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Sa, 07:50 Uhr
06.04.2019
Diskussion ist notwendig

Zu viele Hürden bremsen den Camping-Boom

Mit einem Bruttoumsatz von jährlich etwa 12,6 Milliarden Euro hat sich der Camping- und Caravaning-Tourismus zu einer tragenden Säule im Deutschland-Tourismus entwickelt. Naturnahe Erholung, Entschleunigung und selbstbestimmtes Reisen sind die besonderen Merkmale, die dieser Urlaubsart einen Boom bescheren...

Stark im Kommen - Caravaning (Foto: ADAC/Uwe Rattay)
Als zunehmend problematisch erweisen sich jedoch zahlreiche Hürden wie der Führerschein für schwere Wohnmobile, die hohen Anforderungen bei der Gestaltung von Reisemobil-Stellplätzen sowie Einfahrverbote für Diesel-Wohnmobile in Innenstädte.

Gemeinsam mit dem Caravaning Industrie Verband CIVD diskutierte der ADAC mit Vertretern aus Politik und Tourismusverbänden, wie der Camping- und Caravaning-Tourismus unterstützt werden kann.

ADAC Vizepräsident für Tourismus Kurt Heinen: „Campingtourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den ländlichen Raum. Gerade in strukturschwachen Gebieten sichert er vielen Menschen den Lebensunterhalt. Hinzu kommt, dass diese Urlaubsform dazu beiträgt, von Massentourismus betroffenen Metropolregionen zu entlasten, weil Touristen in ländliche Regionen gelenkt werden. Es ist daher an der Zeit, günstige Rahmenbedingungen für den Reisemobiltourismus zu schaffen und die hierfür notwendigen politischen Weichenstellungen vorzunehmen.“

Laut ADAC können die Fahrer von schweren Wohnwagen-Gespannen zwischen 3,5 und 4,25 Tonnen Gesamtgewicht relativ unkompliziert eine so genannte B96-Fahrerlaubnis erwerben. Für Wohnmobile gibt es diese Möglichkeit nicht. Mit einem Pkw-Führerschein neueren Datums der Klasse B darf man nur ein Fahrzeug bis zu 3,5 Tonnen fahren, für schwerere Wohnmobile bis 7,5 Tonnen benötigt man einen Lkw-Führerschein der Klasse C1. Analog zum Führerschein B96 sollte daher auch für die Fahrer von schweren Wohnmobilen die kostengünstige Möglichkeit einer zusätzlichen Qualifikation geschaffen werden und diese Ungleichbehandlung beendet werden.

Zudem spricht sich der Mobilitätsclub dafür aus, Reisemobil-Stellplätze am tatsächlichen Bedarf der Wohnmobilisten auszustatten. Im Gegensatz zu Campingplätzen werden sie meist nicht für längere Zeit, sondern als reine Übernachtungsmöglichkeit genutzt und sind daher auch einfacher ausgestattet. Dadurch bieten sie für Kommunen eine attraktive Möglichkeit, ohne größeren Aufwand der wachsenden Nachfrage von Caravan-Touristen nach Stellfläche zu entsprechen.
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Kommentare

06.04.2019, 12.00 Uhr
Paulinchen | Das sind die Auswirkungen...
... des Umweltschutzwahnsinns. Papa und Mama, wohin fahren wir in diesem Jahr in den Urlaub? *Wir bleiben zu Hause, Papa verliert in diesem Jahr seinen Arbeitsplatz, weil alle Menschen jetzt nur noch Strom aus Windkraft haben wollen. Da braucht man ihn und seine Bagger samt Kohle nicht mehr. Mama verliert ihre Arbeit, weil Bosch produziert demnächst keine Anlasser mehr, weil die E Autos keine mehr haben. Aber du kannst dafür jeden Freitag jetzt immer zur Demo gehen. :-)

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06.04.2019, 22.42 Uhr
Kobold2 | Auf welchen Niveau
wird denn hier schon wieder gejammert....
Wer sich ein Wohnmobil in der Größe leistet, für den sollte das Geld für den passenden Führerschein auch noch drin sein. Oder hält man es eher, wie zahlreiche Caravanspezialisten, wo das Geld für die Zusatzspiegel am Zugfahrzeug nicht mehr reicht.
Von Gleichbehandlung zwischen Caravan und Wohnmobilfahreren zu reden ist, ist reine Heuchelei.
Wie sieht es denn mit der Gleichbehandlung bei Stellplätzen und Übernachtungen aus? Da sind die Caravanbesitzer seither im Nachteil.

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07.04.2019, 09.13 Uhr
Gehard Gösebrecht | Vollkommene Mobilität
Das ist doch das, was die Leuchttürme der deutschen Wirtschaft so wollen. Arbeitnehmer, welche ständig mobil sind und welche man ständig an andere Standorte umsetzen kann. Sogar in das Ausland. Und der Nachwuchs kann sich von Kindesbeinen an, an das Zig....Leben schon einmal gewöhnen. Heute München und morgen Hamburg. Das Thema steigende Mieten, ist dann auch kein Thema mehr. Eine Postadresse gibt es im Internet und der Rest wird zeitnah auf dem Onlinekonto sichtbar. Sollte irgendwann trotz aller Bemühungen und Mobilität kein Arbeitsplatz mehr greifbar sein, bezahlt das Jobcenter auch das Dauercamping bis zum Tode. Dann kommt ein mobiles Bestattungsunternehmen und kümmert sich mittels einer mobilen Verbrennungsanlage um den Rest.

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