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Mi, 13:00 Uhr
08.05.2019
Ein Geburtstag mit Nachwehen

Jendricke: "Verleumdungskommando der CDU ist wieder aktiv"

Am Montag hatte SPD-Stadtrat Georg Müller in der nnz noch einmal betont, dass er auf die Herausgabe des Antikorruptionsberichtes für das Jahr 2017 beharre. Mehrere Leser der nnz verwiesen in Kommentaren auf angebliche Verfehlungen anderer Politiker, zum Beispiel vom jetzigen Landrat Matthias Jendricke. Bei dem haben wir nachgefragt, wie das denn damals, im Jahr 2012, so ablief?


Foto: geralt/pixabay.com

Im Januar feiert Jendricke, damals Bürgermeister und aussichtsreicher Anwärter auf die Nachfolge von Barbara Rinke, seinen 40. Geburtstag. Im Tabakspeicher.

"Vornweg: ich habe mich schon ein wenig gewundert oder vielleicht auch geärgert, wenn sich die CDU jetzt schützend vor einen CDU-Amtsleiter stellt und dann ihr Verleumdungskommando in Stellung bringt." Sowohl die damalige Oberbürgermeisterin als auch er als damaliger Bürgermeister hätten von Anfang an klargemacht, dass die Geburtstage als sogenannte öffentliche Personen nicht in den Diensträumen gefeiert werden sollen. Rinke feierte ihren 65. Geburtstag auf der Baustelle Flohburg, Jendricke im Tabakspeicher.

"Ich kann hier, nunmehr nach mehr als sieben Jahren, nur erneut betonen, dass ich alle Kosten, die im Zusammenhang mit meinem 40. Geburtstag entstanden sind, aus eigener Tasche bezahlt habe", sagt Jendricke. Er sei sich bewusst gewesen, dass es wegen der Kosten wenigstens Nachfragen gegeben hätte und habe deshalb alle Belege gesammelt. "Ich habe alle Kosten privat übernommen, von den Einladungskarten, über Speisen, Getränke, die Miete des Tabakspeichers bis hin zur Reinigung der Tischdecken bei der Lebenshilfe." Übrigens: Den Tabakspeicher könne jeder mieten, der eine etwas größere Feier ausrichten will.

Alle Abrechnungen habe er dann dem Rechnungsprüfungsamt der Stadtverwaltung und selbst dem damaligen Rechnungsprüfungsausschuss vorgelegt. Und trotzdem sei es mit den Anschuldigungen, vor allem aus CDU-Kreisen weitergegangen. Die Vorwürfe gipfelten in einer Strafanzeige und darauf folgenden Ermittlungen der Kripo und der Staatsanwaltschaft. "In meiner Abwesenheit haben die Beamten im Dienstzimmer des Rathauses alle Unterlagen gesichtet, die Buchungen mit der Kämmerei abgeglichen und wenig später das Verfahren eingestellt."

Nach dem Machtwechsel im Nordhäuser Rathaus sei die Verfahrensweise mit Geburtstagen plötzlich geändert worden, "denn der neue Dienstherr Dr. Zeh feierte seinen 60 Geburtstag noch im Jahr 2012 im Nordhäuser Rathaus."

Warum dessen Nachfolger Buchmann die Herausgabe des 2017er Berichts verweigert, das erschließe sich Jendricke nicht. "Er macht damit alle Mitarbeiter der Verwaltung verächtlich und spielt der CDU in die Hände, die das Begehren von Stadtrat Müller bislang nicht unterstützt hat." Zu den Vorwürfen des Nordhäuser Oberbürgermeisters auf dessen Facebookseite, dass es im Landratsamt keinen Antikorruptionsbericht gebe, äußerte sich Matthias Jendricke im Gespräch mit der nnz ebenfalls: "Im Landratsamt gibt es einen Antikorruptionsbeauftragten und in der Kreisverwaltung gibt es - im Gegensatz zur Stadtverwaltung - ein korrekt arbeitendes Rechnungsprüfungsamt (RPA), dessen Mitarbeiterinnen vom Kreistag ernannt werden. Und es gibt die Jahresprüfung des RPA, in die auch Feststellung des Antikorruptionsbeauftragten einfließen. Und selbstverständlich können diesen Jahresbericht alle Mitglieder des Kreistages einsehen. Im Gegensatz zum Nordhäuser Rathaus. Warum unter Dr. Zeh das städtische Rechnungsprüfungsamt als Kontrollinstanz abgeschafft worden ist, erschließt sich mir bis heute nicht. Kostengründe können es nicht gewesen sein, denn für externe Anwaltskanzleien ist gerade in der Ära Zeh viel Geld ausgegeben worden."
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
geloescht.20250302
08.05.2019, 13:14 Uhr
Da muss ich nicht mal Nordhäuser sein...
...um zum Begriff "Verleumdungskommando" ein breites Grinsen im Gesicht meinem Spiegel des Vertrauens anzuvertrauen

Ok, das Grinsen ist seit 14 Stunden meiner Fanschaft zum LFC geschuldet.

Aber wer haut denn solche Begriffe raus? Geht's noch polemischer? Sowas lässt sich nicht mal die vielgescholtene AfD einfallen.
blondchen
08.05.2019, 13:25 Uhr
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Crimderöder
08.05.2019, 14:12 Uhr
Der gute Ton, oder: Elegant durch alle Lebenslagen
Wenn die Herrschaften doch so viel Leidenschaft in die Debatten im Kommunalparlamenten tragen würden. Der Ton der SPD ist ganz schön rau und populistisch geworden.
sarkaso
08.05.2019, 14:19 Uhr
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Trüffelschokolade
08.05.2019, 14:40 Uhr
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Janko
08.05.2019, 15:39 Uhr
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Rainer H.
08.05.2019, 17:20 Uhr
SPD zieht in den Krieg ....
... doch wo sind die Themen? Diesen blöden Streit kann keiner mehr ertragen.
icke58
08.05.2019, 21:49 Uhr
Mann merkt es WAHLEN stehen vor der Tür!!!
Wenn mann das so liest wirds einen Schlecht,wem soll mann von diesen Parteien wählen grausam.Unten bei den kleinen gehts los und ziehts sich bis nach Oben durch Kleinkrieg..Treibt mann alle Wähler zur AFD !!!
Andreas Dittmar
08.05.2019, 22:53 Uhr
Weniger ist mehr
Herr LR Jendricke legt in Bezug auf seine 2012'er Geburtstagsfeier die Finanzen nochmals offen und geht damit auf die PM und die Kommentare ein, ohne dazu verpflichtet zu sein. Das ist gut so und hätte völlig ausgereicht.

Dass er zusätzlich zur Antwort auf die Nachfrage der NNZ auch den Antikorruptionsbericht 2017 thematisiert und ordentlich gegen Buchmann und seine vermuteten "Hintermänner" aus der CDU ballert, ist unprofessionell.

Absolut ratlos lässt mich der letzte Part zurück. Die Stadtverwaltung erstellt einen Antikorrutionsbericht, hat aber keine Instanz, die diesen prüft . Das LRA jedoch ist verwaltungstechnisch besser aufgestellt, hat auch einen Antikorruptionsbeauftragten, erstellt aber keinen Bericht.
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