Sa, 20:24 Uhr
14.09.2019
Faszination, Form und Farbe im Kunsthaus
Mit unzähligen (Fest)Veranstaltungen, Sonderausstellungen, Dokumentationen, Büchern, Spielfilmen und Fernsehserien wird in diesem Jahr des 100. Geburtstages der Gründung des Weimarer Bauhauses gedacht. Nun hat auch das Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg nachgezogen…
FASZINATION, FORM UND FARBE – Am Anfang war das Bauhaus - so betitelt sich die aktuelle Sonderausstellung im besagten Kunsthaus, die mit einer Vernissage am Nachmittag durch Bürgermeisterin Jutta Krauth (SPD) eröffnet wurde. Aufhänger der Schau bildet bildet eine originale Bleistift-Skizze von Lyonel Feininger. Sie stammt aus dem Jahr 1932, befindet sich seit 2017 im Besitz des Kunsthauses und zeigt die evangelische Kirche St. Blasii in Nordhausen.
Der aus Amerika stammende Künstler Lyonel Feininger (1871 – 1956) mit deutschen Wuirzeln besuchte 1932 auch Nordhausen. Seine hauptsächlichen Arbeitsmaterialien beschränkten sich auf Bleistift und Papier. Seine Holzschnitte und Aquarelle basieren auf – wie er es nannte – Naturnotizen. In seinen bekannten Kirchen und Architekturbilder macht der Betrachter mitunter eine streng-geometrische Raumgeometrie aus.
Feininger gehörte mit zu den Lehrern der ersten Stunde des Bauhauses in Weimar und Dessau und wirkte von 1919 bis 1933 an beiden Häuser der Kunstschule. Insbesondere aus den 1930er Jahren entstanden zahlreiche Motive in Thüringen, vor allem aber aus dem Weimarer Raum. Doch in der neuen Ausstellung geht es nicht nur um Feininger.
Völlig zu recht verwies Kunsthausleiterin Susanne Hinsching gleich zu Beginn ihrer Laudatio auf ein Zitat des Begründers und Direktors des Staatlichen Bauhauses Weimar, Walter Gropius: Bunt ist meine Lieblingsfarbe. Dies, so Hinsching, könne auch als Leitspruch über der Ausstellung stehen. Sie beschrieb eingehend die Entstehung, Entwicklung, weltanschauliche Ausrichtung und halt das Besondere, was diese neue Art von künstlerischer Bildungsstätte ausmachte.
Es war die Idee von einem Gesamtkunstwerk, an dem alle Disziplinen der bildenden Kunst beteiligt sein sollten. Eine Ausbildungsstätte als universales, schöpferisches Zentrum für die freien und angewandten Künste, als Keimzelle einer neuen Gesamtkunst, die eng mit den Forderungen des 20. Jahrhunderts an den Künstler verknüpft war. Es sei um eine geistige Erneuerung, nicht um ein neues Lehrprogramm gegangen, so Hinsching.
Das Kunsthaus präsentiert u. a. Werke weiterer aus der Bauhaus-Epoche stammender Künstler, u.a. Josef Albers, Wassily Kandinski, Paul Klee, Fernand Leger und Victor Vasarely. Der Ausstellung gelingt es einen Bogen zu schlagen von den Einflüssen des Bauhauses zur Kunst der 1950 und 1960er Jahre, als deren Vertreter u.a.Max Ackermann und Willi Baumeister zu nennen wären.
Alle Werke sind Leihgaben aus Privatbesitz, einige aus den Museen der Stadt Nordhausen sowie von der Galerie SUNDERMANN FINE ART Würzburg. Die Sonderausstellung ist bis zum 29. Dezember 2019 im Kunsthaus Meyenburg in der Alexander – Puschkin-Straße 31 zu sehen.
Die musikalische Einstimmung auf die aktuelle Kunstpräsentation übernahm an diesem Nachmittag zur Freude der überaus zahlreichen Gäste der Vollblutmusiker Frieder W. Bergner aus Ottstedt am Berge.
Hans-Georg Backhaus
Autor: redFASZINATION, FORM UND FARBE – Am Anfang war das Bauhaus - so betitelt sich die aktuelle Sonderausstellung im besagten Kunsthaus, die mit einer Vernissage am Nachmittag durch Bürgermeisterin Jutta Krauth (SPD) eröffnet wurde. Aufhänger der Schau bildet bildet eine originale Bleistift-Skizze von Lyonel Feininger. Sie stammt aus dem Jahr 1932, befindet sich seit 2017 im Besitz des Kunsthauses und zeigt die evangelische Kirche St. Blasii in Nordhausen.
Der aus Amerika stammende Künstler Lyonel Feininger (1871 – 1956) mit deutschen Wuirzeln besuchte 1932 auch Nordhausen. Seine hauptsächlichen Arbeitsmaterialien beschränkten sich auf Bleistift und Papier. Seine Holzschnitte und Aquarelle basieren auf – wie er es nannte – Naturnotizen. In seinen bekannten Kirchen und Architekturbilder macht der Betrachter mitunter eine streng-geometrische Raumgeometrie aus.
Feininger gehörte mit zu den Lehrern der ersten Stunde des Bauhauses in Weimar und Dessau und wirkte von 1919 bis 1933 an beiden Häuser der Kunstschule. Insbesondere aus den 1930er Jahren entstanden zahlreiche Motive in Thüringen, vor allem aber aus dem Weimarer Raum. Doch in der neuen Ausstellung geht es nicht nur um Feininger.
Völlig zu recht verwies Kunsthausleiterin Susanne Hinsching gleich zu Beginn ihrer Laudatio auf ein Zitat des Begründers und Direktors des Staatlichen Bauhauses Weimar, Walter Gropius: Bunt ist meine Lieblingsfarbe. Dies, so Hinsching, könne auch als Leitspruch über der Ausstellung stehen. Sie beschrieb eingehend die Entstehung, Entwicklung, weltanschauliche Ausrichtung und halt das Besondere, was diese neue Art von künstlerischer Bildungsstätte ausmachte.
Es war die Idee von einem Gesamtkunstwerk, an dem alle Disziplinen der bildenden Kunst beteiligt sein sollten. Eine Ausbildungsstätte als universales, schöpferisches Zentrum für die freien und angewandten Künste, als Keimzelle einer neuen Gesamtkunst, die eng mit den Forderungen des 20. Jahrhunderts an den Künstler verknüpft war. Es sei um eine geistige Erneuerung, nicht um ein neues Lehrprogramm gegangen, so Hinsching.
Das Kunsthaus präsentiert u. a. Werke weiterer aus der Bauhaus-Epoche stammender Künstler, u.a. Josef Albers, Wassily Kandinski, Paul Klee, Fernand Leger und Victor Vasarely. Der Ausstellung gelingt es einen Bogen zu schlagen von den Einflüssen des Bauhauses zur Kunst der 1950 und 1960er Jahre, als deren Vertreter u.a.Max Ackermann und Willi Baumeister zu nennen wären.
Alle Werke sind Leihgaben aus Privatbesitz, einige aus den Museen der Stadt Nordhausen sowie von der Galerie SUNDERMANN FINE ART Würzburg. Die Sonderausstellung ist bis zum 29. Dezember 2019 im Kunsthaus Meyenburg in der Alexander – Puschkin-Straße 31 zu sehen.
Die musikalische Einstimmung auf die aktuelle Kunstpräsentation übernahm an diesem Nachmittag zur Freude der überaus zahlreichen Gäste der Vollblutmusiker Frieder W. Bergner aus Ottstedt am Berge.
Hans-Georg Backhaus















