Do, 14:00 Uhr
23.05.2019
Neue Leitung im Kreisjugendring
Nach vorne blicken
Mit dem plötzlichen und unerwarteten Tod der jungen Geschäftsführerin Jennifer Pohl ereilte den Kreisjugendring im Januar eine Tragödie. Man hatte nicht nur eine engagierte Chefin verloren, sondern auch eine hoch geschätzte Kollegin und Freundin. Seit dieser Woche steht fest wie es weitergehen soll...
Der neue Geschäftsführer des Kreisjugendring Nordhausen, Thomas Herwig, mit der Vorstandsvorsitzenden Anja Finke (Foto: Angelo Glashagel)
Betritt man die Flure des Kreisjugendrings, dann lächelt sie einen noch einmal an, vom Foto. Nur knappe zwei Jahre hielt Jennifer Pohl die Zügel des KJR in der Hand und hat doch tiefe Spuren hinterlassen, nicht nur im Team sondern auch in der Ausrichtung der Jugendarbeit.
Die Situation sei auch jetzt noch keine einfache Situation, sagt Thomas Herwig, seit dieser Woche Frau Pohl's Nachfolger an der Spitze des KJR. "Ich habe sie selber leider kaum gekannt aber ich weiß das es für ihr Team ein großer Schock war. Jennifer war eine hoch geschätzte Kollegin und für viele eine Freundin, die als Chefin nicht "von oben" geführt hat, sondern mittendrin war."
Mit der Berufung von Thomas Herwig will der Verein nun wieder vorwärts blicken, erklärt die Vorstandsvorsitzende Anja Finke, dabei aber den Kurs halten, den Frau Pohl eingeschlagen hat. "Das hier ist keine One-man-show. Wir werden gemeinsam Verwantwortung übernehmen und sehen was wir entwickeln können.", sagt Herwig, jetzt gelte es aber erst einmal die Mitarbeiter und den KJR als Organisation kennen zu lernen.
Einige der 19 Mitgliedsorganisationen dürfte er noch kennen. Herwig hat lange Jahre beim Horizont Verein gearbeitet und ist kein Neuling in der Jugend- und Sozialarbeit der Region. Aufgaben gibt es genug, der Kreisjugendring betreut mit dem Jugend-Treff im Clubhaus und dem Jugendclub-Ost zwei zentrale Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche in Nordhausen. Hinzu kommen zwei Schulsozialarbeiter, Projekte wie die "Frühen Hilfen", die Koordinierung für das Bundesprogramm "Demokratie Leben" und natürlich die Aufgabe als Mittler für die Mitglieder in der Jugendverbandsarbeit und das Clubhaus als Party-Location.
Die neueste Herausforderung hat man fast direkt vor der Haustür: nachdem es in den letzten Wochen und Monaten immer wieder Beschwerden über das Verhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen Promenade, Marktpassage und Petersberg gegeben hat, soll sich neben Ordnungsamt und Polizei jetzt auch der KJR des Problems annehmen und wird einen "Straßen-Jugend- und Sozialarbeiter" ins Feld schicken. Der soll, nach der Idee des aufsuchenden Ansatzes, direkt in der Stadtmitte unterwegs sein, Vertrauen aufbauen und einen niederschwelligen Zugang zu den Jugendlichen etablieren, um die Probleme an der Wurzel packen zu können.
In der Verbandsarbeit werde man als Dachorganisation die Aufgabe haben die Strukturen weiter zu festigen, sagt der neue Leiter. Perspektivisch werde man zudem die Digitalisierung in den Blick nehmen müssen, wenn man weiter zielgruppenorientiert arbeiten wolle. "Die Kinder werden heute ganz anders sozialisiert als vor 20 Jahren, es wird mehr medienpädagogische Inhalten brauchen, damit wir kommunikatives Wissen vermitteln können, nicht nur an die Kinder und Jugendlichen, sondern auch an die Erwachsenen".
Inhaltsfragen hängen schnell auch an Geldfragen, für Non-profit-Organisationen sei es schon heute eine Herausforderung Eigenmittel aufzubringen und Drittmittel einzuwerben, um Projekte auch umsetzen zu können. Bis 2021 werde sich die Fördermittellandschaft ändern, meint Herwig, auch darauf werde man sich vorbereiten müssen. Vielleicht sogar im Verbund. Der Konkurrenzgedanke der mitunter in der sozialen Trägerlandschaft des Kreises herrsche, sei für ihn oft nicht mehr als eine Haltungsfrage. Im miteinander könne es leichter sein, Gelder zu bekommen, sagt Herwig, und das nutze am Ende der gesamten Region.
Angelo Glashagel
Autor: red
Der neue Geschäftsführer des Kreisjugendring Nordhausen, Thomas Herwig, mit der Vorstandsvorsitzenden Anja Finke (Foto: Angelo Glashagel)
Betritt man die Flure des Kreisjugendrings, dann lächelt sie einen noch einmal an, vom Foto. Nur knappe zwei Jahre hielt Jennifer Pohl die Zügel des KJR in der Hand und hat doch tiefe Spuren hinterlassen, nicht nur im Team sondern auch in der Ausrichtung der Jugendarbeit.
Die Situation sei auch jetzt noch keine einfache Situation, sagt Thomas Herwig, seit dieser Woche Frau Pohl's Nachfolger an der Spitze des KJR. "Ich habe sie selber leider kaum gekannt aber ich weiß das es für ihr Team ein großer Schock war. Jennifer war eine hoch geschätzte Kollegin und für viele eine Freundin, die als Chefin nicht "von oben" geführt hat, sondern mittendrin war."
Mit der Berufung von Thomas Herwig will der Verein nun wieder vorwärts blicken, erklärt die Vorstandsvorsitzende Anja Finke, dabei aber den Kurs halten, den Frau Pohl eingeschlagen hat. "Das hier ist keine One-man-show. Wir werden gemeinsam Verwantwortung übernehmen und sehen was wir entwickeln können.", sagt Herwig, jetzt gelte es aber erst einmal die Mitarbeiter und den KJR als Organisation kennen zu lernen.
Einige der 19 Mitgliedsorganisationen dürfte er noch kennen. Herwig hat lange Jahre beim Horizont Verein gearbeitet und ist kein Neuling in der Jugend- und Sozialarbeit der Region. Aufgaben gibt es genug, der Kreisjugendring betreut mit dem Jugend-Treff im Clubhaus und dem Jugendclub-Ost zwei zentrale Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche in Nordhausen. Hinzu kommen zwei Schulsozialarbeiter, Projekte wie die "Frühen Hilfen", die Koordinierung für das Bundesprogramm "Demokratie Leben" und natürlich die Aufgabe als Mittler für die Mitglieder in der Jugendverbandsarbeit und das Clubhaus als Party-Location.
Die neueste Herausforderung hat man fast direkt vor der Haustür: nachdem es in den letzten Wochen und Monaten immer wieder Beschwerden über das Verhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen Promenade, Marktpassage und Petersberg gegeben hat, soll sich neben Ordnungsamt und Polizei jetzt auch der KJR des Problems annehmen und wird einen "Straßen-Jugend- und Sozialarbeiter" ins Feld schicken. Der soll, nach der Idee des aufsuchenden Ansatzes, direkt in der Stadtmitte unterwegs sein, Vertrauen aufbauen und einen niederschwelligen Zugang zu den Jugendlichen etablieren, um die Probleme an der Wurzel packen zu können.
In der Verbandsarbeit werde man als Dachorganisation die Aufgabe haben die Strukturen weiter zu festigen, sagt der neue Leiter. Perspektivisch werde man zudem die Digitalisierung in den Blick nehmen müssen, wenn man weiter zielgruppenorientiert arbeiten wolle. "Die Kinder werden heute ganz anders sozialisiert als vor 20 Jahren, es wird mehr medienpädagogische Inhalten brauchen, damit wir kommunikatives Wissen vermitteln können, nicht nur an die Kinder und Jugendlichen, sondern auch an die Erwachsenen".
Inhaltsfragen hängen schnell auch an Geldfragen, für Non-profit-Organisationen sei es schon heute eine Herausforderung Eigenmittel aufzubringen und Drittmittel einzuwerben, um Projekte auch umsetzen zu können. Bis 2021 werde sich die Fördermittellandschaft ändern, meint Herwig, auch darauf werde man sich vorbereiten müssen. Vielleicht sogar im Verbund. Der Konkurrenzgedanke der mitunter in der sozialen Trägerlandschaft des Kreises herrsche, sei für ihn oft nicht mehr als eine Haltungsfrage. Im miteinander könne es leichter sein, Gelder zu bekommen, sagt Herwig, und das nutze am Ende der gesamten Region.
Angelo Glashagel

