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Sa, 10:00 Uhr
13.04.2019
Besuch in Petersdorf

Gelebte Solidarität für Grundschulkinder

Im Rahmen der gestrigen Ostereiersuche an der Petersdorfer Grundschule stellte sich der Förderverein, der seit 2015 zu einem festen Bestandteil des Schullebens geworden ist, umfassend vor. Cornelia Wilhelm hörte zu...

Immer in Bewegung (Foto: C. Wilhelm) Immer in Bewegung (Foto: C. Wilhelm)
„Das Gespräch um die Schließung kleiner Dorfschulen, verbunden mit dem augenscheinlichen politischen Trend hin zu größeren, komplexen Bildungseinrichtungen weckt schon gewisse Sorgen“, so Bianca Reinländer vom Förderverein der Grundschule Petersdorf. Sie bezieht sich hiermit auf Gespräche, bei denen auch eine Schließung dieser Schule zur Debatte stand.

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Im Sinne der Menschen, die sich im ländlichen Raum wohnhaft niederlassen, könne das nicht sein, meint die zweifache Mutter, deren Kinder ebenfalls die kleine Dorfschule besuchen. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Einer neuen Fassade sollen in den nächsten Monaten eine Neuausgestaltung des Schulhofes und ein umgestalteter Eingangsbereich folgen. An der Fertigstellung des Schulhofes wird schon fleißig gearbeitet. Derzeit wird der Boden begradigt. Geplant sind hier unterschiedliche Spielbereiche.

In nächster Instanz möchte sich der Verein dafür einsetzen, dass jede Klasse ein Hochbeet erhält, dass im Sinne eines Schulgartens gehegt und gepflegt werden soll. Derzeit wird zudem in Gesprächen mit der Stadt eine Umnutzung des ehemaligen Jugendclubs neben der Schule als Bibliothek konkretisiert, die dann durch die Schüler eigenständig geführt werden soll.

Weiterhin wäre von Seiten der Lehrkräfte wünschenswert aber freilich in Händen der Stadtväter liegend, die Schaffung eines Fußgängerüberweges bei der Schule. Der Ausgang liegt an einer sehr schlecht einsehbaren Kurve. „Oft wird rücksichtslos und viel zu schnell in diesem Bereich gefahren“, sagen die Lehrer. Ein Gefahrenbereich, der unbedingt bei den nächsten Ratssitzungen Berücksichtigung finden sollte.

Mit jedem Sanierungsschritt steigt auch die Attraktivität der Schuleinrichtung. Zunehmend mehr Stadtbewohner möchten ihre Kinder hier gern am Unterricht teilnehmen lassen. Vielleicht ist dies aber auch der Tatsache geschuldet, dass es bei den rund 90 Schülern, die die Schule derzeit besuchen, viel bessere Möglichkeiten der Betreuung finden.

Im Vergleich zu städtischen Bildungseinrichtungen bestünde im Rahmen dieser „solidarischen Gemeinschaft“ verstärkt die Möglichkeit, Kinder über einen bestimmten Zeitraum im „behüteten Bereich“ zu belassen, bevor sie den Ernst des Lebens richtig kennenlernten. Die Kinder achten auch gegenseitig aufeinander und lernen durch die Arbeit des Fördervereins schon früh, was gesellschaftliches Engagement bedeutet.

Der Slogan der Schule „Jeder ist uns wichtig!“ wird gelebt. Das einzelne Kind und seine Sorgen und Bedürfnisse werden wahrgenommen. In einer Schule mit knapp 90 Schülern geht das noch relativ einfach, weil die Übersicht einfach da ist. „Wir sind als Eltern einfach sehr an der Unterstützung und am Fortbestand der Schule auch für die nächsten Generationen interessiert“, sagt Saskia Grund vom Förderverein.

Ostern wird vorbereitet (Foto: C. Wilhelm) Ostern wird vorbereitet (Foto: C. Wilhelm)
Aufgrund der zahlreichen Unterstützung des Fördervereins konnte auch ein kurzzeitiger Personalmangel im Schulalltag bewerkstelligt werden. „Wir packen alle mit an. Um unseren Verein zu erhalten, nehmen wir beispielsweise seit drei Jahren am Nordhäuser Rolandsfest teil, das sich bald nähert“, erklärt Reinländer im weiteren Gespräch. Zu den Stoßzeiten am Nachmittag könne das schon mal ganz schön anstrengend sein. Aber wenn alle mithelfen und ihren Teil dazu tun, kann das gut bewerkstelligt werden. Beispielsweise steuern während der Veranstaltung einige Eltern neben dem Kuchenbacken kleine Zelte als Unterstand bei. Das ist nicht selbstverständlich. Aber eine sehr schöne Geste im Sinne der Gemeinschaft.

„Wenn jeder ein bisschen für die Gesellschaft beiträgt, ist schon viel geholfen. Da schaut man auch nicht auf die Zeit. Es geht auch nicht um einen Profit, sondern einfach um die Unterstützung, die den Kindern dadurch gegeben werden kann“, bekräftigen die Vereinsmitglieder. Die Kinder nähmen damit etwas sehr Wertvolles für ihr Leben mit: „Sie kommen zu der Erkenntnis, dass es sinnvoll ist, eine Sache einfach mal ohne Gegenwert zu unterstützen, sondern gemeinsam in der Gruppe für alle etwas zu bewegen.

Zwischenzeitlich wirken 40 Eltern ständig aktiv im Verein mit. Die Mitgliedschaft kostet jeden Monat einen Euro. Zu größeren Festveranstaltungen werden aber alle Eltern um Mithilfe gebeten. Im Übrigen ist eine Vereinsmitgliedschaft nicht zwingend notwendig. Auch Sachspenden und kleine finanzielle Zuwendungen sind gern gesehen. Insbesondere die Lego-Strecke im Hort freut sich über eine Ergänzung. Wer also noch Steine übrig hat und diese nicht mehr benötigt, würde den Kindern eine große Freude machen.

Das ruhige Leben auf dem Land dauert aber nicht ewig an. Im Anschluss an die vierte Klasse werden die Kinder in städtische Schulen verteilt. Kein leichter Schritt für viele Schüler. Müssen sie in diesem Moment doch aus dem vertrauten Umfeld weg in die weite Welt hinaus sozusagen. Der Abschied fällt oft schwer. Damit die Kleinen aus der Grundschule mehr als den ein solidarisches Miteinander und den gut betreuten Start in die ersten Jahre ihrer Schulzeit mitnehmen, bekommen sie vom Förderverein in jedem Jahr ein kleines Abschiedsgeschenk.

Viele Eltern wechseln in diesem Zusammenhang auch in Projekte auf den neuen Schulen und verlassen den Verein. Um die derzeitige Stärke beizubehalten und weiter auszubauen findet in jedem Jahr im Herbst eine Wanderung statt, zu der die neuen ersten Klassen gern eingeladen sind. Hierbei wird der Verein vorgestellt und für eine lohnenswerte Mitgliedschaft geworben.
Cornelia Wilhelm

Weitere Informationen zum Förderverein finden Sie unter: https://www.petersdorf-gs.de/foerderverein.htm
Autor: red

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