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Di, 11:09 Uhr
31.03.2020
Arbeitsmarkt im März

Die Pandemie verändert den Arbeitsmarkt

8.334 Menschen waren im März in den drei Nordthüringer Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld, Unstrut Hainich arbeitslos. Die Quote lag bei 6,2 Prozent. Es war die bislang niedrigste Zahl in einem März seit 30 Jahren. Noch vor kurzem hätte man Grund gehabt sich uneingeschränkt darüber zu freuen. Doch der Stichtag für die Erhebung der Zahlen lag Mitte März...

Grafik (Foto: Arbeitsagentur Nordhausen) Grafik (Foto: Arbeitsagentur Nordhausen)
Nur wenige Tage später wirkte sich die Corona-Krise auf das gesellschaftliche Leben und den Alltag der Menschen aus. Die Schutzmaßnahmen der Politik schränkten die wirtschaftlichen Aktivitäten stark ein. Die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt werden erst mit zeitlichem Verzug spürbar. „Wir alle durchleben eine Zeit, die wir uns vor kurzem noch nicht hätten vorstellen können“, so Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur. „Die März-Zahlen weisen uns nicht den Weg in die Zukunft. Wir werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt erst in einigen Wochen genauer beschreiben können. Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir im April weiter sinkende Arbeitslosenzahlen haben werden.“

Kurzarbeit sichert Beschäftigung
Die Zahl der Beratungen zu Kurzarbeit ist bei der Nordhäuser Arbeitsagentur um ein Vielfaches nach oben gegangen. Aus vielen Bereichen der Wirtschaft kommen jetzt Anfragen.

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Ob Industrie und Handwerk, oder Gaststätten, Läden und Friseursalons – das Spektrum ist größer als bei der Krise vor rund zwölf Jahren. „Das Thema Kurzarbeit steht derzeit an erster Stelle. Wir haben Krisenbetrieb.“ Man habe umorganisiert, die Mitarbeiter in kürzester Zeit geschult und die telefonische Erreichbarkeit für Arbeitgeber in der letzten Woche deutlich verbessert. Die Hotline sei jetzt gut erreichbar, habe inzwischen sogar vor allem am Nachmittag freie Kapazitäten. Derzeit erfasse man die Anzeigen der Unternehmen und bereite die Bearbeitung der Anträge auf Kurzarbeitergeld vor und das inzwischen auch samstags. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Sicherheit von Unternehmen und Arbeitnehmern. Die Auszahlung von Geldleistungen, wie dem Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld, hat Priorität“, so Froböse. „Mit Kurzarbeit kann Arbeitslosigkeit vermieden werden.“

Personalnachfrage in einzelnen Bereichen
Neben den Branchen, die zurzeit unter der Corona-Krise leiden, gibt es Wirtschaftsbereiche, die dringend Arbeitskräfte suchen. Dazu zählen die Gesundheitsbereiche und die Pflege, der Lebensmitteleinzelhandel und die -produktion, sowie Teile der Landwirtschaft und Transport, Verkehr, Logistik. Hier gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten sowohl für Fachkräfte, als auch im Rahmen von Nebenverdiensten. Auch Menschen in Kurzarbeit können hier dazu verdienen.

Der Blick in die Landkreise


Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Februar auf März um 126 auf 3.008 Personen verringert. Das waren 75 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im März 7,1%; vor einem Jahr belief sie sich auf 7,2%. Dabei meldeten sich 649 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, etwa so viele wie vor einem Jahr (+2) und gleichzeitig beendeten 769 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–127).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 2.196 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 317 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 2.079 Abmeldungen von Arbeitslosen (–266). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im März um 38 Stellen auf 332 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 46 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im März 113 neue Arbeitsstellen, 10 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 245 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 42.

Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Februar auf März um 159 auf 2.235 Personen verringert. Das waren praktisch genau so viele wie vor einem Jahr (+8). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im März 4,2%; vor einem Jahr belief sie sich auf 4,1%. Dabei meldeten sich 517 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 3 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 671 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–16).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 1.844 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 35 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 1.619 Abmeldungen von Arbeitslosen (–126). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im März um 64 Stellen auf 386 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 361 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im März 147 neue Arbeitsstellen, 12 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 291 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 265.

Kyffhäuser
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Februar auf März um 118 auf 3.091 Personen verringert. Das waren 137 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im März 8,2%; vor einem Jahr belief sie sich auf 8,4%. Dabei meldeten sich 567 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, etwa so viele wie vor einem Jahr (+1) und gleichzeitig beendeten 682 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–82).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 2.004 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 90 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 1.852 Abmeldungen von Arbeitslosen (–208). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im März um 2 Stellen auf 303 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 43 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im März 75 neue Arbeitsstellen, 46 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 250 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 67.

Die ausführliche Statistik finden Sie wie immer hier .
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