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Do, 12:43 Uhr
11.06.2020
tlv zur Öffnung der Grundschulen:

"Lehrer wollen arbeiten - aber nicht so"

Im Rahmen einer Video-Medienkonferenz hat sich der Landesvorsitzende des tlv thüringer lehrerverband Rolf Busch heute Vormittag erneut für den Gesundheitsschutz der Lehrer und Erzieher im Freistaat stark gemacht...


„Ich bleibe dabei: Die vollständige Öffnung der Grundschulen am 15. Juni gleicht einem großflächigen Feldversuch, bei dem die Landesregierung es billigend in Kauf nimmt, dass sich Kolleginnen und Kollegen mit Covid-19 infizieren.“

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Zudem kritisierte der tlv-Landesvorsitzende die Informationspolitik des Kultusministeriums: „Die Schulen haben – Stand heute früh 9:30 Uhr – bisher noch keine Durchführungsbestimmungen zu dem erhalten, was sie ab Montag umsetzen müssen. Es soll wohl inzwischen einen aktualisierten Hygieneplan geben, der uns jedoch noch nicht vorliegt.“

Sorgen und Mehrbelastung
Anhand zweier aktueller Umfragen stellte Busch die derzeitige Lage aus Sicht der Lehrer und Erzieher dar. Laut einer repräsentativen Lehrerbefragung, die das Forsa-Institut im Auftrag des Verband Bildung und Erziehung (VBE) im Mai durchgeführt hat, schätzen angesichts der schrittweisen Schulöffnung 61 Prozent der Lehrpersonen ihre aktuelle Arbeitsbelastung im Vergleich zu der Zeit vor den Schulschließungen als deutlich oder etwas höher ein. Besonders schlagen dabei der erhöhte organisatorische Aufwand, die parallele Betreuung von Lerngruppen zu Hause und vor Ort sowie der hohe Kommunikationsbedarf auch zu Zeiten außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit zu Buche. „Es ist also keineswegs so, dass die Lehrer diese Zeit genossen haben“, so das Resümee des tlv-Landesvorsitzenden. „Die meisten wünschen sich ihr altes Berufsleben zurück!“

Eine weitere, nicht-repräsentative Umfrage, die der tlv Ende Mai unter seinen Mitgliedern durchführte, zeigte zudem die Sorgen der Lehrer und Erzieher auf. Hierbei mussten die Befragten sich für nur eine Antwortmöglichkeit entscheiden. „Insgesamt steht mit 30 Prozent die Angst davor, dass Familienangehörige erkranken, an erster Stelle. Bei den sogenannten Risikogruppen ist erwartungsgemäß die Sorge vor der eigenen Ansteckung am größten, diese wählten 37 Prozent.“ Auf dem zweiten Platz stehe jedoch auch hier schon die Angst vor der beruflichen Überlastung aufgrund der Corona-Pandemie. „Es ist erschütternd, dass fast jede vierte der von uns befragten Risikopersonen mehr Angst vor der beruflichen Überlastung als vor dem Virus hat.“

„Hygiene und Entlastungen!“
Um das persönliche Belastungsempfinden im Hinblick auf die Pandemie dauerhaft zu senken, so Busch, sei aus Sicht der Lehrer und Erzieher die konsequente Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsstandards am Arbeitsplatz Schule notwendig. „Allerdings zeigt die Forsa-Umfrage, dass weniger als 60 Prozent der Grundschulen ausreichend mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ausgestattet sind. Und nur gut ein Drittel der Grundschulen geben an, dass im Zuge der schrittweisen Öffnungen der Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen Lehrern und Schülern gewahrt werden kann.“

Für die weiterführenden Schulen, die vorerst das sogenannte Wechselmodell beibehalten, seien laut der Forsa-Befragung hingegen Maßnahmen zur Entlastung der Lehrpersonen nötig. „An den Gymnasien wünschen sich 57 Prozent der Kollegen, nicht gleichzeitig für Lerngruppen zu Hause und in der Schule zuständig zu sein. Und in den Haupt-, Real- und Gesamtschulen geben 59 Prozent an, dass die Schüler dringend mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden müssen, damit eine Entlastung spürbar wird.“

Fazit: „Die Lehrer wollen arbeiten“
Die Öffnung der Grundschulen zum 15. Juni, so Busch, sei letztendlich ein Schritt in die Richtung, die auch der tlv anstrebe. „Wir wollen eine verlässliche Schule, die wieder feste Strukturen schafft und der enormen Mehrbelastung der Lehrer ein Ende macht. Die Lehrer wollen arbeiten – aber eben nicht so. Wir brauchen zuverlässige Schutzkonzepte. Diese sind aus unserer Sicht bisher nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Der Schutz aller Beteiligten muss nach wie vor an allererster Stelle stehen.“
Autor: psg

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Kommentare
wissender
11.06.2020, 13:31 Uhr
Wenn Lehrer klagen
da durchziehen mich immer ganz wunderliche Gefühle. Die Berufsgruppe mit der kürzesten Wochenarbeitszeit den längsten Ferien und den meisten freien Tagen bei äußerst guter Bezahlung stellt nun fest dass es auch mal wie in der freien Wirtschaft zu zusätzlichen Stunden und Mehrarbeit kommen kann? Uns schon stehen sie auf der Matte und klagen!
Suse123
11.06.2020, 14:08 Uhr
Die armen Lehrer
...tun mir ja soooo leid.
Es wird ja so getan als wenn die Kinder das Übel von allem wären und die grösste Gefahr sind sich anzustecken.
Hat denn jemand danach gefragt, ob das medizinische Personal in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arzt und Zahnarztpraxen auch Angst hat sich anzustecken und vielleicht Familienangehörige ansteckt? Ich glaube nicht!!! Und die gehen auch täglich ihrer Arbeit nach und das mit höherem Risiko als die Lehrer.
Es denkt keiner an unsere Kinder, aber Hauptsache die Lehrer werden in Watte gepackt.
Unfassbar...
ATV 62
11.06.2020, 14:38 Uhr
Jaja
Ja die lieben Pädagogen waren schon immer eine ganz besondere Spezies. Nicht alle aber viele
Trüffelschokolade
11.06.2020, 14:53 Uhr
Ignoranz
Ich finde die in den Kommentare geäußerte Ignoranz Lehrkräften gegenüber bedauerlich.

Dass Lehrkräfte, genauso wie alle anderen Berufe, ein Recht auf sicherer Arbeitsplätze haben, sollte allen klar sein. Es wird einiges getan um medizinischem Personal zu helfen sicher zu sein (wobei immer noch mehr geht). Auch Lehrkräfte haben das Recht auf Sicherheit am Arbeitsplatz.

Gleichzeitig dieses ständige Klischee der faulen Lehrkräfte. Die Lehrkräfte in meinem Umfeld haben sich mächtig ins Zeug gelegt in den letzten Wochen, trotz widriger Umstände. Da war nix mit faul sein. Auch sonst sind es engagierte Lehrkräfte, die zum Teil auch deutlich mehr arbeiten als einige andere Leute, die ich kenne.

Wer dieses Bild der faulen Lehrkräfte beständig reproduziert hat, so scheint mir, kaum eine Ahnung von den Anstrengungen des Schulunterrichts und der Schulverwaltung.
Paulinchen
11.06.2020, 15:38 Uhr
Es ist schon bemerkenswert,...
... was den Lehrern heute alles abverlangt wird. Was sagte doch die Integrationsbeauftragte Gülan (NRW) bei Lanz? Es ist doch nicht in Ordnung, dass die Kinder, deren Eltern einen Migrationshintergund haben, in der Schule nicht mehr mitkommen. Es fehlt ihnen an der Technik für den digitalen Alltag und das schulische Grundwissen im Elternhaus.
Sollen das vielleicht noch die Lehrer ausgleichen? Auch erwartet manches Elternhaus auch noch eine Portion von Erziehung der Kinder in der Schule. Es wäre sicher an der Zeit, den Eltern mal den Bildungsauftrag der Schule detailliert zu erklären. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob jedes Elternhaus tatsächlich erkennt, dass es auch Eigeninitiative braucht, damit der Sprössling etwas für das wahre Leben lernt. Vielleicht fängt es ja auch schon in der Kita an.....
sima
11.06.2020, 15:48 Uhr
Das Lehrergejammer ödet einen an.
Das unsere Kinder seit drei Monaten keinen Unterricht mehr haben ist offenbar Nebensache. In den meisten Fächern wurden erst Wochen später, wenn überhaupt, Aufgaben verteilt. Sofern sie eingesammelt werden, gibt es meist keine Auswertung von den meisten Lehrern. Von digitalen interagieren zwischen Lehrkörper und Schüler kann schon gar keine Rede sein. Auch nachdem nun die Schule seit zwei Wochen für viele Kinder an zwei Tagen wieder läuft, werden nicht mal Ansatzsweise die Hauptfächer, wie Mathe durch Fachpersonal betreut. Da wird dann partielle Vertretung durch Lehrer anderer Fächer gegeben, die auch nur wieder Arbeitsblätter mit neuen Aufgaben für den Heimbetrieb austeilen, während sich der Fachlehrer Zuhause vor möglicher Ansteckung schützt. Der ganze Unterricht der bislang wieder in den Schulen läuft ist doch nur Makulatur, um zu sagen, es geht wieder vorwärts. Der Bildungsauftrag wird, wie in den Monaten zuvor, an die Eltern delegiert. An anderer Stelle wird Sportuntericht gegeben, der eigentlich ausfallen sollte, um wichtigere Fächer zu unterrichten. Ich zitiere: "Ihr dürft aber dabei nicht schwitzen, da ihr euch in den geschlossenen Räumen nicht umziehen dürft." Die Schüler laufen danach in den "nicht durchgeschwitzten" Sportsachen den Rest des Unterrichtstages herum.
Ich höre jetzt auf, sonst bekomme ich das K...
PS: Übrigens sind das Beispiele aus einer höheren Nordhäuser Lehranstalt.
geloescht.20250302
11.06.2020, 16:19 Uhr
Bloß nicht, Paulinchen!
Manche Lehrer, die Schülern mit Erziehungsdefiziten helfen wollten, bekamen Besuch von den Eltern und wurden dann von ihren Vorgesetzten fallengelassen.

Es sollte doch wohl um Wissenvermittlung gehen und nicht darum, sich hauptberuflich als 3. Elternteil betätigen zu müssen.

In Berlin dürften sich die Lehrer jetzt wegen des Antidiskriminierungsgesetzes noch weiter zurücknehmen. Und wenn man für seine Bemühungen statt Anerkennung noch Ärger oder Häme bekommt, würde ich mir auch überlegen, nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen.

Bei Klassengrössen von 26 Schülern mit 5 verschiedenen Muttersprachen kann ich mir auch nicht mehr vorstellen, das einzelne Individuum als begabt oder förderschulbedürftig einzuschätzen.

Aber auch dieser Fisch stinkt von den Bildungsministerien oder Regierungen/Senaten her.
Suse123
11.06.2020, 17:27 Uhr
Die armen Lehrer
Ich bin mir sicher, dass unter den vielen Lehrern tatsächlich welche dabei sind, die motiviert sind und sich für ihre Schüler ins Zeug legen. Nur leider gibt es davon zu wenige. Aber wenn ich von meinem Kind höre, dass es nach so langer Unterrichtspause in der Schule sitzt, kein Unterricht hat sondern den ganzen Tag malen soll...da kann mir schön leicht der Kragen platzen.

Sicher haben auch die Lehrer ein Recht auf Arbeitsschutz sowie alle Arbeitnehmer.
Nur da kann niemand zu Hause bleiben nur weil er Risikopatient ist. Nein die müssen trotzdem arbeiten gehen sonst gibt's nämlich kein Geld. Dieses Privileg haben nur die Lehrer bei vollen Bezügen. Wenn Sie zu Hause bleiben wollen, dann müsste es genauso Kurzarbeiter Geld geben wie für normale Arbeitnehmer und dann würde auch der ein oder andere Lehrer überlegen zu Hause zu bleiben.
Psychoanalytiker
11.06.2020, 20:52 Uhr
Ja, Suse 123 ...
... das "Problem" ist, dass ein Großteil der Lehrer in einem Alter ist, der in "Sachen Corona" eben zum Risikobereich zählt.

Wenn sich diese Lehrer einig wären und bundesweit das durchsetzten, was ihrer Gesundheit partout nicht schadet, was aber dem Wollen diverser Ministerpräsidenten völlig entgegen steht, sähe es sehr "mau" in Deutschland aus. Dann ginge es "mit Schule" nämlich überhaupt nicht mehr. Und mangels genügend junger Lehrer brauchten diese Lehrer überhaupt nicht nachdenken, das wäre ein "Selbstläufer". Die Anzahl der Lehrer war schon vor Corona viel zu gering, das Schulsystem würde mit noch weniger Lehrern einfach zusammenbrechen. So gesehen sind die älteren Lehrer doch in einer sehr angenehmen Ausgangssituation ...
NKB79
11.06.2020, 22:31 Uhr
Unverständnis
Ich kann das Gejammer der Lehrer auch nicht mehr hören. Ich sehe kein höheres Risiko der Ansteckung als bei all den Menschen die im Handel tätig sind und überwiegend nichtmal der Mindestabstand eingehalten werden kann. Weshalb kann ein Lehrer während der Ausübung seiner Tätigkeit keinen Mund-Nasen-Schutz tragen und durch ein Plexiglas abgetrennt zu den Schülern „geschützt“ sein? Ich höre andauernd „Zumutung“, „Versuchskarnickel“ und das wohl die gesamte Lehrerschaft der Hochrisikogruppe angehören. Als wäre die Lehrerschaft die einzig Betroffene Berufsgruppe. Ich finde es einen Hohn gegenüber allen anderen, die nicht nur ihren gesamten Jahresurlaub und fast die Hälfte ihres Einkommens seit März oder gar in Gänze ihren Job einbüßen mussten/müssen. Mit vollen Bezügen so ungeniert zu jammern, macht mich richtig wütend. Aus eigener Erfahrung kann ich leider auch nicht davon berichten, dass Schulaufgaben kontrolliert wurden oder werden...dass der wenige Unterricht tatsächlich mit Lehrstoff gefüllt wird. Es treibt einen auf die Palme. Nachdem zig Schulen im In- und Ausland vorgemacht haben, wie ein machbarer Schultag aussehen kann, wartet man in Thüringen auf ein fertig vorgelegtes Konzept als hätte man die letzten Wochen verschlafen. Da kann man den Lehrern ja nur erholsame Ferien wünschen...während die, die sowieso schon die ganze Zeit arbeiten und sich dem Infektionsrisiko aussetzen arbeiten und wieder nicht wissen, wie man die Betreuung abdeckt...Urlaubstage hat man ja keine mehr.
Heinrich IV
12.06.2020, 11:02 Uhr
...
... die Lehrer vor Ort leisten gute Arbeit, letzten Endes können sie auch nur mit dem Material arbeiten, welches ihnen zur Verfügung gestellt wird, oder die Menschen, die ihnen anvertraut werden so gut wie möglich bilden. Die Behörden und Ministerien sind die hemmenden Kräfte. Selbst einfachste Lösungen werden nicht umgesetzt. z.B. das zu jedem Fachbuch ein digitaler Download oder des Buch als CD mit erworben werden kann, um der Körperverletzung der Kinder durch zu schwere Schulranzen Einhalt zu gebieten ( 14kg bei unserem Kind gewogen). Im Bereichen der Berufsausbildung sind Fachbücher auf digitalen Datenträgern schon seit zehn Jahren und länger möglich. Da fragt man sich ernsthaft, wer dort schon seit langer Zeit was verhindert und warum...?
Und ja, der Lehrer hat auch erziehend zu wirken. Das ist Teil der Pädagogik. Natürlich sind die Möglichkeiten begrenzt. Und die Verantwortung liegt bei den Eltern. Aber wenn man sich einige vorherige Kommentare durchließt, müssten diese (die Eltern) selbst erst einmal an ihrer voreingenommenen Grundeinstellung arbeiten und diese verbessern. Nur so können alle Partner zielführend zusammenarbeiten und die Gesamtlage in den Schulen für UNSERE KINDER verbessern.
... Überall, wo der Arbeitsplatz den Umgang mit Menschen beinhaltet, ist das Risiko einer Ansteckung ,mit was auch immer, größer, als auf einer Baustelle oder bei Wago am Automaten. So ist der Job.
Haltet den Selbstschutz in Form von der richtigen Hygiene aufrecht und wirkt in eurem direkten Umfeld dementsprechend, so hat man alles Menschenmögliche getan. Mehr geht nicht ....
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