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Fr, 07:07 Uhr
02.11.2018
Schulamt und Stiftung unterzeichnen Vereinbarung

Demokratisches Handeln fördern

Das Staatliche Schulamt Nordthüringen und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora besiegeln engere Zusammenarbeit. „Um verantwortungsbewusstes und demokratisches Handeln der jetzigen, jungen Generation in Zukunft zu fördern, sind kritisches Geschichtsbewusstsein und das Wissen um die Diktatur- und Willkürerfahrungen in Deutschland im 20. Jahrhundert wichtige Voraussetzungen.“ – So klingt es aus der aktuell abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung der beiden Institutionen...

Zusammenarbeit vereinbart (Foto: Schulamt Nordthüringen) Zusammenarbeit vereinbart (Foto: Schulamt Nordthüringen)
Die Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora bieten als außerschulische Lernorte vielfältige Möglichkeiten zur Erforschung historischer Vorgänge, insbesondere die Geschichte des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Buchenwald. Die Angebote richten sich an alle Schularten ab der Klassenstufe 9. Das Staatliche Schulamt Nordthüringen erfüllt neben der Schulaufsichtsfunktion ebenfalls Aufgaben der Lehrerbildung und der Information über Angebote von bzw. die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. Aus den dadurch entstehenden Aufgabenbereichen heraus haben die Institutionen bereits zu Beginn des Jahres Gespräche aufgenommen, wie sich eine engere Zusammenarbeit gestalten könnte und wie Synergien besser zu nutzen sind. Da das Schulamt bereits Kooperationsvereinbarungen mit anderen Lernorten und Gedenkstätten in Thüringen pflegt, kam diese Form der Bildungspartnerschaft erneut in Frage.

Ein wegweisender Vorbote auf das kommende Ereignis war die Schulleitertagung weiterführender Schulen aus Nordthüringen Mitte Oktober am historischen Ort in Weimar - Buchenwald. Ein Tagungspunkt stellte der Rundgang zur Besichtigung der Gedenkstätte dar. Begleitetet durch pädagogische Fachkräfte war er speziell auf die Zielgruppe der Schulleiter zugeschnitten. Die moderne pädagogische Konzeption hat an diesem Tag alle überzeugt. Die Schulleiter sprachen sich infolgedessen dafür aus, dass dieser Lernort sehr gute interdisziplinäre Ansätze in der Arbeit mit Schülern bietet und in den schulinternen Curricula unbedingt (weiterhin) ihren Niederschlag finden müsse.

Gestern Vormittag, in der Bibliothek der Gedenkstätte in Buchenwald unterzeichneten Dr. Bernd Uwe Althaus, Leiter des Staatlichen Schulamtes Nordthüringen und Prof. Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora die gemeinsame Kooperationsvereinbarung. Mit diesem Akt wird sowohl symbolisch das besondere gegenseitige Interesse bekundet, als auch die Grundlage konstatiert für die Entwicklung und Realisierung von gemeinsamen Projekten. Die regelmäßige Weitergabe von Informationen über die pädagogischen Angebote und deren Evaluation in Bezug auf schulartspezifische Fragestellungen stehen dabei im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit. Die Vereinbarung erstreckt sich zunächst auf einen Zeitraum von drei Jahren. Regelmäßig werden die Sinnhaftigkeit und die Kompatibilität mit den vielfältigen Aufgaben der Institutionen überprüft.

„Historische Orte spielen als außerschulische Vermittlungsorte eine besondere Rolle. Geschichte wird hier auf eindringliche Weise gegenwartsrelevant. Weitergabe von Wissen, Fördern des Verstehens und Erzeugen von Kontinuität sind die Pfeiler unserer adäquaten pädagogische Begleitung, die diese intensive Auseinandersetzung fördert.“, eröffnete Herr Professor Doktor Volkhard Knigge das Treffen. Individuelle maßgeschneiderte Programme in Form von Projekttagen oder Workshops für Schülergruppen bietet die Stiftung dafür ebenso an wie die Betreuung von Projekt- oder Seminarfacharbeiten, äußerte sich der Direktor weiter.

Als weitere gemeinsame Säule der Partnerschaft wurde der Fortbildungssektor bekräftigt. Mit Hilfe von Anwendungsbeispielen erfahren Lehrende in Fortbildungsveranstaltungen, wie sie ihren Gedenkstättenbesuch in den Unterricht einbetten und vor- und nachbereiten können.

Im Verlauf der Begegnung wurde betont, dass der neuerliche Anreiz der pädagogischen Arbeit vor Ort in der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Medien und der Digitalität besteht. „Für eine nachhaltige Bildungsarbeit muss der historisch-politischen Bildung bereits in der Lehrerausbildung eine größere Rolle beigemessen werden. Im Schulamtsbereich haben wir damit schon begonnen, den Lehramtsanwärtern aller Schularten Seminare zur Thematik Aufarbeitung von Diktaturerfahrungen anzubieten. Unsere Kooperationspartner melden zurück, dass die Resonanz hoch ist. Die Angebote werden genutzt.“, ergänzte Dr. Bernd Uwe Althaus.

Gemäß dem KMK-Vorsitz des Thüringer Ministers Helmut Holter und der derzeitigen Bildungsdebatte zum Thema Demokratie stellt diese Vereinbarung aktuell ein geeignetes Mittel dar im Aufzeigen von historischer Verantwortung gegenüber nachkommenden Generationen und der Vermittlung von humanistischen Werten im Bildungssektor.
Autor: red

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