhäuser Theater hierher verlagert wurde. In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass in diesem Bereich immer wieder Schutt aus dem zweiten Weltkrieg gefunden wurde und der Boden kontaminiert sein könnte -nicht auch aufgrund recycelter Baustoffe, die bituminöse Anteile enthielten und auch auf dem Grundstück verarbeitet wurden seien. Das Angleichen des Höhenniveaus für den Neubau stößt bei vielen Anwohnern auf Widerstand: Ich kann nicht mehr in meinen Garten. Die Erde ist bereits mehrere Meter hoch aufgeschüttet und ich schaue gegen einen Erdhaufen, ärgert sich eine weitere Anwohnerin.
Die Betreiberin der anliegenden Pension ist ebenfalls wütend: Mir wackeln die Gläser im Schrank. Ich habe Gäste und der ständige Baulärm ist einfach nur noch unerträglich!
Wer genehmigt sowas? Und ist das denn zulässig?
Die Pressestelle der Stadt Nordhausen antwortete auf Anfrage wie folgt: Aufgrund Ihrer Anfrage wurden die Unterlagen gesichtet und festgestellt, dass das vom Antragsteller eingereichte Vorhaben die Festsetzungen des Bebauungsplanes einhält und somit zulässig ist.
Der Bauherr selbst zeigt sich enttäuscht. Die Bebauung würde permanent in Frage gestellt. Sei aber von allen abgesegnet worden und alle Auflagen seien ebenfalls erfüllt. Anstatt die direkte Kommunikation zu suchen, beschwere man sich lieber. Das scheine normal zu sein, wenn man investieren und etwas machen will.
Cornelia Wilhelm
Autor: redGrund dafür ist in erster Linie der Baulärm und die Sorge um das Ortsbild. Die Steigerthaler sehen ihre idyllische Wiese, auf der unlängst noch Pferde grasten, in der Wandlung zu einem riesigen Betonklotz, der garnicht ins Ortsbild passt.
Die Erschütterungen des Bodens, die durch die Baumaschinen entstehen, seien unerträglich genauso wie der Baulärm.Als das Bauvorhaben durch das Unternehmen im Ort vorgestellt wurde, sei in keiner Weise die Rede von einer solchen Bauweise gewesen, sagen die Anwohner. Ursprünglich sollten kleine Baueinheiten entstehen, die sich ins Ortsbild einfügen.
Anwohner Werner L. ist außer sich: Warum machen die das? Er ist sich sicher, dass der Baugrund nicht ausreichend tragfähig ist, um der Baulast des geplanten Gebäudes standzuhalten. Bei der derzeitigen Zusammensetzung könne es zu Komplikationen wie problematischen Setzungen oder Grundbrüchen kommen. Gerade im Karstgebiet sei das immer wieder ein wichtiges Thema. In einem ersten Schritt wurde Erde auf dem Grundstück aufgeschüttet und dann mehrere Tage lang festgewalzt. Darüber wird nun eine Schicht Frostschutzkies aufgebracht. Das Gelände gleicht nun einer Kiesgrube! sagt ein weiterer Anwohner.
Bernd M. bezeichnet die Baustelle als moderne Deponie. Grund hierfür ist die Vermutung, dass Erdaushub vom Nordhäuser Theater hierher verlagert wurde. In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass in diesem Bereich immer wieder Schutt aus dem zweiten Weltkrieg gefunden wurde und der Boden kontaminiert sein könnte -nicht auch aufgrund recycelter Baustoffe, die bituminöse Anteile enthielten und auch auf dem Grundstück verarbeitet wurden seien. Das Angleichen des Höhenniveaus für den Neubau stößt bei vielen Anwohnern auf Widerstand: Ich kann nicht mehr in meinen Garten. Die Erde ist bereits mehrere Meter hoch aufgeschüttet und ich schaue gegen einen Erdhaufen, ärgert sich eine weitere Anwohnerin.
Die Betreiberin der anliegenden Pension ist ebenfalls wütend: Mir wackeln die Gläser im Schrank. Ich habe Gäste und der ständige Baulärm ist einfach nur noch unerträglich!
Wer genehmigt sowas? Und ist das denn zulässig?
Die Pressestelle der Stadt Nordhausen antwortete auf Anfrage wie folgt: Aufgrund Ihrer Anfrage wurden die Unterlagen gesichtet und festgestellt, dass das vom Antragsteller eingereichte Vorhaben die Festsetzungen des Bebauungsplanes einhält und somit zulässig ist.
Der Bauherr selbst zeigt sich enttäuscht. Die Bebauung würde permanent in Frage gestellt. Sei aber von allen abgesegnet worden und alle Auflagen seien ebenfalls erfüllt. Anstatt die direkte Kommunikation zu suchen, beschwere man sich lieber. Das scheine normal zu sein, wenn man investieren und etwas machen will.
Cornelia Wilhelm



