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Mo, 11:51 Uhr
20.04.2020
nnz-Forum

Der (fehlende) Schrei-mitten im Lockdown 2020 von Nordhausen

Per Helikopter und unter großem Medienecho wurden erkrankte Franzosen mit Lungenkrankheit COVID-19 nach Nordhausen gebracht und werden in der Lungenklinik Neustadt behandelt. Die Direktorin Frau Müller berichtete in den Medien von Anfeindungen deswegen und sucht sich zu verteidigen. Ein Aufschrei der Zivilgesellschaft gegen solche Anfeindungen ist (noch) nicht da, wäre aber geboten auch weil,

Ja, weil Nordhausen mit dem KZ Mittelbau-Lager Dora einst als „Franzosenfriedhof" berüchtigt war. So in die europäische Geschichte eingegangen ist. Jetzt, mitten im Corona-Lockdown beklagt Klinikdirektorin Müller öffentlich, dass wegen der Aufnahme von ganz wenigen französischen Covid-19 Patienten in die Lungenklinik Neustadt offene Anfeindungen deswegen oder besser gesagt, dagegen, erhoben wurden. Nun, „Der Schrei“ ist eine berühmte Kunstwerkgruppe des norwegischen Malers Edvard Munch. Kunst ist mitunter mit Metaphern unterlegt, nicht strukturiert oder geplant. Selbst eine Corona-Virus Struktur ist längst wissenschaftlich aufgeklärt, zumindest solange, bis es mutiert.

Heute wissen wir, das Kunstwerk soll die Reaktion auf einen Schrei inszenieren. Nicht einen Schrei oder einen Aufschrei. Einen Aufschrei der Zivilgesellschaft ist hier in Nordhausen noch immer geboten. Der blieb bis auf wenige Reaktionen dagegen, von politischer Seite abgesehen, aus. Es mag sein, derzeit haben viele Menschen andere Sorgen. Deshalb sollte es einen Aufruf geben. Gegen diese Anfeindungen. Pro Europäischer Solidarität und für die Beziehungen zu Frankreich! Pro: Deutsch-Französische Freundschaft!

Es muss auch nicht immer ein Aufschrei sein. Aber! Eine Reaktion gegen diese Anfeindungen ist für Nordhausen doch hoffentlich noch nicht vom Tisch, oder? Den Patienten in Neustadt, jedem von uns, bleiben oder werden Sie gesund. Amici: Vive l'amitié franco-allemande!
Tim Schäfer
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
jens81
20.04.2020, 12:51 Uhr
KZ..
Was hat denn bitte das KZ damit zu tun?
Der Krieg ist lange vorbei, warum sollte es einen Aufschrei geben? Immer die selbe Leier.... Die Patienten Kosten unser aller Kassenbeiträge. Das sollte glaube ich den Aufschrei auslösen.
D. D.
20.04.2020, 13:25 Uhr
... immer die selbe Schiene
Krieg hin oder her.

Wenn jemand Hilfe braucht und man ist in der Lage zu helfen, sollte man dies auch tun und nicht weil die Geschichte "Dora einst als „Franzosenfriedhof"" bezeichnet hat.
Es ist schon traurig genug, dass es Anfeindungen gab.
Die Kosten haben die Franzosen selbst gezahlt.
Jenschzas63
20.04.2020, 13:32 Uhr
Selbstverständlichkeit
Das man zu Zeiten einer Katastrophe Kranke und Schwache aufnimmt und versorgt, ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit, u/o sollte es zumindestens sein.
An "Alle" die da dagegen sind, überlegt Euch mal gegen "was" ihr kämpft!
Harung
20.04.2020, 14:07 Uhr
Hilfe in der Not
Man sollte diese Sachen nicht immer so politisch aufladen. Lichterketten, „Zivilcourage“ etc. pp. hatten wir in der Vergangenheit schon genug. Sind immer die gleichen „bewegten“ Bürger...
Hier geht es um eine Notsituation und da sollten wir unseren französischen Nachbarn und Freunden helfen. Das sollte selbstverständlich sein. Geschrei hilft nicht.
Ein relativ gleichmäßig verteilter moderater Wohlstand sowie ein gutes ideologiefreies Bildungssystem können die Garanten für Frieden sein - wir sind aber von beiden weit entfernt…
So sieht es leider aus. Da helfen keine Lichterketten…
sima
20.04.2020, 20:55 Uhr
Meine volle Zustimmung zu Harung,
furchtbar dieses ideologiegetriebene Geblöcke ala DDR-Staatsbürgerkundeuntericht.
Kritiker86
21.04.2020, 07:17 Uhr
Zuerst war...
Ich auch dagegen Patienten aus Nachbarländern aufzunehmen, nur aus den Grund weil ich Angst hatte das sich das Virus jetzt bedeutend schneller verbreitet als vorher. Da aber viele Menschen aus Italien und Frankreich daran gestorben sind...habe ich meine Meinung geändert. Aus der Perspektive der Patienten wo es um Leben und Tod geht war dies der richtige Schritt gewesen auch wenn manche schon wieder über das Geld hier spotten was momentan in der Coronazeit völlig irrelevant ist.
rosie
21.04.2020, 09:34 Uhr
Ich freue mich,
dass es den Patienten aus Frankreich sehr viel besser geht und sie demnächst entlassen werden können.
Stolz bin ich darauf, dass das Neustäder Ärzteteam helfen konnte. Vielen Dank dafür!
Querulant
22.04.2020, 17:27 Uhr
Hilfe für die erkrankten französischen Menschen
Ich finde es immer noch vollkommen in Ordnung das diesen Menschen geholfen wird/wurde , ABER den Zusammenhang mit der düstersten Zeit des vorherigen Jahrhunderts kann ich beim besten Willen nicht verstehen . Ich wünsche gute Genesung für die französischen Menschen .
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