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Fr, 13:08 Uhr
08.11.2019
Photovoltaik-Anlage geht in Betrieb

In Ellrich wird Trinkwasser mit Sonnenstrom gefördert

Der Nordhäuser Wasserverband (WVN) betreibt in Ellrich drei Trinkwasserbrunnen erstmals mit Sonnenstrom. Seit 10. Oktober ist die neue Photovoltaikanlage am Ortausgang von Ellrich in Richtung Zorge in Betrieb...

„Um eine über den Tag relativ gleichbleibende Strommenge zu erzeugen, sind die Paneele der Anlage nach Ost, Süd und West ausgerichtet“, erläutert Technologe Johannes Räthel, der das Projekt leitete. Aufgebaut hat die rund 160.000 Euro teure Anlage die Firma Belectric PV Dach aus Sömmerda. 20 Prozent der Kosten werden vom Thüringer Umweltministerium gefördert.

Die neue Photovoltaikanlage besitzt auf einer Fläche von etwa 40 mal 20 Metern 240 Module und verfügt über maximal 76 500 Kilowatt Jahresleitung. Zusätzlich errichtet wurde auch eine Trafostation, die die drei Brunnen im Falle von zu geringer Solarstromleistung wie bisher mit herkömmlichem Strom versorgen wird. „Wir schaffen in Ellrich damit eine deutlich umweltfreundlichere Versorgungssicherheit als bisher“, sagt WVN-Geschäftsführerin Carmen Lis.


Blick auf die neue PV-Anlage in der Ellricher Zorgeaue. Die Anlage versorgt die drei Trinkwasserbrunnen mit Strom. Foto: Belectric PV Dach

Gerade an diesem Standort biete sich eine Photovoltaikanlage an, weil die drei Trinkwasserbrunnen regelmäßig in Betrieb sind und die Pumpen entsprechend kontinuierlichen Strom bräuchten.
Rund 1600 Kubikmeter Trinkwasser werden im Schnitt an den drei Brunnen pro Tag abgenommen.

Versorgt wird von hier neben Ellrich auch ein Großteil des nördlichen Landkreises. So auch Sophienhof und Ilfeld. Bis hin nach Hörningen und Limlingerode erhalten Haushalte ihr Trinkwasser aus der Ellricher Zorgeaue.

Die PV-Anlage steht bereits im Zusammenhang mit dem neuen Wasserwerk, das voraussichtlich ab kommendem Frühjahr in der Ellricher Zorgeaue gebaut werden soll. Aktuell befinde man sich am Ende der Planungsphase und bereite die Ausschreibungen vor, so Räthel. Die Bauzeit wird insgesamt zwei Jahre betragen.

Der eigentliche Plan mit Baustart im Frühjahr dieses Jahres konnte nicht gehalten werden, weil die Baukosten deutlich gestiegen waren. Es folgte deshalb eine weitere Einsparungsrunde. Im Vergleich zur Ursprungsversion konnte man eine bautechnische Verbesserung umsetzen, die sich auch positiv auf die Baukosten auswirken konnte: Rund 3,5 Millionen Euro wird der Wasserverband in das neue Werk investieren.

Grundsätzlich notwendig wird das neue Wasserwerk, weil die bisherige Dosier- und Messtechnik für die Trinkwasseraufbereitung in Ellrich in Containern untergebracht ist und damit nicht mehr der Zeit entspricht. „Mit dem neuen Wasserwerk wird die Trinkwasseraufbereitung den allgemein anerkannten Regeln der Technik angepasst und diesen dann auch gerecht“, erläuterte Lis den Grund für den Neubau.
Darüber hinaus setzt der Wasserverband mit dieser Investition seinen Generalplan Wasser um. Dieses Strategiepapier sieht unter anderem vor, dass das neue Ellricher Wasserwerk nicht nur, wie bisher, eine wesentliche Rolle für die Trinkwasserversorgung im nördlichen, sondern zukünftig auch für den westlichen und südwestlichen Teil des Landkreises spielen wird.
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