Di, 17:00 Uhr
05.02.2019
NNZ-LESER WENDET SICH AN DIE CHEFS VON AGRARBETRIEBEN
Flurhygiene, Insektensterben, Vogelschwund
Immer weniger Insekten, immer weniger Vögel. Für nnz-Leser Wilhelm Roth, oft in der Natur unterwegs, ist das kein Geheimnis mehr. Der studierte Landwirt und heutige Rentner ist der Meinung, dass die Geschäftsführer von Agrarbetrieben im Südharz selbst viel tun könnten, um dem Einhalt zu gebieten...
Stieglitz (Foto: Wilhelm Roth)
Wie viele andere Vögel ist auch der Distelfink, auch Stieglitz genannt, heute zur Rarität geworden.
Südharz. In dem Ausmähen von Ackerrainen und Feldgräben als weitläufig sichtbares Zeichen des unberechtigten und schadhaften Eingriffes in die Natur sieht er einen der Gründe für das Insektensterben und den Vogelschwund. Er unterstreicht die Aussage des Landtagsabgeordneten und Agrarexperten Egon Primas im nnz-Interview "Wald, Wild, Jagd, Konflikte", Schluss damit zu machen, bis zum Graben-, Wiesen- und Waldrand zu pflügen und alle Wildkräuter, Nahrungsgrundlage für Insekten, Vögel und Niederwild, unterm Pflug zu begraben. Den Worten des CDU-Politikers müssten jetzt Taten folgen, fordert Roth.
Mit dem befremdenden Begriff Feldrandhygiene werde bislang die notwendige Bekämpfung von Schadinsekten, hartnäckigen Unkräutern wie Quecken und Wildwuchs, der Schnecken- und Mäuseabwehr als unerlässlicher Baustein begründet.Dem hält unser Leser entgegen: Welchen Einfluss aber sollte ein 1 Meter breiter Mulchstreifen mit 0.8 Prozent zerstörten Lebensraum zu einer 25 ha großen Intensivkultur erbringen? Müsste nicht vielmehr den Ackerbegleitkräutern an Feldrändern mit den Ackerrainen der notwendigen Artenvielfalt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden?
Zum Projekt Ackerbegleitflora in Niedersachsen galten bereits 1988 von 262 Ackerwildkräuterarten 20 als ausgestorben und 71 als vom Aussterben bedroht, was aus heutiger Sicht für unsere chemisierte Kulturen weit negativer zu beurteilen sei, meint Wilhelm Roth.Zoologen ermittelten weitreichende Folgen, dass 90 Prozent von 1200 an Ackerwildkräutern lebende Tierarten, auch Nützlinge, ausgestorben oder stark bedroht sind. So die Wildbienen.
Den enormen Rückgang von 10 Vogelarten als Teilindikatoren der heimatkundigen Agrarlandschaft bezeugten unter anderem Goldammern, Feldlerchen, Distelfink,Neuntöter und Rebhuhn.Der Rotmilan, dessen Besiedlungsschwerpunkt das Harzvorland ist, sollte uns erhalten bleiben und nicht weiteren Windrädern zum Opfer fallen.Die Meinung von Agrarleitern, dass die Landwirte die wahren Naturschützer sind, sollte in einem überzeugten Handeln seinen Ausruck finden, indem der Natur als vererbte moralische Pflicht des Landwirts lebensnotwendige Mosaiksteine überlassen werden..
Unverständlich ist nach Roths Ansicht, dass ein Straßengrabenrand keinen Schutzbalken aufweist und die Pflugfurche mit der Grabenkante erodiert sowie der Dünger- und Chemikalieneinsatz das Leben dieser Grenzlinien gefährdet.
Blühstreifen (Foto: Wilhelm Roth)
Blühstreifen in der Landwirtschaft mögen Insekten gern.
Die Farben- und Formenpracht mit emsigen Leben am Wegesrand kann unsere Kinder zur Heimatliebe mehr begeistern als ausgemähte Wegezeilen. Blühstreifen seinen eine willkommene Nahrungsgrundlasge für Insekten. Die wiederum mögen Vögel gern. Die Chefs der Agrarbetriebe hierzulande, die Jagdgenossenschaften, wir alle sollten dazu beitragen, die augenscheinlichen Mosaiksteine der Natur zu finden und zu beschützen.
Kurt Frank
Autor: red
Stieglitz (Foto: Wilhelm Roth)
Wie viele andere Vögel ist auch der Distelfink, auch Stieglitz genannt, heute zur Rarität geworden.Südharz. In dem Ausmähen von Ackerrainen und Feldgräben als weitläufig sichtbares Zeichen des unberechtigten und schadhaften Eingriffes in die Natur sieht er einen der Gründe für das Insektensterben und den Vogelschwund. Er unterstreicht die Aussage des Landtagsabgeordneten und Agrarexperten Egon Primas im nnz-Interview "Wald, Wild, Jagd, Konflikte", Schluss damit zu machen, bis zum Graben-, Wiesen- und Waldrand zu pflügen und alle Wildkräuter, Nahrungsgrundlage für Insekten, Vögel und Niederwild, unterm Pflug zu begraben. Den Worten des CDU-Politikers müssten jetzt Taten folgen, fordert Roth.
Mit dem befremdenden Begriff Feldrandhygiene werde bislang die notwendige Bekämpfung von Schadinsekten, hartnäckigen Unkräutern wie Quecken und Wildwuchs, der Schnecken- und Mäuseabwehr als unerlässlicher Baustein begründet.Dem hält unser Leser entgegen: Welchen Einfluss aber sollte ein 1 Meter breiter Mulchstreifen mit 0.8 Prozent zerstörten Lebensraum zu einer 25 ha großen Intensivkultur erbringen? Müsste nicht vielmehr den Ackerbegleitkräutern an Feldrändern mit den Ackerrainen der notwendigen Artenvielfalt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden?
Zum Projekt Ackerbegleitflora in Niedersachsen galten bereits 1988 von 262 Ackerwildkräuterarten 20 als ausgestorben und 71 als vom Aussterben bedroht, was aus heutiger Sicht für unsere chemisierte Kulturen weit negativer zu beurteilen sei, meint Wilhelm Roth.Zoologen ermittelten weitreichende Folgen, dass 90 Prozent von 1200 an Ackerwildkräutern lebende Tierarten, auch Nützlinge, ausgestorben oder stark bedroht sind. So die Wildbienen.
Den enormen Rückgang von 10 Vogelarten als Teilindikatoren der heimatkundigen Agrarlandschaft bezeugten unter anderem Goldammern, Feldlerchen, Distelfink,Neuntöter und Rebhuhn.Der Rotmilan, dessen Besiedlungsschwerpunkt das Harzvorland ist, sollte uns erhalten bleiben und nicht weiteren Windrädern zum Opfer fallen.Die Meinung von Agrarleitern, dass die Landwirte die wahren Naturschützer sind, sollte in einem überzeugten Handeln seinen Ausruck finden, indem der Natur als vererbte moralische Pflicht des Landwirts lebensnotwendige Mosaiksteine überlassen werden..
Unverständlich ist nach Roths Ansicht, dass ein Straßengrabenrand keinen Schutzbalken aufweist und die Pflugfurche mit der Grabenkante erodiert sowie der Dünger- und Chemikalieneinsatz das Leben dieser Grenzlinien gefährdet.
Blühstreifen (Foto: Wilhelm Roth)
Blühstreifen in der Landwirtschaft mögen Insekten gern.Die Farben- und Formenpracht mit emsigen Leben am Wegesrand kann unsere Kinder zur Heimatliebe mehr begeistern als ausgemähte Wegezeilen. Blühstreifen seinen eine willkommene Nahrungsgrundlasge für Insekten. Die wiederum mögen Vögel gern. Die Chefs der Agrarbetriebe hierzulande, die Jagdgenossenschaften, wir alle sollten dazu beitragen, die augenscheinlichen Mosaiksteine der Natur zu finden und zu beschützen.
Kurt Frank

