Eine unschöne und teure Unart grassiert auch in Nordhausen:
Grafitti – Millionenschäden durch Vandalismus
Mittwoch, 05. August 2020, 14:44 Uhr
In Nordhausen traten in den vergangenen Wochen an unter-schiedlichen Plätzen im öffentlichen Raum Grafitti-Sprühereien auf. Letztens sorgte eine Hinterlassenschaft am Petersberg für Aufsehen. Ein Bürger, spricht mit nnz über seine Erfahrungen und schildert seine Ansicht zum Thema...
Wir reden hier nicht von legaler Streetart-Kunst, die mit Genehmigung stattfand, sondern von Sachbeschädigung, die ein immer größeres Ausmaß anzunehmen scheint. Ich war selbst betroffen. Ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand in den eigenen vier Wänden austobt und bin auch sonst kein aggressiver Mensch. Aber erwische ich nochmal einen von denen an meinem Eigentum, stelle ich ihn und er dürfte dann meine Spraykünste als Bodypainting begutachten.
Bei Grafitti-Sprühereien handelt es sich meiner Ansicht nach um eine Kategorie des Vandalismus, der ich auch zerstörte Scheiben an Bushaltestellen zuordne. Diese Stadt hat generell ein Problem mit Vandalismus, der an unterschiedlichen Stellen und auf unterschiedliche Art und Weise zu Tage tritt. Auf ein bestimmtes Gebiet abgrenzen kann ich ihn nicht, auch wenn er in Ballungszentren öfter zu Tage treten mag als ich kleineren Wohn-siedlungen.
In den vergangenen Jahren gab es in zahlreichen deutschen Städten Versuche, der immer stärker werdenden Sachbeschädigung durch illegales Aufbringen von Sprühfarbe auf fremdes Eigentum mit speziellen Graffiti-Konzepten entgegenzuwirken. Unterschiedliche Modelle kamen zum Einsatz. Beratungsstellen für Privateigentümer mit Kostenübernahme wurden geschaffen, Handwerksbetriebe boten als Dienstleistung an, gemeinsam mit den erwischten Sprayern auf Anfrage die Grafitti unentgeltlich zu beseitigen. Die Städte stellten Flächen zur Verfügung, die besprüht werden durften. Fehlanzeige – der Vandalismus wurde nicht ausgebremst.
Insider der Grafitti-Szene sagen, ein Grund liege darin, dass Täter das Risiko, erwischt zu werden, bewusst in Kauf nähmen, um sich einen Namen zu machen. Zitat eines writers (Sprayers): Das writing ist irgendwie in mir drin – ich muss es immer wieder machen. Wenn ich meine Freunde sehe, wie sie malen, dann muss ich mitziehen. Es ist eine Kreativität, die ich kann!
Aus Studien geht hervor, dass etwa 80 Prozent der Täter zwischen 14 und 21 Jahre alt sind. Hierbei sei der Besitz von 50 bis 100 hochwertiger Lacke keine Seltenheit -die Beschaffungswege nicht selten kriminell. Hinzu kommt, dass die Sprayer oft wirtschaftlich nicht in der Lage sind, die von ihnen angerichteten Schäden zu begleichen. Nicht ohne gravierende Folgen für ihre Zukunft.
Die Bundespolizei spricht vage von jährlichen Schäden in Millionenhöhe. Dabei ist das Strafmaß hier gar nicht gering angesetzt. Viele Jugendliche seien sich über die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen ihres Tuns nicht im Klaren. Prävention hierzu sollte in Form einer Belehrung im Grunde genommen schon in den Schulen stattfinden.
Welche strafrechtlichen Konsequenzen drohen, ist nachzulesen auf der kriminalpräventiven Seite der Polizei der Länder und des Bundes: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/jugendkriminalitaet/illegale-graffiti/
Cornelia Wilhelm
Autor: redWir reden hier nicht von legaler Streetart-Kunst, die mit Genehmigung stattfand, sondern von Sachbeschädigung, die ein immer größeres Ausmaß anzunehmen scheint. Ich war selbst betroffen. Ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand in den eigenen vier Wänden austobt und bin auch sonst kein aggressiver Mensch. Aber erwische ich nochmal einen von denen an meinem Eigentum, stelle ich ihn und er dürfte dann meine Spraykünste als Bodypainting begutachten.
Bei Grafitti-Sprühereien handelt es sich meiner Ansicht nach um eine Kategorie des Vandalismus, der ich auch zerstörte Scheiben an Bushaltestellen zuordne. Diese Stadt hat generell ein Problem mit Vandalismus, der an unterschiedlichen Stellen und auf unterschiedliche Art und Weise zu Tage tritt. Auf ein bestimmtes Gebiet abgrenzen kann ich ihn nicht, auch wenn er in Ballungszentren öfter zu Tage treten mag als ich kleineren Wohn-siedlungen.
In den vergangenen Jahren gab es in zahlreichen deutschen Städten Versuche, der immer stärker werdenden Sachbeschädigung durch illegales Aufbringen von Sprühfarbe auf fremdes Eigentum mit speziellen Graffiti-Konzepten entgegenzuwirken. Unterschiedliche Modelle kamen zum Einsatz. Beratungsstellen für Privateigentümer mit Kostenübernahme wurden geschaffen, Handwerksbetriebe boten als Dienstleistung an, gemeinsam mit den erwischten Sprayern auf Anfrage die Grafitti unentgeltlich zu beseitigen. Die Städte stellten Flächen zur Verfügung, die besprüht werden durften. Fehlanzeige – der Vandalismus wurde nicht ausgebremst.
Insider der Grafitti-Szene sagen, ein Grund liege darin, dass Täter das Risiko, erwischt zu werden, bewusst in Kauf nähmen, um sich einen Namen zu machen. Zitat eines writers (Sprayers): Das writing ist irgendwie in mir drin – ich muss es immer wieder machen. Wenn ich meine Freunde sehe, wie sie malen, dann muss ich mitziehen. Es ist eine Kreativität, die ich kann!
Aus Studien geht hervor, dass etwa 80 Prozent der Täter zwischen 14 und 21 Jahre alt sind. Hierbei sei der Besitz von 50 bis 100 hochwertiger Lacke keine Seltenheit -die Beschaffungswege nicht selten kriminell. Hinzu kommt, dass die Sprayer oft wirtschaftlich nicht in der Lage sind, die von ihnen angerichteten Schäden zu begleichen. Nicht ohne gravierende Folgen für ihre Zukunft.
Die Bundespolizei spricht vage von jährlichen Schäden in Millionenhöhe. Dabei ist das Strafmaß hier gar nicht gering angesetzt. Viele Jugendliche seien sich über die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen ihres Tuns nicht im Klaren. Prävention hierzu sollte in Form einer Belehrung im Grunde genommen schon in den Schulen stattfinden.
Welche strafrechtlichen Konsequenzen drohen, ist nachzulesen auf der kriminalpräventiven Seite der Polizei der Länder und des Bundes: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/jugendkriminalitaet/illegale-graffiti/
Cornelia Wilhelm
