NNZ-BETRACHTUNG
Droht etwa ein Gegeneinander?
Gemeinsamer Neujahrsempfang von Stadt und Hochschule. Oberbürgermeister Kai Buchmann und Hochschulpräsident Professor Jörg Wagner prosteten einander zu. Der Sekt war trocken, was man von der Rede des OB nicht sagen konnte. Der proppenvolle Saal im Bürgerhaus horchte auf, als er schon eingangs seiner Rede die kommunale Selbstverwaltung hervorhob...
Das fängt mit der Erstellung des Haushaltes und der Umsetzung der Projekte an und hört dort auf, wo die Stadt Nordhausen – und die Bedeutung liegt auf Stadt – darüber entscheidet, in welchem Umfang und in welcher Himmelsrichtung das städtische Straßenbahnnetz erweitert oder nicht erweitert wird, Baugebiete erschlossen werden.
Die Botschaft war eindeutig. Jeder im Saal wusste, an wen sie sich richtete. Wie der Empfänger, der ebenfalls zu den Geladenen der gehobenen Gesellschaft zählte, reagieren wird, bleibt abzuwarten. Zaghaftigkeit wirft ihm keiner vor. Er ist, weiß man inzwischen, clever, hartnäckig, willensstark. Wie ein Besessener verfolgt er seine Vision, die Straßenbahnlinie nach Krimderode zu erweitern und sie in die vorhandene Strecke der HSB einzubinden.
Und immer und immer wieder die gleiche Antwort aus dem Rathaus: Nein! Eine Investition müsse sinnvoll sein. In einer Erweiterung der Straßenbahnlinie sieht das Rathaus keine wirtschaftliche Notwendigkeit. Doch der, der die Idee verficht, duckt sich nicht unter dem Wind. Hübsche Einladungen ließ er drucken, lädt zu einer Veranstaltung für den 30. Januar ein. Und zieht alle Register, seine Straßenbahn-Idee öffentlichkeitswirksam vorzustellen. Wieder einmal! Geschickt verpackt: Nicht nur um deren Erweiterung nach Krimderode soll es gehen, sondern insgesamt um den Personennahverkehr.
Das ist sein gutes Recht, sich als Visionär darzustellen. Dennoch: Dem OB dürfte zumute sein, als liege ihm jemand auf der Pelle, erteile Ratschläge, so, als ob man selbst keine eigenen Ideen habe. Das kann schon ärgern. Ob es klug war, die Einladungen abzuweisen, sei dahingestellt. Aber: Wenn das so weiter geht, ist zu befürchten, dass von einem Miteinander von Stadt- und Kreisspitze ein Gegeneinander werden könnte. Wo Streitereien hinführen, ist noch ungut im Gedächtnis. Aus einer Zeit, in der sich zwei namhafte Kommunalpolitiker spinnefeind waren.
Kurt Frank
Autor: red
Kommentare
Waldemar Ceckorr
25.01.2019, 20:03 Uhr
solange ein kommunalpolitiker
jendricke heißt, wird es kein miteinander geben.
so sieht's der waldi
Glaskugel
25.01.2019, 21:46 Uhr
Kurt Frank,
ihr Buchmann Bashing und Jendricke Pushing langweilt aufmerksame Leser nur noch!
altmeister
26.01.2019, 08:31 Uhr
Kosten- / Nutzenrechnung
Bei allen Visionen sollte auch mit Investitions- und Unterhaltskosten gerechnet werden und vor allem die Notwendigkeit einer Investition bedacht sein, dies wurde bisher bei den großen Bauprojekten unter der Federführung des zu der jeweiligen Zeit für Finanzen Verantwortlichen vernachlässigt.
Fördermittel sind schön und gut, dabei ist allerdings der Eigenanteil zu bedenken und, vor allem, für laufende Kosten und spätere Instandhaltungen ist nicht mit einer Förderung zu rechnen.
Investitionsbedarf gibt es zur Genüge an vielen Stellen und es ist endlich an der Zeit, dass die zur Wahl des OB zugesagten Steuererleichterungen kommen, der Bürger entlastet wird.
Über die Kosten der schönen bunten Einladungen, angefangen von der Idee über die grafische Gestaltung, dem Druck und Versand sollte auch nachgedacht werden, eine Pressemitteilung hätte bestimmt auch gereicht um interessierte Bürger bzw. deren im Stadtrat oder Kreistag agierende Vertreter zu informieren, was ja auch parallel dazu gelaufen ist.
Selbst verhältnismäßig geringe Kosten summieren sich, gerade wenn es sich nicht um eine kleine Institution handelt, wie es eine Kreisverwaltung ist.
Immer daran denken, daß das Geld, welches dort ausgegeben wird, vom Bürger erarbeitet wurde, eine Verwaltung erarbeitet es nicht!
Liane Enzinger
26.01.2019, 10:17 Uhr
Der OB hat viel versprochen
Der OB hat vor der Wahl viel versprochen, auch den Streit mit dem Landrat zu beenden, die Steuern zu senken, kostenfreies Parken auf dem Bebelplatz, das Industriegebiet zu füllen usw.
Geblieben ist wenig bis nix, das Zurück schicken der Einladungen für die Stadträte ist nicht professionell, hat einen Konflikt prodiziert. Es geht nur miteinander. Würden sich alle Politiker so gebärden, gäbe es Kriege ohne Ende. Das ist die Kunst der Verhandlung, die man beherrschen muss, denn man handelt und spricht nicht für sich, sondern für die Wähler!
Liane Enzinger, M. A.
Realist 1.0
26.01.2019, 10:29 Uhr
Herr Jendricke ist kein Visionär sonder
ein kleiner Provinz Fürst, der auf sein eigenen Vorteil bedacht ist. Das das mit der Straßenbahn Erweiterung zu diesem Zeitpunkt kommt, ist doch reine Wahlkampf-Taktik. Er Jendricke sollte sich um das kümmer, für das erste gewählt wurde. Ich mache 10 Kreuze wenn Jendricke abgewählt wird (hoffentlich lassen sich die Wähler nicht einlullen von Jendricke), damit das Kasperletheater Landratsamt und der Stadt Nordhausen eine Ende hat, so viel Porzellan wie Jendricke in seiner Amtszeit als Landrat zwischen Landratsamt und der Stadt Nordhausen zerschlagen hat, hat vor ihm noch kein Landrat hinbekommen.
Flitzpiepe
26.01.2019, 10:52 Uhr
Das Gegeneinander der beiden gibt es doch bereits
Beim AKS wurde das deutlich. Buchmann wollte keinen AKS Umbau und er hat dem auch nicht zugestimmt. Die Einigung beim AKS und der Kreisumlage hat er (wahrscheinlich als Einziger) nicht unterstützt.
Buchmann reagiert nur (vorsichtig und meist ablehnend, um ja keine Fehler zu machen,) während Jendricke agiert (gegen jeden Widerstand),um Buchmann zu Entscheidungen zu drängen.
Das funktioniert nur leider nicht und Buchmann sperrt sich vehement dagegen.
Das ist aber eine großer Fehler von Buchmann! Man muss immer diskutieren und Jendrickes absurde Idee mit Argumenten abschmettern.
Da der Landkreis zu 30% an den Verkehrsbetrieben beteiligt ist, hat er auch das Recht der Mitwirkung.
Es war ein großer Fehler, den Komunalpolitiklaien Buchmann, der die OB-Kandidatur aus Spaß machte, zum OB zu wählen. Er hat einfach nicht das Format für so einen Posten.
Kritiker2010
26.01.2019, 10:55 Uhr
Ein Bisschen Farbe in der grauen Redelandschaft
Während sich das gemeine Volk - im Angesicht des kollektiven geistigen Verfalls - gegenseitig auf das Übelste bepöbelt, verkümmern politische Reden immer mehr zu vorhersehbaren Aneinanderreihungen von Worthülsen. Das Ganze wird dann geschickt mit dem Konjunktiv garniert und schon hat man eine Rede geredet, ohne irgendeine Verpflichtung eingegangen zu sein.
Da fällt es eben auf, wenn jemand noch nicht ganz ruhiggestellt ist und ein paar Emotionen durchblicken lässt. Dass der eine oder andere damit nicht mehr klarkommt, ist wohl dem gelebten Konformismus geschuldet. Man sollte schließlich besser wissen, was man nicht denken und schon gar nicht sagen darf.
Ich persönlich fand die Rede zum Neujahrsempfang durchaus unterhaltsam und etwas ehrlicher, als das übliche Gesäusel. Und eben wegen genau dieser kleinen Spitzen wird mir diese Rede in Erinnerung bleiben.
Im Übrigen richtete sich der Groll des Herrn Buchmann nicht nur gegen den Einen, dessen Namen nicht gesagt werden muss (und der selbst so gerne austeilt), sondern auch gegen die jüngsten Zerstörungen durch Vandalen in der Stadt - das nur als Ergänzung.
0lli
26.01.2019, 13:09 Uhr
Richtig Herr OB. Buchmann.
Nicht weil unser OB. Angst hat Fehler zu machen, sondern endlich ein Bürgermeister mit Gespürt und Überlegung der nicht zu allem ja sagt. Er hat erkannt, genau wie viele und vor allem die AFD das zum Beispiel die Verlängerung der Strassenbahn bis Krimderode der dümmste Vorschlag der letzten 10 Jahre ist. Viel Erfolg und behalten Sie ihre Linie der vernünftigen Entscheidungen bei.
Hendi
27.01.2019, 10:47 Uhr
Grundsätzlich liegt Buchmann ja richtig...
...mit der Aussage, dass die Stadt über den Ausbau ihres städtischen Straßenbahnnetzes entscheide. Neben der Tatsache, dass auch der Landkreis an den Verkehrsbetrieben beteiligt ist, kommt bei der von Jendricke vorgeschlagenen Maßnahme aber noch hinzu, dass primär Niedersachswerfen, also ein Ort außerhalb der Stadt Nordhausen, einen Nutzen hätte (die direkte Bahnanbindung an Landratsamt, Herder-Gymnasium und Wiedigsburghalle sowie die häufigere Anbindung an das Nordhäuser Stadtzentrum). Somit erscheint es nur logisch, dass trotz der Lage der Strecke im Nordhäuser Stadtgebiet der Landkreis (vertreten durch Jendricke) diese Strecke vorschlägt (und sich im Falle des Baus mehrheitlich daran beteiligt).
Dass der Landrat diese Strecke vorschlägt, beschneidet die Stadt zudem noch lange nicht in ihrer Entscheidungsgewalt diesbezüglich.
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