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Mi, 14:44 Uhr
05.08.2020
Eine unschöne und teure Unart grassiert auch in Nordhausen:

Grafitti – Millionenschäden durch Vandalismus

In Nordhausen traten in den vergangenen Wochen an unter-schiedlichen Plätzen im öffentlichen Raum Grafitti-Sprühereien auf. Letztens sorgte eine Hinterlassenschaft am Petersberg für Aufsehen. Ein Bürger, spricht mit nnz über seine Erfahrungen und schildert seine Ansicht zum Thema...

Grafitti Sprüher (Foto:  Moritz Bechert auf Pixabay ) Grafitti Sprüher (Foto: Moritz Bechert auf Pixabay )

„Wir reden hier nicht von legaler Streetart-Kunst, die mit Genehmigung stattfand, sondern von Sachbeschädigung, die ein immer größeres Ausmaß anzunehmen scheint. Ich war selbst betroffen. Ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand in den eigenen vier Wänden austobt und bin auch sonst kein aggressiver Mensch. Aber erwische ich nochmal einen von denen an meinem Eigentum, stelle ich ihn und er dürfte dann meine Spraykünste als Bodypainting begutachten.

Bei Grafitti-Sprühereien handelt es sich meiner Ansicht nach um eine Kategorie des Vandalismus, der ich auch zerstörte Scheiben an Bushaltestellen zuordne. Diese Stadt hat generell ein Problem mit Vandalismus, der an unterschiedlichen Stellen und auf unterschiedliche Art und Weise zu Tage tritt. Auf ein bestimmtes Gebiet abgrenzen kann ich ihn nicht, auch wenn er in Ballungszentren öfter zu Tage treten mag als ich kleineren Wohn-siedlungen.“

In den vergangenen Jahren gab es in zahlreichen deutschen Städten Versuche, der immer stärker werdenden Sachbeschädigung durch illegales Aufbringen von Sprühfarbe auf fremdes Eigentum mit speziellen „Graffiti-Konzepten“ entgegenzuwirken. Unterschiedliche Modelle kamen zum Einsatz. Beratungsstellen für Privateigentümer mit Kostenübernahme wurden geschaffen, Handwerksbetriebe boten als Dienstleistung an, gemeinsam mit den erwischten Sprayern auf Anfrage die Grafitti unentgeltlich zu beseitigen. Die Städte stellten Flächen zur Verfügung, die besprüht werden durften. Fehlanzeige – der Vandalismus wurde nicht ausgebremst.

Insider der Grafitti-Szene sagen, ein Grund liege darin, dass Täter das Risiko, erwischt zu werden, bewusst in Kauf nähmen, um sich einen Namen zu machen. Zitat eines writers (Sprayers): „Das „writing“ ist irgendwie in mir drin – ich muss es immer wieder machen. Wenn ich meine Freunde sehe, wie sie malen, dann muss ich mitziehen. Es ist eine Kreativität, die ich kann!“

Aus Studien geht hervor, dass etwa 80 Prozent der Täter zwischen 14 und 21 Jahre alt sind. Hierbei sei der Besitz von 50 bis 100 hochwertiger Lacke keine Seltenheit -die Beschaffungswege nicht selten kriminell. Hinzu kommt, dass die Sprayer oft wirtschaftlich nicht in der Lage sind, die von ihnen angerichteten Schäden zu begleichen. Nicht ohne gravierende Folgen für ihre Zukunft.

Die Bundespolizei spricht vage von jährlichen Schäden in Millionenhöhe. Dabei ist das Strafmaß hier gar nicht gering angesetzt. Viele Jugendliche seien sich über die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen ihres Tuns nicht im Klaren. Prävention hierzu sollte in Form einer Belehrung im Grunde genommen schon in den Schulen stattfinden.

Welche strafrechtlichen Konsequenzen drohen, ist nachzulesen auf der kriminalpräventiven Seite der Polizei der Länder und des Bundes: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/jugendkriminalitaet/illegale-graffiti/
Cornelia Wilhelm
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Kommentare

05.08.2020, 21.43 Uhr
Echter-Nordhaeuser | Millionenschäden durch Vandalismus
Es wird langsam Zeit das sich die Stadt Nordhausen mal lieber Gedanken machen sollte,nicht über ein Parkhaus auf dem Bebel Platz sondern über eine Kameraüberwachung in der Stadt. Datenschutz hin oder her die wissen sowieso alles über einen. Also Nordhausen mal Gedanken machen und Finger ziehen.

6   |  1     Login für Vote
06.08.2020, 08.39 Uhr
Flitzpiepe | Na prima
Jetzt wünscht man sich schon den Überwachungsstaat zurück...
Also eine Stasi 2.0 mit viel besseren technischen Möglichkeiten.
Als Nächstes kommt dann, dass jeder eine Waffe tragen sollte.

3   |  3     Login für Vote
06.08.2020, 09.30 Uhr
Echter-Nordhaeuser | Überwachungsstaat
Flitzpiepe, falls sie es noch nicht mitbekommen haben die wissen sowieso mehr über einen als man selber weiß. Dann fahren sie bestimmt auch nicht Bus und Bahn da sind zum Teil auch Kameras verbaut. Dadurch wurden schon viele Täter geschnappt. Wenn sie sich dann Überwacht fühlen naja dann würde ich mir mal Gedanken machen.

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06.08.2020, 11.20 Uhr
diskobolos | "Die wissen sowieso alles"
Stimmt leider, fragt sich nur, wen man mit "die" meint. Der Staat ist dabei das geringste Problem. Da gibt es wenigstens einen rechtlichen Rahmen.
Viel bedenklicher ist, das private Firmen Unmengen an Daten über jeden von uns sammeln und verwerten. Am Ende bestimmt dann "der Algorithmus" wer welches Jobangebot bekommt, welche Partei wir wählen, ob wir eine Versicherung abschließen können usw. Und die Datenkrake wird ständig und ganz freiwillig gefüttert. Manche stellen praktisch ALLES ins Netz.
Überwachung geht im Kleinen los: Wie viele Eltern tracken (in guter Absicht) ihre Kinder? Wir konnten noch selbst entscheiden, wo wir hingingen, ohne dass die Mutter gleich Bescheid wusste. So viel Freiheit hat ein Kind heute nicht mehr. Und ein Außendienstler konnte mal pinkeln gehen ohne dass der Chef das wusste. Schöne neue Welt.

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06.08.2020, 13.28 Uhr
Flitzpiepe | Dann zieht doch nach China
wenn ihr die umfassende Überwachung haben wollt, denn darauf läuft es hinaus.
Wie Dikobolos richtigerweise sagt, gehören im Moment die meisten personenbezogenen Daten den großen Privatfirmen und nicht dem Staat. Der hat das verschlafen bzw. die Gesetzesschranken sind für den Staat größer.
BTW: Gestern stand der Apple Maps Kamerawagen vor meiner Tür, um dann später den Ganoven die passenden noch freien Objekte zum Vandalismus zu zeigen...

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06.08.2020, 18.57 Uhr
tannhäuser | Flitzpiepe und Diskobolos...
...in China. Oder Nordkorea..

Da werden aber weder RTL2 oder VOX mitfliegen...

Solange es nicht die eigene Fassade ist...Und wenn doch...Vielleicht war es ja Banksy...

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