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Di, 17:41 Uhr
11.02.2020
Landespolitiker äußern sich

Grünes Licht aus Thüringer Ministerium

Zum Thema Stausee Kelbra (Talsperre Kelbra soll jetzt „Fischfrei“ werden) hat kn eine Anfrage an das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) gestellt, die wie folgt beantwortet wurde...

Anfrage kn:
Ist das Vorgehen der Behörden des Landes Sachsen-Anhalt eigentlich mit dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) abgestimmt. Es klingt ja etwas abenteuerlich, was da am Stausee Kelbra ablaufen soll.

Talsperre Kelbra soll jetzt „Fischfrei“ werden

Antwort aus dem Thüringer Ministerium für Umwelt,
Energie und Naturschutz (TMUEN)

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Das Ablassen der Talsperre ist etwas Regelmäßiges und damit Erwartbares, für alle Beteiligten.

Im Betriebsplan der Talsperre - der zwischen Behörden in ST und TH abgestimmt ist - ist festgehalten, dass das Entleeren des Staubeckens in der Winterstauphase für mindestens vier Wochen erfolgen sollte, das dient auch dem vorsorgenden Hochwasserschutz. Auch das vorherige Abfischen ist im Betriebsplan enthalten. Die Verantwortung für die Umsetzung, also die Steuerung der Talsperre, liegt in den Händen des Talsperrenbetries Sachsen-Anhalt.
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Kommentare

11.02.2020, 19.59 Uhr
Fönix | Biodiversität oder restriktiver Kranichschutz?
Als erste Reaktion auf die „Antwort“ aus dem TMUEN möchte ich hier „auf die Schnelle“ mal auf ein paar Aspekte hinweisen, die sich auch dem Laien sofort erschließen sollten:

1. Das ist keine fachlich fundierte Antwort auf die vom Kreisanglerverband Sangerhausen beschriebene Problematik, sondern eine aalglatte Standardaussage, die sich ausschließlich auf festgelegte Formalien reduziert und das einzige Ziel hat, möglichst wenig angreifbar zu sein.

2. Mit keinem Wort geht das TMUEN darauf ein, dass im Gegensatz zu früheren Zeiten keine fischereiliche Bewirtschaftung der Talsperre mehr stattfindet und deshalb ein totales Ablassen der Talsperre zum Zwecke des Abfischens gar nicht mehr erforderlich ist.

3. Mit keinem Wort geht das TMUEN darauf ein, dass es für den Hochwasserschutz im Normalbetrieb ein normales und ein unteres Stauziel gibt, wobei auch bei Letzterem eine ausreichende Restwassermenge im Stausee verbleibt. Ein vorsorgliches zusätzliches oder gar komplettes Ablassen aus Hochwasserschutzgründen ist nur sinnvoll, wenn sich im Einzugsgebiet oberhalb des Stausees, also im Wesentlichen in den Einzugsgebieten von Helme und Zorge außergewöhnliche Wetterlagen abzeichnen, die bei Extremniederschlägen (wie z.B. durch sogenannte 5b-Wetterlagen) oder bei extremer Schneeschmelze einen stark erhöhten Zufluss zum Stausee erwarten lassen. Wobei in einem solchen Fall das Stauziel unter Einbeziehung der oberhalb der eigentlichen Talsperre liegenden Grünlandflächen weiter erhöht werden kann, um das maximale Stauvolumen für den Hochwasserschutz zu nutzen. Ich weiß nicht wo die Damen und Herren des TMUEN ihren Winterurlaub verbracht haben, im Südharz mit Sicherheit nicht!

4. Mit keinem Wort wird darauf eingegangen, welche Auswirkungen die seit letztem Jahr zeitlich verschobenen Stau- und Ablasszyklen auf Fauna und Flora des Stausees und des unmittelbaren Umfeldes haben werden. Wahrscheinlich hat man sich darüber noch nicht einmal Gedanken gemacht! Es ist mehr als unverantwortlich, wenn für eine einzige Vogelart (so schützenswert die Kraniche auch sind!) solche gravierenden und vor allen Dingen fachlich äußerst fragwürdigen Veränderungen in diesen wertvollen Landschaftsräumen vorgenommen werden!

5. Mit keinem Wort wird darauf eingegangen, ob es umweltpolitisch und auch strategisch sinnvoll ist, nach Gutsherrenart festzulegen, welche Entwicklungspotentiale in unseren Naturräumen gefördert und welche unterdrückt werden. Und es wird sich nach meiner Überzeugung böse rächen, dass anerkannte Naturschutzverbände wie die Landesanglerverbände bei der Naturschutzarbeit nicht nur geschnitten, sondern regelrecht gemobbt werden. Die Anglerschaft leistet seit vielen Jahren unverzichtbare Aufbauarbeit, sind nahezu permanent „vor Ort“, leisten wertvolle Aufbauarbeit und üben auch einen gewissen „Kontrolldruck“ auf, ohne den die Vermüllung unserer Landschaft gerade im Umfeld unserer Gewässer noch ganz andere Ausmaße annehmen würde.

6. Es ist beschämend, mit welcher Arroganz das TMUEN die Verantwortung für die vorgenommenen und geplanten Änderungen im Bewirtschaftungsregime der Talsperre von sich weist und dabei mit dem Finger auf das Land Sachsen-Anhalt zeigt. Es wird dabei bewusst unterschlagen, dass von den Veränderungen Naturräume maßgeblich betroffen sind, die im Verantwortungsbereich des TMUEN liegen. Mich erinnert die ganze Vorgehensweise stark an den traurigen, letztendlich weitestgehend gescheiterten Versuch des TMUEN, in Nordthüringen ein sinnvoll strukturiertes Biosphärenreservat zu errichten!

Für eine detaillierte Recherche mit im Detail ausreichend verifizierten Argumenten fehlt mir leider die Zeit. Im Gegensatz zu den Damen und Herren in den Umweltministerien schreibe ich das alles in meiner Freizeit und die ist leider knapp und kostbar. Ich hoffe, dass ich damit trotzdem einige Anregungen zum Nachdenken und vor allen Dingen zum Bessermachen geben konnte.

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12.02.2020, 00.44 Uhr
5020EF | Wenn das die "heilige" Greta ....
wüsste... würde sie auf ihrem ...Elektro-Pony einreiten!!!

Was soll aus den Fischen werden? Tier- oder Tafelfutter?

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12.02.2020, 07.37 Uhr
tannhäuser | Erwartbare Reaktion!
"Wasch mir die Schuppen.aus den Augen, Grüngenosse im Nachbarland, aber mach mir die Wimpern nicht nass!"

Die wahren Experten sitzen immer in Ministerien. Fische im Wert von 50.000 Euro zuhause im Meerwasseraquarium schwimmen haben, aber beruflich Fried- von Raubfischen nicht unterscheiden können und keine Ahnung haben von der ökologischen Notwendigkeit von Nahrungsketten in Flora und Fauna.

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18.02.2020, 17.47 Uhr
Woly | Wer?
Hat die Antwort gegeben- wir haben doch gar keine Minister

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