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Do, 16:30 Uhr
19.09.2019
Ausstellung und offenes Atelier

Das Handwerk hinter der Kunst

Kunst kommt vom Können. Und von Geduld, Experimentierfreude und Inspiration. Wozu mehr als drei Jahrzehnte künstlerischen Schaffens führen können, zeigt die Nordhäuser Grafikerin Ute Zyrus-Gonska demnächst in der Kreissparkasse...

Ute Zyrus-Gonska mit Druckplatten und dem fertigen Ergebnis (Foto: Angelo Glashagel) Ute Zyrus-Gonska mit Druckplatten und dem fertigen Ergebnis (Foto: Angelo Glashagel)

Kunst fängt im Kopf an. Einen Gedanken aber zu Papier zu bringen, den passenden Weg zu finden und dann auch praktisch und handwerklich sauber umzusetzen, das Bedarf mehr als einer Anstrengung des Geistes. Kunst kann jeder denken, Kunst kann jeder sehen und für sich entdecken. Aber Kunst schaffen? Das braucht Wissen um Farbe, Form und Technik, unermüdlichen Fleiß, Geduld und nicht zuletzt Talent.

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Ute Zyrus-Gonska macht das seit über 30 Jahren. Angefangen hat die Liebe zum Kunstschaffen schon "an der Penne" unter der Anleitung von Günther Groh, seines Zeichens einer der wenigen einflussreichen Nordhäuser Künstler im ausgehenden 20. Jahrhunderts. Von der Schule ging es weiter an die Universität, Lehramtsstudium in Mathematik und Kunst. Im Lehramt ist sie seitdem geblieben und bringt den Schülerinnen und Schülern der Lessing-Schule die Grundlagen nahe. Ihre eigene Kunst ist seitdem freischaffend geblieben, getrieben von der Freude am Experiment, nicht dem Broterwerb.

Große Vorbilder habe sie nicht, erzählt Zyrus, auch wenn sich der Vergleich zur surrealen Kunst für den Betrachter aufdrängen muss. Ihren Bildern liegen tiefere Gedanken zu Grunde, Werden und Vergehen, Balanceakte in Geometrie und Natur, der eigentliche Reiz liege aber in der handwerklichen Herausforderung. Ihre frühen Arbeiten fertigt sie noch als Ölmalereien und einfachen Drucktechniken, seit rund 20 Jahren konzentriert sich die Künstlerin stärker auf Radierungen, die zunehmend komplexer und komplizierter werden.

Vor dem Ergebnis steht ein langer Prozess. Es muss geplant, gezeichnet, geschnitten, schraffiert, gekratzt, lackiert, gewaschen und geätzt werden. "Ein einzelner Druckvorgang kann eine Stunde dauern, arbeitet man mit mehreren Druckplatten können mehrere Wochen vergehen", erzählt Zyrus. Zum Einsatz kommt dabei an ganzes Sammelsurium verschiedener Gerätschaften und Werkzeuge, von der simplen Metallspitze bis zur "Ätzstrecke".

Ute Zyrus erklärt Druckverfahren (Foto: Angelo Glashagel) Ute Zyrus erklärt Druckverfahren (Foto: Angelo Glashagel)
"Angefangen habe ich mit einfachen, rechteckigen Druckplatten, in den letzten Jahren bin ich zu freieren Formen übergegangen und habe experimentiert. Wenn es nichts mehr zu kombinieren gibt, wenn es langweilig wird, dann werde ich die Finger davon lassen, aber soweit bin ich noch lange nicht, die Technik ist noch nicht ausgeschöpft".

Einige ihrer wuchtigeren, größeren Arbeiten wird die Künstlerin ab kommenden Dienstag in den Räumen der Kreissparkasse präsentieren. Kleinere und intimere Werke wird das geneigte Publikum zum Tag der offenen Ateliers am kommenden Samstag in den Arbeitsräumen der Künstlerin in der Kranichstraße 8 betrachten können. Kunst-Kollegin Susanne Lägel zeigt dann auch Textilkunst und im Hof warten Live-Musik, Kaffee, Wein und Floristik.
Angelo Glashagel
Autor: red

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