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Sa, 09:15 Uhr
06.07.2019
Superfood – oft Augenwischerei

Skepsis ist angebracht

Schlank, fit und vor allem gesund – wer möchte das nicht sein? Dabei sollen „Superfoods“ helfen, meist exotische Pflanzen, die zum allgemeinen Wohlbefinden und Gesunderhaltung beitragen sollen. Das Deutsche Krebstforschungszentrum mahnt zur Skepsis...

So bezeichnet die Werbung Lebensmittel, die aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden sein sollen. Häufig handelt es sich um exotische Pflanzen, wie Chiasamen, Açai- oder Gojibeeren, oft in getrockneter Form, als Püree oder Extrakt. Sie sollen nicht nur leistungsfähiger machen, den Alterungsprozess aufhalten und das Herz stärken – auch vor Krebs sollen diese Alleskönner schützen. Was ist so super am Superfood? Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums gibt Antwort.

Tatsächlich gibt es experimentelle Studien, die den Nährstoffen von einigen Superfoods positive Eigenschaften bescheinigen. Viele Wissenschaftler sind dennoch kritisch. Denn die Studien wurden nur an Zellen oder Tieren durchgeführt und untersuchen meist nur einzelne Wirkstoffe, nicht aber das Lebensmittel als Ganzes. Der Begriff Superfood ist eine Erfindung der Marketingabteilungen und suggeriert beim Verbraucher eine ganz besonders hohe Qualität. Der Begriff ist weder rechtlich geschützt, noch genau definiert – jedes Produkt kann mit dem Label Superfood versehen werden. Ein weiterer Grund, um misstrauisch zu sein.

Skepsis ist angebracht

Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums differenziert: „Einzelne Lebensmittel, die unter "Superfoods" laufen, wie etwa exotische Früchte, können zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen. Dass sie aber vor Krankheiten wie Krebs schützen können, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.“

Der Krebsinformationsdienst verfügt über eine umfassende Datenbank, die alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Erkrankung Krebs, zur Vorbeugung, Früherkennung und Therapie enthält. „Wir wüssten, wenn es dazu aussagekräftige Studienergebnisse gäbe“, so Weg-Remers weiter. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-420 30 40 beantworten Ärztinnen und Ärzte täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr alle Fragen zum Thema Krebs. Alternativ können sich Ratsuchende auch per E-Mail krebsinformationsdienst@dkfz.de an den unabhängigen Dienst richten.

Warum in die Ferne schweifen?

Auch einheimische Pflanzen haben einen hohen Nähr- und Wirkstoffgehalt und könnten daher als Superfood bezeichnet werden, zum Beispiel Grünkohl, Rote Bete und einheimische Beeren oder Karotten, Zwiebel und Äpfel – sie alle liefern gesundheitsfördernde Nährstoffe. Für ausreichend Ballaststoffe sorgen Vollkornprodukte und Leinsamen. Der Vorteil dieser Lebensmittel vor der Haustür: Sie sind oft kostengünstiger und ihre Herkunft ist nachvollziehbar. Superfood-Produkte kommen oft aus dem fernen Ausland, sind teuer und werden über das Internet vertrieben. Anstatt sich ernährungstechnisch auf eine Handvoll exotischer Lebensmittel zu verlassen, von denen behauptet wird, sie seien „super“, ist es besser, auf die ganze Bandbreite des hiesigen Obst- und Gemüseangebots zu setzen. So das Fazit des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel (EUFIC).

Schützende Effekte ganz ohne Superfoods
Auch zum Schutz vor Krebs und anderen chronischen Krankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen empfiehlt sich eine Ernährung vorwiegend aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. Der europäische Kodex zur Krebsbekämpfung gibt folgende Empfehlungen:
  • Täglich mindestens 400 g Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte
  • Möglichst täglich Getreideprodukte aus Vollkorn
  • Zucker- und fettreiche Speisen meiden
  • Möglichst keine zuckerhaltigen Getränke
  • Pro Woche weniger als 500 g Fleisch. Möglichst kein verarbeitetes Fleisch
  • Fertiglebensmittel meiden
  • Maximal 6 g Salz am Tag
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Kommentare

06.07.2019, 10.10 Uhr
Gesperrt | Superfood ist Marketing und die braucht kein Mensch
Kohlrabi aus dem eigenen Garten ist auch superfood.
Krebszellen lieben Zucker. Mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen. Übrigens gilt das auch für Fruchtzucker.

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06.07.2019, 11.29 Uhr
tannhäuser | Vor allem ist es SUPER umweltfreundlich...
...exotische Früchte wochenlang durch die ganze Welt zu transportieren, obwohl es gesundes Obst vor der Haustür gibt.

Nicht umsonst heißt es (Frei übersetzt): "Ein Apfel am Tag damit dein Doktor dich mag!"

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06.07.2019, 12.27 Uhr
Gesperrt | Noch so eine dumme Weisheit
Es gibt Leute, die können Äpfel nicht essen aufgrund von Allergien / Kreuzreaktionen auf andere Allergien.
Auch enthalten Äpfel je nach Süße sehr viel Fruchtzucker und der ist nicht gesund.

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06.07.2019, 15.25 Uhr
tannhäuser | Der Apfel war eine Metapher...
...ebenso wie Ihr Kohlrabi!

Es ging um die umweltschädliche Abzocke mit den "exotischen" Früchtchen.

Es ist bedauerlich, dass nicht jeder Mensch verträglich essen kann, was er möchte. Die Gesundheit ist nun leider kein Wunschkonzert. Aber das wissen Sie selbst, wie man Ihren persönlichen Schilderungen entnehmen kann.

Wenn Sie Sprichwörter albern finden, kein Problem. Aber gehen Sie bitte nicht jedesmal gleich an die Decke und teilen aus!

Bei einem anderen Thema beklagen Sie die hiesigen Umgangsforum. Sie persönlich tragen auch eher selten zu einer Entspannung bei .

Zuletzt beim Thema "Böse Autofahrer und ihre Dreckschleudern" war ich Ihr Ziel, nun ist es @ Holger18. Die selbstgewählte Opferrolle scheint Ihnen irgendwie zu gefallen.

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