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Mo, 08:20 Uhr
07.10.2019
Nordbrand kommt mit „Pfeffi“ gut an

„Zähneputzen“ auf Nordhäuser Art

Es kommt aus Nordhausen und ist in aller Munde – besonders in Berlin, aber auch zwischen Hamburg und München. „Deutschland, einig Pfeffi-Land“ titelte eine Sonntagszeitung aus Frankfurt am Main. Als ostdeutsche Erfolgsgeschichte wird das Erzeugnis aus der „Heimat bester Spitituosen“ gefeiert. Wahrlich, der Pfefferminz-Likör ist ein Party-Hit...


Nordhausen hat eine lange Tradition in der Herstellung von Branntwein. Die Goldene Aue lieferte seit Jahrhunderten das Korn als Rohstoff. in den DDR-Jahren wurde der VEB Nordbrand zu einer der größten Destillen in Europa erweitert. Frei nach der frommen Helene bei Wilhelm Busch „Wer Sorgen hat, hat auch Likör“, kam das süßliche Gesöff dazu...

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Nach der friedlichen Revolution in der DDR übernahm der Mainzer Unternehmer Harald Eckes-Chantré, zu dessen Marken Chantré, Edelkirsch und Mariacron gehörten, den Betrieb in der Nordhäuser Unterstadt. Nordbrand und die westdeutschen Produkte brachte er 2007 unter das Dach der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg an der Unstrut in Sachsen-Anhalt. Diese wurde damals noch von vier ehemaligen Betriebsleitern aus DDR-Zeiten geführt. Dann folgte der große Coup: Ein Käufer aus dem Osten erwarb mit Finanzhilfe aus dem Westen einen Konkurrenten im Westen:

Die Sektkellerei Mumm in Eltville im Rheingau. Neuer Wettbewerber für „Pfeffi“ wurde die ehemals russische Firma Schilkin in Berlin. Weil der „Pfeffi“ preisgünstiger als zum Beispiel Harzer Kräuterliköre ist, setzt er seinen Siegeszug aus Edelbars, Szene-Kneipen und Musik-Festivals fort. Wer nach durchfeierter Nacht noch frisch wirken wolle, so Bar-Keeper, verlange nach „einer Runde Luft“ oder „einmal Zähneputzen“, weil so die Alkoholfahne verschwinde und Partnerinnen aufatmeten.

Mitte der fünfziger Jahre in der DDR, darauf weist die FAS hin, habe es noch diese Tradition gegeben: „Einmal im Monat ging Klaus... aufs Amt und holte die Rente ab, 120 Ost-Mark für die Oma, 85 Ost-Mark für die Tante Mariechen. Wenn der Junge mit dem Gelde zu Hause ankam, holten die älteren Damen zur Feier des Tages erst einmal eine Flasche raus und genehmigten sich und ihrem treuen Boten einen Pfeffi.“
Martin Roland
Autor: red

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