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Do, 12:00 Uhr
20.06.2019
Zukunft Grundeinkommen?

Wir brauchen einen neuen Mantel

Bei der Bundestagswahl erreichte man einen Achtungserfolg, in allen 16 Bundesländern landete das "Bündnis Grundeinkommen" auf dem Wahlzettel. Seitdem ist es ruhig geworden um die Befürworter des bedinungslosen Grundeinkommens. Aufgegeben hat man nicht, insbesondere in Nordhausen ist das "BGE" weiter aktiv...


Genug für alle statt Existenzangst - geht es nach den Befürwortern eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) würden die allgemeinen Sozialleistungen abgeschafft und durch ein geregeltes, steuerlich finanziertes und garantiertes Einkommen für jedermann ersetzt, vom Kleinkind bis zum Greis. Das sollte so hoch ausfallen, das die eigene Existenz gesichert ist und genug übrig bleibt um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, die nötigen Mittel dazu seien heute schon vorhanden.

Der Mensch würde so frei, sich seine Arbeit selbst zu schaffen, unabhängig von Leistungsdruck und Lebenshaltungskosten, unentgeltliche Arbeit wie Kinderbetreuung, Angehörigenpflege und Ehrenamt würden dem familiären Geldbeutel nicht schaden und eine neue Wertigkeit erhalten und die meisten würden, trotz Grundeinkommen, weiter arbeiten, nur eben anders als bisher, argumentieren die Unterstützer des "BGE".

Mit dem Thema landete man bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren einen Achtungserfolg. Innerhalb weniger Monate gelang es dem "Bündnis Grundeinkommen" in allen 16 Bundesländern genug Unterstützer zu finden um auf den Wahlzetteln zu stehen. "Das war das ausgegebene Ziel und das haben wir erreicht", sagt Susanne Schickschneit, Vorsitzende des Vereins "Thüringer für Grundeinkommen" und zeitweilig Thüringer Parteivorsitzende. Das Thema sollte in die öffentliche Debatte getragen werden und das funktionierte. Eine Zeit lang.

Bei den jüngsten Wahlen spielte das Thema Grundeinkommen kaum eine Rolle. 0,2% der Wählerstimmen erlangte man bei der Europawahl in Deutschland. Der Reiz des Neuen und des Anderen, der dem BGE die Aufmerksamkeit vor zwei Jahren gesichert hatte, sei verflogen, meinst Schickschneit, man suche inzwischen nach neuen Wegen das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen, über die Partei zum BGE aber auch über Strukturen wie dem Thüringer Verein. "Wir wussten immer das wir einen langen Atem haben müssen. Der DM-Gründer und BGE-Verfechter Götz Werner hat einmal gesagt: "Beständig im tun, gering in den Erwartungen". Das trifft es ganz gut".

In Thüringen organisiert man Lesungen prominenter BGE-Befürworter, versucht Informationen an den Mann und die Frau zu bringen und trifft sich mit aufgeschlossenen Vertretern der Politik. Wahrgenommen wird das bisher kaum. "Wir waren in der Vergangenheit vielleicht etwas zu nett. In diesen Zeiten muss man auch mal provokant auftreten", sagt Schickschneit und ist sich sicher das sie die Einführung eines Grundeinkommens noch erleben wird. "Der Flickenteppich unserer Sozialpolitik ist nicht mehr Zukunftsfähig. Der alte Bismarck hat uns diesen Mantel um gehangen, wir haben ihn, wenn es nötig schien, ein wenig ausgebessert und den Schnitt der Mode angepasst aber es ist immer noch derselbe alte Stoff und der wird irgendwann reißen. Wir brauchen einen neuen Mantel. Die Jungen werden nicht ewig für die Alten zahlen können und wenn die Automatisierung weiter voranschreitet wird es Millionen Menschen geben, für die es nicht mehr reichen wird. Wenn uns nichts besseres einfällt, bleibt uns gar keine andere Wahl als ein Grundeinkommen einzuführen".

Völlig utopisch ist die Idee des BGE nicht, diverse Feldversuche haben sich wissenschaftlich mit dem Thema befasst, Schickschneit zweifelt aber an der tatsächlichen Aussagekraft solcher Modellprojekte. "Man sieht vor allem wie sich ein BGE auf den Einzelnen auswirken würde, sieht das es den Menschen generell besser geht und das sie glücklicher sind. Wie sich die Einführung eines BGE auf die Volkswirtschaft auswirken würde, welche Transformationsprozesse in Gang gesetzt würden, das kann man leider nirgendwo sehen. Deswegen hatten wir die Forderung aufgemacht eine Enquette-Kommission zu schaffen, die sich ausführlich mit dem Thema befasst. Das wurde in Berlin leider abgelehnt."

Vom Tisch ist das Thema damit nicht, die BGE-Bewegung lebt weiter. An der Universität Freiburg wurde jüngst ein Lehrstuhl gestiftet, der sich dem Grundeinkommen widmen will und in Thüringen wird die BGE-Partei im Herbst zur Landtagswahl antreten. Die nötigen Stimmen, die es braucht um auf dem Wahlzettel zu stehen, hat man bereitts zusammen.
Angelo Glashagel
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Kommentare

20.06.2019, 13.55 Uhr
Franz Tabak | Frau Schickschneit,
spätestens seit dem die Piratenpartei das Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" angefasst hat, ist es in aller Munde. Sicherlich im ersten Moment keine schlechte Idee, aber ich frage, wie man es, befreit von "allen gesellschaftlichen" Zwängen, finanzieren möchte. Wenn, so verstehe ich die Äusserung im Beitrag, niemand für sein Geld mehr arbeiten müsse, womit erwirtschaftet Ihre Partei das Geld? Oder lässt man es einfach drucken?

Ich wäre eher dafür eine Art "bedingngsarmes Grundeinkommen" zu schaffen. Ein Millionär benötigt kein Grundeinkommen, oder würden Sie mir da widersprechen? Genauso wie unsere Politelite, oder würden Sie mir dort ebenfalls widersprechen?

Auch darf man, wie ich oben schon ausgeführt habe, nicht vergessen, dass das "Grundeinkommen" erst einmal erwirtschaftet werden muss. Ich wäre eher für ein Grundeinkommen, dass halt, wie ebebnfalls oben geschrieben, "bedingungsarm" ist, also dass es nur Geringverdiener (sagen wir ab derzeit unter 2500 Euro Netto), Arbeitslose und Hilfebedürftige bekommen und nicht jedermann. Hier gibt es noch einigen Nachholebedarf, finde ich.

Außerdem müsste man den Begriff "gesellschaftliches Leben" definieren. Ist damit Vereinsarbeit gemeint, falls ja welche und wieviel, oder mient man damit einen monatlichen Museumsbesuch?

Allein an solchen kleinen Definitionen und Erklärungen Ihrerseits wird sowas wie ein "bedingungsloses Grundeinkommen" immer scheitern. Sie können oder wollen nicht erklären, wie es finanzierbar sei und wer dann noch arbeiten solle.

Grundsätzlich alles keine schlechte Idee mit dem "bedingungsloses Grundeinkommen", aber nur verlangen und utopisches versprechen bringt halt nur 0,2% Wählerstimmen. Jetzt müsste man nur die Partei. und Vereinsmitglieder abziehen, dann erhält man ein reales Wahlergebnis, aber dies machen die anderen Parteien ja auch nicht, von daher sei ihnen die 0,2% gegönnt.

Nun eine Forderung oder vielmehr Vorschläge von mir: Die Idee, die Ihre Partei hat, ist ja, wie ich oben ausgeführt habe, nicht verkehrt. Arbeiten und vebessern sie ihr Programm weiter und zeigen Sie neue und vorallem bessere, altenative Wege für ein Grundeinkommen, schaffen Sie sanktionsbehaftetes Alg II / Hartz IV ab! Schaffen Sie etwas, wovon jeder bedürftige(!) leben kann! Verlassen Sie sich nicht auf kurzfristige Studien! Schaffen Sie eine wirkliche Alternative, nicht unbedingt für jedermann, aber für solche, die unbedingt diese Hilfe benötigen!

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20.06.2019, 14.50 Uhr
Bekanntschaften | Wer Geld verdienen will
muss auch arbeiten.

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20.06.2019, 15.50 Uhr
BGE- Pirat | Wer Geld verdienen will muß arbeiten...................
was ist mit den vielen die 45 jahre hart gearbeit haben...
und dann im alter nicht genug bekommen zum leben
ich würde sagen alle die ihr mäckern...
kommt doch einfach mal bei unsererm nächsten treffen mal vorbei
mfg heiko

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20.06.2019, 16.01 Uhr
BGE- Pirat | Franz Tabak /wo ist das geld für griechenland her gekommen
finanzierung....lesen sie einfach mal das buch

Kurzer Abriss der deutschen Geschichte 2022-2050: Wie das bedingungslose Grundeinkommen unser Leben und unsere Gesellschaft verändert hat
von Daniel Weißbrodt (Autor)
mfg heiko

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20.06.2019, 16.10 Uhr
Wolfi65 | Wer Geld verdienen will.......
Der muss malochen oder in die Politik gehen..... Dann geht es auch ohne Maloche.

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20.06.2019, 16.38 Uhr
Ulrich Hermann | Nein, so nicht!
Ich weiß, ich werde mir jetzt sicher den Zorn Vieler zuziehen, aber so geht das gar nicht!
1.) Bedingungsloses Grundeinkommen
2.) SGB-Sanktionen abschaffen

Ich persönlich stehe seit 1989 ununterbrochen "in Lohn und Brot", habe mein Einkommen über die Jahre durch Leistung und Fortbildungsmaßnahmen (eigene und unternehmensfinanzierte) steigern können. Dank fleißiger Arbeit, Sparen und den zweiten Gehalt meiner besseren Hälfte reichte es zumindest, ein kleines Häuschen zu finanzieren. Auf Abzahlung zwar, aber immerhin. Zahle (automatische) meine Sozialabgaben (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Lohnsteuer usw. Brutto für Netto wäre natürlich schöner...). Ja, mit meinen Beiträgen (und denen vieler anderer hart arbeitender Menschen in diesem Land) werden die Sozialkassen gefüllt. Ich persönlich finde das in Ordnung, ist für mich auch ein teil der sogenannten sozialen Marktwirtschaft. Zur Erinnerung: Grundgedanke sowohl der "alten" Sozialhilfe als auch der Harzt-IV-Gesetze war es, Bedürftige zu unterstützen, inklusive dem Motto "Fördern und Fordern".
Für mich heißt das, dass jeder Unterstützte im Rahmen der Möglichkeiten versucht, sich selbst aus seiner Lage zu befreien bzw. zu verbessern.
Natürlich gibt es (Einzel-) Fälle, wo diese "Selbstbefreiung" aufgrund der Umstände nicht möglich ist (nur als Beispiel: krankheitsbedingt).

Was ich aber nicht akzeptieren will/kann, ist die Tatsache, dass das Grundeinkommen "bedingungslos" sein soll. Ich bin bereit, mich am o.a. solidarischem Prinzip zu beteiligen. Aber jetzt soll man nur noch "fördern", aber nicht mehr "fordern"?! Da geht mir persönlich das (virtuelle) Messer in der Hosentasche auf! Ich weiß, der Begriff "Pack" ist dank Siggi-Pop mehr als verbrannt, aber jetzt sollen die arbeitsfaulen Sozialschmarotzer (und die werden immer mehr) noch nicht einmal mehr sanktioniert werden, wenn sie zu faul sind, wenigstens zu versuchen mal einen Hammer/Besen/Eimer in die Hand zu nehmen?!
Kleine Begriffserklärung / Widerholung von oben: es hieß früher nicht umsonst SozialHILFE. Nicht Lottogewinn, wünsch-Dir-was, Urlaubsgeld, Nichtstuerprämie. Sondern Hilfe, eben als Hilfsleistung für das Existenzminimum.
Und das mir jetzt keiner anfängt, das Existenzminimum müsste drastisch gesteigert werden: ich leiste mir nicht alle 2 Jahre das neueste Handy für 700-800 'Ocken' - seltsamerweise sehe ich genügend Hartzer mit den Dingern rumlaufen. Und deren Kinder natürlich auch. DA muss NATÜRLICH das Existenzminimum erhöht werden, oder?!

Solche hirnverbrannten Vorschläge können doch nur von Leuten kommen, die den Knall nicht mehr gehört haben, als sie selber mit den Kopf auf die Tischplatte knallten...

Hier wird das Solidaritätsprinzip ad absurdum geführt! Auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung. Na danke! Zum Glück scheint dieses Thema (außer bei den knallroten Ex-Kommunisten) bei den Parteien noch nicht auf der Agenda zu stehen (obwohl, verzweifelten Sozen ist ja alles zuzutrauen).
U. Hermann

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20.06.2019, 16.55 Uhr
Franz Tabak | Griechenland / BGE-Pirat Heiko
Grundsätzlich ist das mit Griechenld ja richtig, aber verlangt Griechenland nicht noch Reparationen von Deutschland?

Noch etwas zu Ihrem empfohlenen Buch: Also wer politische Science Fiction liest, dem ist wohl nicht mehr zu helfen, der lebt jenseits jeglicher Realität. Utopisten halt. Da blebe ich doch lieber der klassischen Science Fiction wie H. G. Wells, Jules Verne und Kurt Lasswitz treu.

Zu Ihrem Treffen: Ich habe Frau Schickschneit mehrmals gebeten, Termine öffentlich bekannt zu geben, habe ihr auch mehrmals meine E-Mail-Adresse und Handynummer gegeben. Reaktion bisher: null. Mittlerweile hat sich mein Interesse abgeflaut. Ich denke, das sagt genug über diese Partei und dem Verein aus! Die Idee gut, die Umsetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Erklärungen (beispielsweise Finanzierung)eher unterirdisch schlecht. Aber da Sie sich ja BGE-"Pirat" nennen, scheint das ja für Sie nichts neues zu sein, oder?

Immer nur Verlangen kann jeder. Machen kann halt nicht jeder, das ist auch der große Unterschied zu den sog. "etablierten" Parteien. SIE müssen Erklärungen, Wege, Mittel und Alternativen aufzeigen und nicht nur Phantasien und Spinnereien vorträumen!

"Bedingungslos" kann aus meiner bescheidenen Sicht nicht funktionieren, wenn dann eher "bedingungsarm" ohne großartige Sanktionen! (Zumindest keine Sanktionen bei jedem kleinen "Furz"!) Siehe dazu nochmals meine Ausführungen weiter oben!

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20.06.2019, 17.07 Uhr
BGE- Pirat | genau so ,nur andersrum/......Ulrich Hermann
ich gehe drei sonntage im monat arbeiten
das ich steuern zahle und mein bekannter (Harzt-IV empfänger ) mittagsschlaf halten kann so ist es.....
und jetzt stellen sie sich mal vor jeder der mindeslohn oder
nur 600,-euro rente bekommt kriegt Harzt-IV oben drauf
das wäre so wie grundeinkommen.
mfg heiko

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20.06.2019, 17.40 Uhr
Franz Tabak | Aber dann halt nicht "bedingungslos"
sondern "bedingungsarm" oder wie auch immer man sowas dann bezeichnen möchte. Deswegen schrieb ich ja in meinem ersten Kommentar von sowas, dass nur Geringverdiener, Arbeitslose, gering Berentete, Sozialschwache und Hilfebedürftige ein Grundeinkommen bekommen.

Bei Arbeitslosen ist das natürlich auch wieder ein zweischneidiges Schwert: Wer permanent Arbeit verweigert, hat dann keinen Anspruch auf ein Grundeinkommen, sondern dem sollte man personengebundene Lebensmittelmarken geben, Miete an den Vermieter abtreten per Verwaltungsstelle (Ich vermeide hier mit Absicht die Worte "Jobcenter" und "Arbeitsamt"!) usw. usf..

Dann gebe ich dem Grundeinkommen eine Chance, aber nur weil sowas in Pilotprojekten 5 bis 10 Jahre funktioniert, heißt das nicht, dass sowas, wie es die BGE verlangt, auf Dauer funktioniert. Das andere Problem sind unsere Wirtschaftsbosse und die Politelite: Es wird ein Mindestlohn als Alibi durchgedrückt, im gleichen Atemzug wird gesagt, dass dieser Mindestlohn nicht zur Rente reicht. Hier müsste man erst einmal nachbessern, aber unsere Politiker haben halt ihren Plan erfüllt, wie es so schön heißt.

Das Grundeinkommen darf die Wirtschaft nicht von fairer Bezahlung und fairen Arbeitsbedingungen entbinden, denn so befürchte ich, wird es dann kommen!

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20.06.2019, 18.08 Uhr
Leser X | BGE-Pirat
Sind Sie sicher, dass wer Geld verdienen will auch arbeiten muss. Es gibt in diesem Land gar nicht so wenige, die schon reich geboren sind und gar nicht daran denken, zu arbeiten. Stichwort Geld-Adel.

Oder schauen Sie sich die Millionensumnen an, die jemand kriegt, nur weil er ein bisschen Fußball spielen oder singen kann. Wo so viel Geld versenkt wird, wäre genug Spielraum, ein BGE zu sichern. Aber es ist politisch nicht gewollt. Es fehlte dann ein wichtiges Instrument, Menschen gegeneinander auszuspielen.

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20.06.2019, 19.58 Uhr
Bekanntschaften | Ohne Fleiß kein Preis.
Personen, die mit ihrem Können im Fußball oder mit der Musik viel Geld verdienen, arbeiten hart an diesem Erfolg.
Es ist keinesfalls so, dass sie ohne Arbeit Geld verdienen würden.
Personen, die reich geboren worden sind, haben Vorfahren, die hart gearbeitet haben und mit Arbeit diesen Reichtum erwirtschaftet haben.
Reichtum muss auch verwaltet werden, was wiederum Arbeit ist.
Jeder Arbeitnehmer, Selbstständige.....arbeitet für sein Einkommen und trägt zudem zum Wohle der Gemeinschaft bei.
Daraus folgt: Jeder Arbeitsfähige muss arbeiten, damit eine Gemeinschaft funktioniert.

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20.06.2019, 20.13 Uhr
Wolfi65 | Zusammengefasst
Die faulen Harzer sollen gefälligst arbeiten, damit sich die Arbeitnehmer im Billiglohnsektor gut fühlen können und ihre eigentlich trostlose Lage wieder einen Sinn bekommt?
Wer am Tropf des Steuerzahlers hängt, für den ist das gerade gut genug, was das schwer arbeitende Arbeitnehmervolk an abgenagten Knochen übrig lässt.
Also statt Handys lieber das Wasser am nächsten Brunnen holen.
Essen aus dem Müllcontainer.
Statt Strom aus der Steckdose lieber eine Öllampe?
Eine Vollwertige Malzeit nur wenn es anderen so genehm erscheint?
Also im Endeffekt ist dann wohl ein Leben mit Hartz 4, dem eines Insassen eines russischen Gulags gleichzusetzen.
Na dann viel Spass mit der weiteren sozialen Gerechtigkeit in diesem Lande.

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20.06.2019, 20.45 Uhr
Hubbert | Die Wahrheit wird wieder
irgendwo in der Mitte von @Ulrich Hermann und dem @BGE Piraten liegen. So sind zumindest schon mal die Ränder definiert. Jetzt muss man halt mal schauen, was Sinn ergibt. Einen riesigen, Kosten produzierenden Apparat zur Kontrolle zu installieren haben wir ja schon. Jetzt muss man ganz einfach mal gegenüber stellen, was man ohne diese Kontrollkosten leisten könnte. Ich bin da ganz nah bei liberalen Bürgergeld der FDP oder dem vorgeschlagenen Grundeinkommen der Grünen. Da merkt man wenigstens, dass die sich Gedanken machen und nicht nur Populistenkram raushauen!

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20.06.2019, 23.05 Uhr
Susanne2036 | Eine sehr interessante Menschenbildstudie
Vielen Dank für den schönen Artikel lieber Angelo Glashagel, das hat ja wieder mal den Nerv der Leser getroffen und mir Gelegenheit gegeben, das allgemeine Menschenbild des Einen oder Anderen zu studieren: "Ehe ich es dem oder dem gönnen soll, dann will ich es lieber auch nicht haben."
Liebe BGE-kritische Zeitgenossen, ihr braucht keine Angst zu haben, das Grundeinkommen ist noch weit weg, denn es scheitert schon in den vorkonfektionierten Köpfen vieler Menschen, die es als Ungeheuerlichkeit empfinden, Geld für "NICHTS" zu bekommen. ... aber meint ihr nicht auch, daß man, um eine gute Leistung zu erbringen, erstmal ausgeschlafen, satt und angezogen sein sollte? Dafür ist ein Grundeinkommen da, die Grundbedürfnisse eines JEDEN abzusichern. Keine Existenzängste mehr! Wer es nicht braucht, kann's ja spenden.
Ich lade euch jetzt einfach mal zu unserem monatlichen Nordhäuser BGE Stammtisch am 05.07.2019 um 19 Uhr ein. Die Lokalität steht noch nicht ganz fest, findet ihr aber bald auf unserer Homepage www.grundeinkommen-thueringen.de. Lasst uns doch lieber miteinander reden und nicht übereinander schreiben.
LG Susanne Schickschneit

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20.06.2019, 23.40 Uhr
Franz Tabak | Frau Schickschneit
1. Wie soll das Geld erwirtschaftet werden, wenn niemand dafür, so verstehe ich die Äusserungen im Artikel, was zu tun braucht? Woher kommt Ihre Information, dass dann immer noch genur Menschen arbeiten gehen, damit ein (Wirtschafts- oder Sozial-)System (vernünftig) funktioniert?

2. Warum ein "bedingungsloses Grundeinkommen" schaffen, wenn erstmal die Politik und Wirtschaft gefragt sind, um faire Arbeitsplätze und Löhne zu schaffen? Vorallem, warum ein "bedingungsloses Grundeinkommen" für jedermann, also auch für die Reichen und Mächtigen im System?

3. Warum antworten Sie nicht klar auf Kritik? Sie scheinen ebenfalls schon in der politischen Mitte angekommen zu sein und reden auch nur wie die "großen" Politiker um den heißen Brei herum!

Ich kritisiere ja nicht die Idee eines Grundeinkommens, nur so, wie sie es sich vorstellen. Unter anderem aus diesen Fehlern hat auch der "Sozialismus" in der DDR nicht funktioniert, nur dass in der DDR alles noch eine Spur schlimmer lief! Sie können den Gaul ja gerne versuchen von hinten aufzuzäumen, aber das funktioniert nicht lange, dann haben wir, aus meiner bescheidenen Sicht, entweder eine Inflation oder eine Deflation!

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21.06.2019, 10.58 Uhr
Spätzlevernichter | Gegenvorschlag zum Grundeinkommen:
Wäre es nicht einfacher, das bestehende System umzugestalten?

1. Einkommen ist in unserer Gesellschaft die Gegenleistung für den Nutzen, der der Gesellschaft erbracht wird. Sei es selbstständige oder unselbstständige Arbeit. Es ist gleichsam Triebfeder dafür, eine Leistung für die Gesellschaft zu erbringen. Sicher gibt es viel ehrenamtliches Engagement, was auch gut und wichtig ist, jedoch nicht ausreichend für den Erhalt der Wirtschaft.

2. Einkommen ist nicht nur das, was auf dem Konto ankommt, es beinhaltet ebenso die Ausgaben für die gesellschaftliche Verwaltung (Steuer) und die gesellschaftliche Absicherung (sozialbeiträge). Genau an dieser Stelle ist im Grunde der solidarische Gedanke, der ja auch dem grundeinkommen zu Grunde liegt enthalten.

3. Wir haben bereits ein Grundeinkommen. Jeder dessen Einkommen nicht zum Leben reicht, hat das Recht die unter 2 genannte gesellschaftliche Absicherung in Anspruch zu nehmen. Die Höhe der Leistung ist diskussionswürdig - das ist unbestritten.

Ich denke, dass das Problem, welches das grundeinkommen lösen soll, ganz anders angepackt werden müsste. Wir brauchen einfach mehr einzahler in die sozialsysteme... Das bedeutet für mich: kranken- und rentenversicherungspflicht für alle. Private kranken- und Rentenversicherer können zusätzliche Leistungen abfedern, aber niemand sollte die Möglichkeit haben, sich aus der Solidargemeinschaft herauszunehmen. Ganz schnell hätten wir die Themen Altersarmut und Finanzierungsnotstand bei Krankenhäusern abgehakt.

Ebenso ist es mit der Steuer Gesetzgebung. Die Steuerlast für die unteren einkommensklassen ist meiner Meinung nach zu hoch... Nicht nur die einkommensteuer, sondern die verbrauchssteuern (MwSt, Mineralölsteuer...) ein Millionär, der 19% MwSt auf seinen vierten Benz bezahlt interessiert das weitaus weniger, als die Frisörin, die einen neuen Kühlschrank braucht.

Als Schlussfolgerung:
- Anhebung der sozialen absicherung
- mehr einzahler in die bestehenden sozialsysteme
- steuerentlastung für niedrigere Einkommen. (höhere Freibeträge, einkommensabhängige kilometerpauschale, einkommensabhängige Absetzbarkeit von Werbungskosten)

Im Ergebnis bliebe die Triebfeder... (Besser ausbilden, besser arbeiten, mehr Geld verdienen) ... erhalten, aber die Angst vor der Unfähigkeit den Lebensunterhalt finanzieren zu können entfällt. Warum also alles neu erfinden, wenn das bestehende optimiert werden kann?

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21.06.2019, 12.24 Uhr
Franz Tabak | Spätzlevernichter
Genau das meine ich doch weiter oben in meinen Kommentaren. Warum muss ein Grundeinkommen (für alle) kommen, wenn man eigentlich von seinem Lohn, den man hart erarbeitet hat, leben sollte? Hier muss die Politik und die Wirtschaft nachbessern um fairere Bedingungen und Löhne zu schaffen und nicht ein Alibimindestlohn, wobei ja Politiker verschiedenster Coleur sagen, dass der heutige Mindestlohn mindestens 12 Euro, besser noch höher sein müsste, schaffen und dabei bleibt es dann.

Natürlich sollte man auch die großen Unternehmen steuerlich stärker zur Kasse biten und nicht immer nur den kleinen Mann, wie es so schön im Volksmund heißt.

Zum Thema private Krankenvorsorge: Auch damit wird schon das System ausgehebelt. Es kann nicht sein, dass es in einem sog. Sozialstaat ein Zwei-Klassen oder gar ein Drei-Klassen-Gesundheitssystem gibt. Dort muss ich Frau Schickschneit recht gebven, nur wer Gesund ist, kann auch arbeiten. Duies funktioniert aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen und nicht einer links und der andere rechts! Warum nicht eine Bürgerpflichtversiherung für alle einführen? Ich kenne genug Selbstständige, die sich die private Krankenvorsorge nicht leisten können und eine Bürgerpflichtversicherung sehr gerne unterstützen würden!

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21.06.2019, 12.33 Uhr
BGE- Pirat | bestehendes optimieren......................
ja man kann sein altes auto immer wieder reparieren...
aber irgendwann muß es doch ein neuses sein.
und es ist nicht einfach sich umzustellen mit der bedienung.

Auch wenn das buch nur eine utopie ist...
einfach mal lesen und da rüber nachdenken
es gibt eine menge antworten

Kurzer Abriss der deutschen Geschichte 2022-2050: Wie das bedingungslose Grundeinkommen unser Leben und unsere Gesellschaft verändert hat
von Daniel Weißbrodt (Autor)

mfg heiko

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21.06.2019, 12.53 Uhr
Franz Tabak | Ist ja gut
Lieber Heiko, beruhige dich doch! Ich lasse dir doch deine Phantasieen, Träume und Spinnereien! Bleibe du bitte in deiner Blase leben!

Und da du ja selber sagst, dass das Buch nur eine Utopie ist, die Antworten geben würde: Wann kommt der Warp-Antrieb der Enterprise? Wann treffen wir endlich auf Klingonen und Vulkanier? Falls dies dein Buch auch beantwortet, würde ich mir doch langsam aber sicher Sorgen machen!

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21.06.2019, 14.28 Uhr
Spätzlevernichter | Lieber BGE-Pirat...
... Ich kenne das Buch nicht und habe auch keine Veranlassung es zu kaufen. Gründe: siehe oben.

Ich denke, diese gesamte BGE-Bewegubg vergisst das menschliche Naturell: der Mensch ist Egoist und in seiner Grundeinstellung eher bequem.

Natürlich sind diese Eigenschaften bei jedem anders ausgeprägt, aber es ist nunmal ei e Tatsache, dass nur die allerwenigsten aus Spaß ins Büro oder auf die Baustelle gehen.

Nein, wir gehen arbeiten um besser zu leben, als andere. Wenn ich nicht arbeiten müsste, meine Ansprüche niedrig genug wären, um mit dem BGE auszukommen... Ich würde den ganzen Tag nur das tun, wozu ich Lust hätte. Bei manchen wäre das Sport, bei anderen die Couch... Bei manchen vielleicht der gemeinnützige Verein oder der Schrebergarten. Auf jeden Fall würde weniger geleistet. Eine zeitlang hätten wir dann viele relaxt, entspannte Menschen, die sich aber wegen der durch den gesellschaftlichen Produktivitätsrückgang steigenden Preise bald ihr bequemes Leben nicht mehr leisten könnten.

Statt in Ihr Utopie-Buch sollten Sie vielleicht Ihre Nase mal in ein VWL -Buch stecken.

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21.06.2019, 14.57 Uhr
BGE- Pirat | lieber Franz und Spätzlevernichter
Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.
wo in der USA die farbigen bürger noch hinten im bus sitzen
mußten war es auch eine utopie das mal Barack Obama präsident wird
und wenn die letzten kleinen geschäfte nach 14,-euro
mindeslohn zu gemacht haben und wir bei 6 milionen
arbeitslosen sind können wir weiter reden.
es ist nur schade das das kind erst in den brunnen fallen muß.............

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21.06.2019, 16.22 Uhr
tannhäuser | 6 Millionen Arbeitslose?
Haben wir doch ohne bereinigte Arbeitslosenstatistik.

Die täglich Zuwandernden zuzüglich aktuellem und erwartetem Familiennachzug in Wartestellung zur Duldung oder deutscher Staatsbürgerschaft, die (noch) nicht arbeiten (dürfen) dazugerechnet, dann ist das noch eine optimistische Zahl.

Und wenn die alle auch noch das bedingungslose Grundeinkommen erhalten, dann Gute Nacht!

Wir reden dann nicht mehr über Tafeln für Hunderttausende, sondern Suppenküchen für Multimillionen. Und damit meine ich nicht die derzeitigen Nachtbusse für Obdachlose in Großstädten.

Was uns dann erwartet, werden auch Wohltätige Organisationen und Ehrenamtliche nicht mehr stemmen können.

Denn irgendwer muss dann noch arbeiten, Steuern sowie Pflichtbeiträge bezahlen und auch mal schlafen und nicht in der knappen Freizeit die Hilfen leisten, die eigentlich der Staat erbringen sollte.

Wie @ Spätzlevernichter schrieb: VWL lesen ist besser als utopische Träumereien.

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21.06.2019, 16.56 Uhr
sarkaso | Der Mensch ist für den Kommunismus -
- nicht geschaffen, und nichts anderes ist das "bedingunsglose Grundeinkommen": darauf vertrauen, dass der Mensch weit genug entwickelt ist, dass er nicht für Geld arbeitet, sondern "um sich selbst zu verbessern und den Rest der Menschheit" (um Captain Jean-Luc Picard zu zitieren, wenn wir schon mal bei Utopien sind).

Ich glaube nicht daran, dass genug Leute übrigbleiben, die das bedingungslose Grundeinkommen für sich selbst und für jene erwirtschaften, die im Moment der ersten Auszahlung den Hammer in die Ecke werfen.

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24.06.2019, 20.25 Uhr
Franz Tabak | Werter BGE-Pirat
Ich habe wirklich lange überlegt, ob es hier noch Sinn macht, zu antworten, habe mich aber jetzt doch noch dazu durchgerungen.

Wenn wir ehrlich sind gibt es doch die 6 Millionen Arbeitslosen schon lange, oder? Nicht eingerechnet werden in der offiziellen Arbeitslosenzahl von 2 Millionen Arbeitslosen 1-Euro-Jobber, Minijobber, Sozialgeldempfänger, Kranke,...

Wenn man diese Menschen dazu rechnet, werden Ihre 6 Millionen nicht ausreichen.

Ihr Vergleich das jede Lohnerhöhung in die Pleite treibt hinkt ziemlich stark. Ist es nicht so, dass jeder kleine Handwerker eine Lohnerhöhung sofort auf seinen Preis umschlägt? Warum ist es denn so, dass sich beispielsweise selbstständige Frisöre, Bäcker oder auch Unternehmer in der (Autoteile)Zuliefererindustrie mehrmals im Jahr einen guten und teuren Urlaub oder gar ein Luxusschlitten von AMG-Mercedes leisten können, sein Angestellter aber nur alle zwei bis drei Jahre EINMAL in den Urlaub fliegt und er nur einen Mittelklassewagen nur über Kredit leisten kann?

Frau Schickschneit, ich hoffe, Ihren Beschäftigten mangelt es nicht an Geld. Ihrem Kommentar kann man entnehmen, dass diese sehr gut von Ihnen bezahlt werden.

Der Vergleich Obama und Grundeinkommen ist wie ein Äpfel-Birnen-Vergleich. Sie wissen schon, dass Herr Obama ein steinreicher Mann war, bevor er President wurde? Ein armer Farbiger hat in Amerika KEINE Chancen!

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