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Mo, 22:55 Uhr
29.10.2018
Aus dem Stadtrat

Höhere Kindergartenkosten in Ellrich

Die Stadt Ellrich erhöht ab Januar die Kindergartenbeiträge. Mehrheitlich hat das der Stadtrat am Montagabend bei seiner Sitzung beschlossen. Viele Eltern machten ihrem Ärger über diese Entscheidung Luft...

Tina Holzhause verliest ihr Statement (Foto: Susanne Schedwill) Tina Holzhause verliest ihr Statement (Foto: Susanne Schedwill)
Die Stühle reichten nicht aus: Gut 40 Eltern waren am Montagabend in den Sitzungssaal des Ellricher Rathauses gekommen, um die Entscheidung der Stadtvertreter zu verfolgen. Gut eine Stunde konnten die Eltern ihre Fragen vortragen.

Elternbeiratsvorsitzende Tina Holzhause verlas ein Statement: Die Erhöhung der Elternbeiträge sei für viele Familien eine finanzielle Zumutung. Und zwei Informationsveranstaltungen mit dem Träger, dem Jugendsozialwerk, hätten mehr Fragen aufgeworfen, als es dort Antworten gab, äußerte die Woffleberin deutlich Kritik.

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„Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir Eltern haben von der geplanten Erhöhung viel zu spät erfahren. Poltikverdrossenheit nimmt hier ihren Anfang“, sagte eine andere Mutter zu den Stadträten. Ellrichs Bürgermeister Henry Pasenow (CDU) gab zu, in diesem Punkt „nicht gut gewesen zu sein“. Zukünftig wolle er sich eher und öfter mit den Eltern zusammensetzen.

An der im Schnitt zehnprozentigen Kostensteigerung sei nicht zu rütteln, so Pasenow. Er begründete diesen Schritt mit gestiegenen Personalkosten. In diesem Jahr wurde der Betreuungsschlüssel von der Landesregierung erhöht, mehr Erzieherinnen wurden eingestellt. Etwa 90 Prozent der anfallenden Betriebskosten seien Personalkosten, machte Pasenow deutlich.

In Thüringen gilt die Drittelregelung für die Finanzierung der Kindergärten. Das bedeutet, Land, Kommunen und Eltern beteiligen sich je zu einem Drittel an den Betriebskosten, also an den Kosten für Betreuung und Unterhaltung.

Für Ellrich heißt das: Für das erste Kind bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres zahlen die Eltern ab Januar 250 statt bislang 225 Euro. Für das zweite Kind fallen 70 Prozent dieses Betrages, für das dritte Kind 30 Prozent an. Ab dem vierten Kind ist die Betreuung kostenlos.

Geringer fällt der Beitrag bei Kindern über drei Jahre aus: Hier sind für einen Ganztagsplatz beim ersten Kind 200 statt bisher 180 Euro zu zahlen. Die Beitragsordnung des Jugendsozialwerkes, das die beiden Kindergärten in Ellrich und Sülzhayn betreibt, gilt vorerst für drei Jahre.

Was die Eltern ärgert: Die gestiegenen Kindergartenkosten sind nur das eine - ab 1. Januar müssen die Eltern auch die umstrittene Servicepauschale zahlen. 24 Euro monatlich kommen zu den teureren Kindergartenplatzkosten pro Kind noch einmal hinzu.

Die Servicepauschale beinhaltet die Vor-, Zu- und Nachbereitung des Essens. Die Kosten für diese Arbeiten sind nach neuem Thüringer Kitagesetz gesondert zu ermitteln und in Rechnung zu stellen. Daran beteiligt sich der Freistaat nicht, da es keine Betriebskosten sind. Dieser Betrag kann von der Kommune übernommen werden, muss aber nicht. Die Stadt Ellrich beteiligt sich nicht an der Servicepauschale, „weil wir es finanziell nicht können“, begründete Pasenow die Entscheidung seiner Verwaltung. Man habe sich das nicht leicht gemacht, so der Stadtchef. Er verwies aber auf den defizitären Haushalt, der keinen Spielraum lasse.

Rund eine halbe Million Euro fehlen im Verwaltungshaushalt im aktuellen Haushaltsentwurf für 2019, über 1,1 Million Euro Defizit sind es im Vermögenshaushalt.

Mit einer Enthaltung von der SPD und zwei Nein-Stimmen aus der Fraktion Die Linke wurde der Beschluss mehrheitlich gefasst.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
Liane Enzinger
30.10.2018, 06:41 Uhr
Warum zahlt der Freistaat die Kita Servicegebühr nicht?
Auch in den Kitas meiner Enkel und Nichten gibt es Diskussionen um die Servicegebühr. Es bleibt die Frage, ob das beitragsfreie Kita Jahr und der verbesserte Betreuungsschlüssel nicht durch die Hintertür von den Eltern selbst bezahlt werden?!

Liane Enzinger, M.A.
Wolfi65
30.10.2018, 07:32 Uhr
Ganz einfach
Weil es dem sogenannten Freitstaat Thüringen egal ist ob es den Bürgern gut geht oder nicht. Entscheidungen werden nur gegen die Bürger getroffen. Wer nicht mitzieht, bekommt die volle Härte der Freiheitlich- Demokratischen Grundordnung zu spüren. Dann wundert sich eine gewisse Klientel, wenn sie nicht mehr gewählt wird.
free Gigi
30.10.2018, 10:20 Uhr
Geschenke
wer gedacht hatte, dass kostenfreie KITA Jahr sei ein Geschenk des Freistaates an den Bürger, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!!!!
Bärbel174
30.10.2018, 10:48 Uhr
Ich schließe mich an...
Ich schließe mich meinen Vorkommentatoren an und wundere mich trotzdem, dass der Aufschrei der Bevölkerung kaum hörbar ist.

Das "beitragsfreie" Kindergartenjahr wird ganz einfach von den Eltern vorfinanziert. Man braucht doch auch im Ansatz nicht daran denken, dass man was vom Staat geschenkt bekommt. Schon lange nicht...und schon gar nicht in Zeiten, in denen die arbeitende Bevölkerung, den immer größer werdenden Teil der nichtarbeitenden Bevölkerung mitfinanzieren muss.
Bernd
30.10.2018, 12:39 Uhr
Was erwarten die Wähler von Linken?
Natürlich ist das Kindergartengesetzt der Linken eine Mogelpackung oder hat tatsächlich irgendein Wähler der Linken daran geglaubt, das die Eltern entlastet werden?

Die Linken ruinieren seit 2014 unser Thüringen und nehmen die Bevölkerung immer mehr aus! Aber anscheinend wollen die Menschen es so? Schaut man doch nur auf das Kindergartengesetzt oder die Erhöhung der Grunderwerbssteuer auf den Spitzensatz 6,5% in Deutschland, ebenso werden ständige die Hebesätze für Grundsteuern nach oben korrigiert um die Haushalte zu finanzieren.

Für unbegleitete Flüchtlinge gab Thüringen im Jahr 2017 je Flüchtling ca. 49.000€ aus, wobei dies nur zu einem Bruchteil von Bund übernommen wird, der große Teil muss vom Land finanziert werden! Ist aber auch egal, denn so oder so finanzieren es die Steuerzahler.

Also am besten immer schön fleißig Linke wählen und man braucht sich keine Gedanken um das verdiente Geld machen, die Linken sorgen schon dafür, das der Bürger geschröpft wird!
mbmbo
30.10.2018, 16:33 Uhr
Kinderwunsch als Geldbeutelentscheidung
Soweit sind wir hier - Kinder als Luxusgut für den, der sie sich leisten kann. Oder aber für den, der sich vom Staat komplett finanzieren lässt. Und diese scheinheiligen linken Gegenstimmen zum Beschluss sind purer Hohn. Interessant ist auch, dass das Übergangsalter von Krippe in Kindergarten angehoben wurde - so ergibt sich für die 2-Jähigen eine Erhöhung von ca. 95 Euro pro Monat. Eine solche Familienfeindlichkeit ist zum Kotzen. Weiterhin wäre eine Antwort auf die Frage nach den Geschäftszahlen - und ob eine Erhöhung überhaupt erforderlich wäre - interessant gewesen. Aber das geht den Bürger nichts an.
free Gigi
30.10.2018, 20:56 Uhr
besser dran
sind da jene, die nichts zu holen haben außer mehr als eine handvoll Kinder...
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