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Mi, 10:47 Uhr
08.04.2020
Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein

Wir feiern Geschichte!

Dass Nordhäuser Stadt- und Kreisgeschichte damals wie heute wissenswert und erforschenswert ist, zeigt das aktive Wirken um jene Geschichte des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins. In diesem Jahr steht der Verein mit seiner Geschichte im Mittelpunkt, denn er kann auf eine 150 Jahre alte Vereinsgeschichte und Tradition zurückblicken...

Homepage (Foto: Geschichte- u. Altertumsverein) Homepage (Foto: Geschichte- u. Altertumsverein)
Abb.: Ausschnitt aus der neuen Internetseite www.ngav.de des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins

Erstmals wurde der Geschichtsverein 1870 gegründet und über 150 Jahre prägten namhafte Heimatforscher wie Hermann Heineck und Karl Meyer, Dr. Hans Silberborth oder auch Dr. August Stolberg diesen Verein und dessen Wirken. Zwar nicht in Form eines Vereins doch durch die Initiative von in der DDR lebenden Geschichtsfreunden und der 1967 gebildeten Fachgruppe „Heimatgeschichte/Ortschronik“ im Kulturbund wurden geschichtliche Themen weiter erforscht.

Dass die Erkenntnisse in die Öffentlichkeit getragen werden mussten, gab dem damaligen Vorsitzenden der „Ständigen Kommission geistig kulturellen Lebens im Kreis Nordhausen“, Paul Lauerwald, die Motivation zusammen mit Dr. Peter Kuhlbrodt, dem Rat der Stadt - Meyenburg-Museum in Zusammenarbeit mit dem Kulturbund der DDR, Kreiskommission Natur und Heimat Nordhausen 1977 die Schriftenreihe „Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen“ ins Leben zu rufen. Selbst ist Paul Lauerwald seit 1990/91 Mitglied des Vorstandes des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins e. V. Der Verein wurde von heimatgeschichtlichen Personen aus Stadt und Landkreis am 14. Mai 1991 im Vereinshaus „Thomas Mann“ wieder gegründet.

Zum Vorsitzenden wurde Dr. Peter Kuhlbrodt gewählt und seitdem 14. Februar 1995 vom derzeitigen
Vorsitzenden Hans-Jürgen Grönke geführt. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Stadt und des Landkreises Nordhausen und seiner Orte zu erforschen, zu dokumentieren und einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen, unter anderem in Vorträgen, Wanderungen und Exkursionen. In den monatlichen Zusammenkünften, jeweils am 2. Dienstag des Monats um 19:30 Uhr im Vereinshaus „Thomas Mann“ oder im Museum „Tabakspeicher“, werden die unterschiedlichsten Themengebiete behandelt.
Das 150-jährige Jubiläum gibt auch Anlass für Erneuerungen. Damit ist die Hoffnung verbunden, den Verein für die Zukunft zu stärken, damit weiterhin geschichtliche Themen einen Platz und eine feste Präsenz in der städtischen und überregionalen Gesellschaft haben.

Wie einige Leserinnen und Leser des aktuell erschienenen 44. Bandes „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen“ (BGNDH) bereits festgestellt haben, wurde hier eine äußerliche Veränderung des Buchcovers vorgenommen, das nach Aussagen von Buchhändlern und Käufern positiv ankam. Oft sind die interessierten Leserinnen und Leser in die Buchhandlung gekommen und haben zunächst die „Gelbe Reihe“ gesucht, in der Gewohnheit, dass der Bucheinband ganz in Gelb gehalten sei. Die Überraschung war groß und zugleich gelungen. Das Buch verkaufte sich bis jetzt sehr gut. Der Sammelband wird gemeinsam mit dem Stadtarchiv herausgegeben und erscheint seit 1977 jährlich. Das Jubiläum gibt auch Anlass zum Schreiben und Publizieren über die Vereinsgeschichte. Der Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Grönke wird einen lesenswerten Beitrag im nächsten Band 45 der „Gelben Reihe“ im Dezember 2020 dazu herausgeben.

Die erfolgreich abgeschlossene Kooperation zwischen der Stadt Nordhausen und dem Verein war ein lang vorbereiteter und wichtiger Schritt, um die Publikation der „Gelben Reihe“ weiterhin zu ermöglichen und textuelle geschichtliche Forschungsergebnisse lesbar zu sichern. Auch die zum Schreiben von Beiträgen willkommenen Autorinnen und Autoren werden mit Hilfe von Richtlinien für das Anfertigen des Textes und mit einem Autorenvertrag unterstützt. Die Richtlinien sollen u. a. die Qualität des Textes stärken, das gestalterische Bild vereinheitlichen und den Druck verbessern, um den Band auch für neue Leserinnen und Leser interessanter zu machen. In diesem Zuge ist ein Wort des Dankes angebracht: Der Verein möchte dem Verlag Neukirchner und jenem von Steffen Iffland für seine jahrelange Arbeit zur Herausgabe des Sammelbandes und der Faltblätter recht herzlich danken.

Geschichte und Verein brauchen auch einen neuen Auftritt, Generationenwandel und neues Publikum brauchen eine neue Ansprache Mit dieser Feststellung ging der Vereinsvorstand an die konzeptionelle kreative Arbeit und entwickelte eine neue Internetseite, um im digitalen Zeitalter breiter gesehen zu werden und noch wirksamer traditionelle als auch neue Angebote vorzustellen. Für die langjährige Internetarbeit gilt ein tiefer Dank dem Vereinsmitglied und Geschichtsfreund Eberhardt Nacke.

Die neue Internetseite www.ngav.de ist seit April 2020 aktiv und lädt zum Stöbern ein. Gestalterisch ist sie in den Farben von Nordhausen gehalten und bildet eine Einheit mit Flyer und Sammelband des Vereins. Auf einen Blick findet man die Geschichte des Vereins, sein Anliegen und Kontaktmöglichkeiten, aktuelle Informationen und eine Übersicht der Veranstaltungen. Neue Angebote wie „Autoren gesucht“ und „GESCHICHTE: DEBATTIERT!“ sind auch dabei.
Das 1000-jährige Reichsstadtjubiläum Nordhausens nimmt der Verein zum Anlass und macht die Reichsstadtgeschichte zum Thema vom neuen Angebot „GESCHICHTE: DEBATTIERT!“. Es ist ein Preisausschreiben für junge Geschichtsfreunde, die sich im Schreiben über die Zeit der Reichsstadt einmal gedanklich und schreibkreativ vertiefen wollen. Genaueres dazu wird bald bekannt gegeben. Eines dazu sei schon geschrieben: Mitmachen lohnt sich bzw. wird belohnt!
Dr. Marie-Luis Zahradnik
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