Mo, 17:30 Uhr
26.11.2018
nnz-Gespräch mit KSK-Vorstand Wolfgang Asche
"Das war ein arbeitsreiches Jahr!"
Sieben Jahre Niedrigzinspolitik der EZB, ein nicht aufzuhaltender demografischer Wandel und die Chancen, aber auch die Risiken der immer fortschreitenden Digitalisierung - und doch wird es ein sehr ordentliches Geschäftsjahr werden. Wie passt das zusammen...
nnz-Gespräch mit Wolfgang Asche (Foto: nnz)
Wer hätte das vor zehn Jahren gedacht: Zwei der wichtigsten Filialen der Kreissparkassen Nordhausen - die in der Grimmelallee und die in Salza - haben nur noch halbtags geöffnet. Undenkbar damals. Und doch notwendig, sagt der Vorstandsvorsitzende der Nordhäuser Kreissparkasse, Wolfgang Asche, im Gespräch mit der nnz.
"Wir reagieren damit auf zwei objektive Faktoren, die unser Geschäft wesentlich beeinflussen und auch in Zukunft beeinflussen werden. Da ist zum einen der demografische Wandel und zum anderen die fortschreitende Digitalisierung", beschreibt es Asche. Die Banker am Kornmarkt der Kreisstadt haben ausgerechnet, dass der Landkreis Nordhausen rund 350 Einwohner jährlich verliert. Das sind -statistisch betrachtet - 180 Kundinnen und Kunden.
Und da ist das sich stetig wandelnde Nutzungsverhalten der Kunden, die sich immer mehr den Möglichkeiten des Netzes zuwenden. Mal ehrlich hinterfragt: Wann muss der Sparer schon in eine Filiale gehen. Vielleicht zum Geldabheben am Automaten, das aber kann auch an der Supermarktkasse erledigt werden.
"Was aber bleiben wird, das ist das Gespräch mit dem Berater und da bieten wir selbst für die Kunden in den von Ihnen angesprochenen Filiale Gesprächstermine zwischen 8 und 20 Uhr an. Dann halten wir ja auch noch unsere Hauptstelle vor, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet hat. Zudem möchte ich auf unser telefonisch erreichbares Kunden-Service-Center verweisen", argumentiert der Vorstand. Und übrigens: die Reduzierung der Öffnungszeiten sei so gut wie auf keine Kritik der Sparkassenkundschaft gestoßen, denn letztlich wurde dieser Prozess bereits im vergangenen Jahr realisiert.
Das Jahr 2018 wird ein ordentliches Geschäftsjahr für die Kreissparkasse Nordhausen. "Wir wachsen im Bestand sowohl im Einlagen- als auch im Kreditgeschäft zwischen 2,5 bis 4 Prozent. Treiber dieser Entwicklung ist auf beiden Seiten das Privatkundengeschäft. Immer noch ist zum Beispiel das Tagesgeld eine beliebte kurzfristige Geldanlage und immer noch vertrauen unsere Kunden der Fachkompetenz bei der Finanzierung von Wohnraum und bei Konsumentenkrediten. Hier kommt es mitunter auf die Geschwindigkeit einer Zusage oder manchmal auch Absage an", berichtet Wolfgang Asche. Die Berater können in den meisten Fällen schon in einem ersten Gespräch eine konkrete Aussage treffen und das verschaffe dem Geldhaus Wettbewerbsvorteile.
Etwas anders die Lage im Geschäftskundenbereich. Die gute Auftragslage und sehr gute Umsätze, die wiederum eine gute Ergebnissituation mit sich bringen, erlauben es den Unternehmen notwendige Investitionen aus der eigenen Liquidität heraus zu realisieren. Vorhandenes Geld werde aber auch zur Stärkung des Eigenkapitals genutzt.
Und der Ausblick? "Es wird in den kommenden zwei Jahren eine Aufwärtsentwicklung bei den Zinsen geben, allerdings werden wir diese Zeit brauchen, um aus dem Minuszinsen bei der Bundesbank zu kommen." Wie sich die Zinsen für die Verbraucher entwickeln, das weiß Asche nicht zu sagen. Auf seinem übervollen Schreibtisch ist keine Glaskugel zu finden.
Aus Sicht des Geldinstitutes wäre eine zu rasche Erhöhung der Zinsen mehr als eine Herausforderung. Schließlich seien in den zurückliegenden Jahren gerade auf Grund der historisch niedrigen Zinsen viele langfristige Kredite vergeben worden. Wenn dann die Zinsen für die Einlagen angehoben werden müssen, klettern auch die Probleme.
Das geht aber nicht nur der Kreissparkasse Nordhausen so, darunter leiden alle Geldhäuser, die sich dem klassischen Bankmodell - also dem "Einsammeln" und Verleihen von Geld - verschrieben haben. Gemeinsam mit dem Volksbanken in diesem deutschen Lande wird das auch weiterhin so sein. Das Investmentbanking soll den Privatbanken vorbehalten sein. Dass allerdings die, die sich dann verzockt haben, bei eine Schieflage wieder durch den Steuerzahler gerettet werden könnten, das findet nicht nur der Vorstand der Kreissparkasse wirklich super, um es vorsichtig auszudrücken.
Und so werden auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreissparkasse weiterhin mit viel Engagement und "Sparkasseleben" den Spagat zwischen den Folgen politischer Zinsen und dem eigentlichen Ziel der deutschen Sparkassen aushalten müssen. Das da lautet, einen Teil der Gewinne an den Träger, den Landkreis Nordhausen auszuschütten. Und für Kultur, Sport und Soziales bleibt auch noch genug übrig, verspricht Wolfgang Asche. Die exakten Zahlen dieses Jahres werden traditionell zu Beginn des neuen vorgestellt.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
nnz-Gespräch mit Wolfgang Asche (Foto: nnz)
Wer hätte das vor zehn Jahren gedacht: Zwei der wichtigsten Filialen der Kreissparkassen Nordhausen - die in der Grimmelallee und die in Salza - haben nur noch halbtags geöffnet. Undenkbar damals. Und doch notwendig, sagt der Vorstandsvorsitzende der Nordhäuser Kreissparkasse, Wolfgang Asche, im Gespräch mit der nnz.
"Wir reagieren damit auf zwei objektive Faktoren, die unser Geschäft wesentlich beeinflussen und auch in Zukunft beeinflussen werden. Da ist zum einen der demografische Wandel und zum anderen die fortschreitende Digitalisierung", beschreibt es Asche. Die Banker am Kornmarkt der Kreisstadt haben ausgerechnet, dass der Landkreis Nordhausen rund 350 Einwohner jährlich verliert. Das sind -statistisch betrachtet - 180 Kundinnen und Kunden.
Und da ist das sich stetig wandelnde Nutzungsverhalten der Kunden, die sich immer mehr den Möglichkeiten des Netzes zuwenden. Mal ehrlich hinterfragt: Wann muss der Sparer schon in eine Filiale gehen. Vielleicht zum Geldabheben am Automaten, das aber kann auch an der Supermarktkasse erledigt werden.
"Was aber bleiben wird, das ist das Gespräch mit dem Berater und da bieten wir selbst für die Kunden in den von Ihnen angesprochenen Filiale Gesprächstermine zwischen 8 und 20 Uhr an. Dann halten wir ja auch noch unsere Hauptstelle vor, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet hat. Zudem möchte ich auf unser telefonisch erreichbares Kunden-Service-Center verweisen", argumentiert der Vorstand. Und übrigens: die Reduzierung der Öffnungszeiten sei so gut wie auf keine Kritik der Sparkassenkundschaft gestoßen, denn letztlich wurde dieser Prozess bereits im vergangenen Jahr realisiert.
Das Jahr 2018 wird ein ordentliches Geschäftsjahr für die Kreissparkasse Nordhausen. "Wir wachsen im Bestand sowohl im Einlagen- als auch im Kreditgeschäft zwischen 2,5 bis 4 Prozent. Treiber dieser Entwicklung ist auf beiden Seiten das Privatkundengeschäft. Immer noch ist zum Beispiel das Tagesgeld eine beliebte kurzfristige Geldanlage und immer noch vertrauen unsere Kunden der Fachkompetenz bei der Finanzierung von Wohnraum und bei Konsumentenkrediten. Hier kommt es mitunter auf die Geschwindigkeit einer Zusage oder manchmal auch Absage an", berichtet Wolfgang Asche. Die Berater können in den meisten Fällen schon in einem ersten Gespräch eine konkrete Aussage treffen und das verschaffe dem Geldhaus Wettbewerbsvorteile.
Etwas anders die Lage im Geschäftskundenbereich. Die gute Auftragslage und sehr gute Umsätze, die wiederum eine gute Ergebnissituation mit sich bringen, erlauben es den Unternehmen notwendige Investitionen aus der eigenen Liquidität heraus zu realisieren. Vorhandenes Geld werde aber auch zur Stärkung des Eigenkapitals genutzt.
Und der Ausblick? "Es wird in den kommenden zwei Jahren eine Aufwärtsentwicklung bei den Zinsen geben, allerdings werden wir diese Zeit brauchen, um aus dem Minuszinsen bei der Bundesbank zu kommen." Wie sich die Zinsen für die Verbraucher entwickeln, das weiß Asche nicht zu sagen. Auf seinem übervollen Schreibtisch ist keine Glaskugel zu finden.
Aus Sicht des Geldinstitutes wäre eine zu rasche Erhöhung der Zinsen mehr als eine Herausforderung. Schließlich seien in den zurückliegenden Jahren gerade auf Grund der historisch niedrigen Zinsen viele langfristige Kredite vergeben worden. Wenn dann die Zinsen für die Einlagen angehoben werden müssen, klettern auch die Probleme.
Das geht aber nicht nur der Kreissparkasse Nordhausen so, darunter leiden alle Geldhäuser, die sich dem klassischen Bankmodell - also dem "Einsammeln" und Verleihen von Geld - verschrieben haben. Gemeinsam mit dem Volksbanken in diesem deutschen Lande wird das auch weiterhin so sein. Das Investmentbanking soll den Privatbanken vorbehalten sein. Dass allerdings die, die sich dann verzockt haben, bei eine Schieflage wieder durch den Steuerzahler gerettet werden könnten, das findet nicht nur der Vorstand der Kreissparkasse wirklich super, um es vorsichtig auszudrücken.
Und so werden auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreissparkasse weiterhin mit viel Engagement und "Sparkasseleben" den Spagat zwischen den Folgen politischer Zinsen und dem eigentlichen Ziel der deutschen Sparkassen aushalten müssen. Das da lautet, einen Teil der Gewinne an den Träger, den Landkreis Nordhausen auszuschütten. Und für Kultur, Sport und Soziales bleibt auch noch genug übrig, verspricht Wolfgang Asche. Die exakten Zahlen dieses Jahres werden traditionell zu Beginn des neuen vorgestellt.
Peter-Stefan Greiner

