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Mi, 08:57 Uhr
27.04.2005

Im strömenden Regen

Nordhausen (nnz). Es brodelt in der NOBAS. Wieder mal! Oder immer noch? Heute versammelten sich mehr als 50 Mitarbeiter vor dem Werktor in der Rothenburgstraße. Das Wetter – der strömende Regen – passte irgendwie zur allgemeinen und auch zur konkreten Stimmung vor und hinter dem Werktor.


Im strömenden Regen (Foto: nnz) Im strömenden Regen (Foto: nnz)

Die meteorologische Großwetterlage ist momentan für Deutschland nicht viel besser als die wirtschaftliche. Es ist unbeständig. Und das merken auch die Mitarbeiter der NOBAS in Nordhausen. Die nnz hatte in den zurückliegenden Wochen mehrfach über die Entwicklung des Unternehmens berichtet. Der Rückzug von Günter Papenburg, eine Neuausgliederung, Versuche von Gesprächen. Doch rausgekommen ist unter dem berühmten Strich nichts. Obwohl nach Gewerkschaftsangaben die Auftragslage (75 Prozent Auslastung) gut sei, habe es keine Annäherung der Unternehmensleitung gegeben, keine Zugeständnisse. Am Donnerstag vergangener Woche waren die Gespräche abgebrochen worden.

Heute nun sollte mit der Versammlung vor dem Werktor der Startschuß für eine Phase des Protestes gegeben werden. Nach 18 Monaten Zurückhaltung werde man berechtigte Forderungen gegebenenfalls auch mit anderen Protestaktionen und –formen untermauern. Versuche der Unternehmensleitung, die Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen, habe es in den zurückliegenden Wochen mehrfach gegeben, so Astrid Schwarz-Zaplinski gegenüber der nnz. Diese Versuche seien aber nicht sehr erfolgreich gewesen, was letztlich in den Verhandlungen am Arbeitsgericht zu spüren sei.

Schwarz-Zaplinski listete heute morgen auf, was die Unternehmensleitung den Mitarbeitern in den vergangenen Monaten vorenthalten habe. Letztlich auch gesetzlich vereinbarten Lohn, der nun eben eingeklagt werde. Die Gewerkschafterin verurteilte die Pressemitteilung der Unternehmensleitung, in der die Höhe von Löhnen und Gehältern genannt wird, als fieses Ausspielen von Menschen, die noch einen Arbeitsplatz hätten, gegen jene, die händeringend nach einem solchen suchen würden. Das nun sei die unterste Schublade, so Schwarz-Zaplinski.

Andererseits muß man aber auch die Arbeitgeberseite berücksichtigen. Wie kaum ein anderes produzierendes Unternehmen bekommt der Baumaschinenhersteller den Wind der Globalisierung ins unternehmerische Gesicht geblasen. Da gibt es Anbieter auf dem Markt, die die gleiche Leistung zu einem Drittel des Nordhäuser Stundenlohns anbieten (siehe nnz-Archiv).

Letztlich – und das ist nicht erst seit diesem Jahr absehbar – wird der Produktionsstandort Deutschland der Verlierer der Globalisierung werden. Das müssen sich auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer eingestehen. Einerseits sind die Löhne und Gehälter deutscher Arbeitnehmer exorbitant hoch - im Vergleich mit anderen Ländern dieser einen Welt, andererseits würde ein Abschmelzen dieses Gefüges auf „chinesisches Niveau“ die „deutsche Welt“ in ein Chaos stürzen, das Karl Marx vor mehr als 130 Jahren eindeutig beschrieben und das „Der Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe zitiert hatte.
Autor: nnz

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