Do, 15:27 Uhr
28.04.2005
Wir wollen verstehen!
Nordhausen (nnz). Immer wieder haben die kirchlichen Vertreter in den zurückliegenden Tagen um den Erhalt der evangelischen Grundschule gekämpft. Das entscheidende Gespräch gab es am Dienstag in Erfurt.
Dort wollte Andreas Weigel vom Jugendsozialwerkes Nordhausen über einen möglichen Trägerwechsel der Einrichtung mit Vertretern des Kultusministeriums sprechen. Das ist zuständig für alle Schulen in Thüringen. Das Gespräch verlief relativ einseitig, denn eine Referentin legte unmißverständlich dar, daß seitens des Ministeriums ein Wechsel der Trägerschaft nicht genehmigt werde. Schließlich handele es sich hierbei um eine evangelische Bekenntnisschule und deren Trägerschaft ließe sich nur mit der Kirche in Übereinstimmung bringen. Auch die Fortführung der Grundschule mit anderen inhaltlichen Konzepten – zum Beispiel nach Fröbel – kommt nicht in Frage. Erstens wird das nicht von den Eltern und dem Schulverwaltungsausschuß favorisiert, zweitens fehlt es in der Kürze der Zeit an ausgebildetem Personal und damit wiederum an einer Genehmigung durch das Kultusministerium.
Die Elternschaft, aber auch der Kirchenkreis wollen das so nicht hinnehmen. Superintendent Michael Bornschein kündigte heute gegenüber der nnz an, daß man noch einmal beim Kultusminister persönlich intervenieren werde. Wir wollen das nicht akzeptieren und werden nicht aufgeben, so Bornschein.
Ob nun der Kirchenkreis, die Lehrer, Erzieher, Eltern oder auch die Kinder selbst – alle hatten sich an den rettenden Strohhalm Trägerwechsel festgeklammert. Und da sah alles recht gut aus. Der gemeinnützige Verein hatte mehrfach betriebswirtschaftlich prüfen lassen, ob ein Trägerwechsel machbar sei. Mit einem verkleinerten Gebäude (eventuell das Haus in der Domstraße), mit einer einzügigen Grundschule, mit neu kalkulierten Elternbeiträgen oder mit finanziellen Einschnitten beim Personal hätte es funktionieren können, erläuterte Andreas Weigel heute noch einmal.
Weigel glaubt nicht mehr an eine Rettung. Über den Mißerfolg seiner Erfurter Mission hat er allen Eltern der 86 Grundschüler heute einen Brief geschrieben. Mehr kann das Jugendsozialwerk nicht machen.
Jetzt müssen schnellstens Gespräche mit der Nordhäuser Stadtverwaltung geführt werden, Schließlich müssen die etwa 50 Mädchen und Jungen aus der Rolandstadt in andere Grundschulen eingegliedert werden. Ob es gelingen wird, die jetzigen Klassen nicht auseinander zu reißen, ist fraglich, letztlich sind alle Grundschulen in Nordhausen ausgebucht. Und für die Neueröffnung eines schon aufgegebenen Schulgebäudes bedarf es wieder der Genehmigung aus Erfurt.
Autor: nnzDort wollte Andreas Weigel vom Jugendsozialwerkes Nordhausen über einen möglichen Trägerwechsel der Einrichtung mit Vertretern des Kultusministeriums sprechen. Das ist zuständig für alle Schulen in Thüringen. Das Gespräch verlief relativ einseitig, denn eine Referentin legte unmißverständlich dar, daß seitens des Ministeriums ein Wechsel der Trägerschaft nicht genehmigt werde. Schließlich handele es sich hierbei um eine evangelische Bekenntnisschule und deren Trägerschaft ließe sich nur mit der Kirche in Übereinstimmung bringen. Auch die Fortführung der Grundschule mit anderen inhaltlichen Konzepten – zum Beispiel nach Fröbel – kommt nicht in Frage. Erstens wird das nicht von den Eltern und dem Schulverwaltungsausschuß favorisiert, zweitens fehlt es in der Kürze der Zeit an ausgebildetem Personal und damit wiederum an einer Genehmigung durch das Kultusministerium.
Die Elternschaft, aber auch der Kirchenkreis wollen das so nicht hinnehmen. Superintendent Michael Bornschein kündigte heute gegenüber der nnz an, daß man noch einmal beim Kultusminister persönlich intervenieren werde. Wir wollen das nicht akzeptieren und werden nicht aufgeben, so Bornschein.
Ob nun der Kirchenkreis, die Lehrer, Erzieher, Eltern oder auch die Kinder selbst – alle hatten sich an den rettenden Strohhalm Trägerwechsel festgeklammert. Und da sah alles recht gut aus. Der gemeinnützige Verein hatte mehrfach betriebswirtschaftlich prüfen lassen, ob ein Trägerwechsel machbar sei. Mit einem verkleinerten Gebäude (eventuell das Haus in der Domstraße), mit einer einzügigen Grundschule, mit neu kalkulierten Elternbeiträgen oder mit finanziellen Einschnitten beim Personal hätte es funktionieren können, erläuterte Andreas Weigel heute noch einmal.
Weigel glaubt nicht mehr an eine Rettung. Über den Mißerfolg seiner Erfurter Mission hat er allen Eltern der 86 Grundschüler heute einen Brief geschrieben. Mehr kann das Jugendsozialwerk nicht machen.
Jetzt müssen schnellstens Gespräche mit der Nordhäuser Stadtverwaltung geführt werden, Schließlich müssen die etwa 50 Mädchen und Jungen aus der Rolandstadt in andere Grundschulen eingegliedert werden. Ob es gelingen wird, die jetzigen Klassen nicht auseinander zu reißen, ist fraglich, letztlich sind alle Grundschulen in Nordhausen ausgebucht. Und für die Neueröffnung eines schon aufgegebenen Schulgebäudes bedarf es wieder der Genehmigung aus Erfurt.

