Mo, 08:30 Uhr
07.02.2005
Drogen aus dem Südharz
Nordhausen/Ellrich (nnz). Gerüchte verbreiten sich in diesen Zeiten immer noch sehr schnell. Vor allem, wenn damit eventuell Arbeitsplätze verbunden sind. Und so kursiert im Südharz das Gerücht, daß sich in Ellrich ein Unternehmen ansiedeln soll, das jede Menge neuer Arbeitsplätze im Gepäck haben könnte. Die nnz ist diesem Gerücht einmal nachgegangen...
Der Ellricher Bürgermeister Gerald Schröder zeigte sich heute sehr verwundert über die Nachfrage der nnz. Verwundert, weil eigentlich noch alles geheim bleiben sollte, weil es in dieser Woche erst einmal Gespräche mit dem Arbeitsamt oder den beteiligten Banken geben soll. So viel ist aber schon klar. Ein Unternehmen aus Leipzig zeigt starkes Interesse an einer Halle im Ellricher Gewerbegebiet. Dort soll ein Ableger des ehemaligen Leipziger Drogenkontors entstehen. Im Drogenkontor waren zu DDR-Zeiten Pflanzen gesammelt worden, die dann unter anderem zu Tees verarbeitet wurden. Die Nachfahren der einstigen Eigentümer des Kontors wollen das Unternehmen reanimieren, wurden im Raum Leipzig bei ihrer Suche nach günstigen Hallen nicht fündig. In Ellrich sollen sie gefunden haben, was sie suchten.
Gerald Schröder bestätgite gegenüber der nnz erste Gespräche, auch konkrete Unterlagen befinden sich bereits im Rathaus. Im künftigen Natura-Werk in Ellrich sollen ebenfalls Naturmaterialien gesammelt und verarbeitet werden. Dazu gehören unter anderem Säcke als Endprodukte, die aus Fasern einer Brennessel-Art hergestellt werden sollen. Diese Brennesseln sollen Zulieferer anbauen, weiterhin sollen Ausgangsprodukte für Tees gesammelt werden, die dann verarbeitet werden. Doch zurück zu den Säcken: Deren Bedeutung ist den Mitteldeutschen spätestens seit der Flut im Jahr 2002 klar. Statt für einen Jute-Sack aus Italien fünf bis sechs Euro ausgeben zu müssen, könnten Brennessel-Säcke aus Ellrich künftig für einen halben Euro eingekauft werden.
Schon Anfang März soll es im Ellricher Gewerbegebiet losgehen. 20 bis 25 Mitarbeiter sollen in der Halle arbeiten, die allerdings zur Zeit noch durch ein anderes Unternehmen belegt ist. In drei bis vier Jahren soll die Zahl der Mitarbeiter auf – und nun halten sie sich fest – bis zu 1.500 aufgestockt werden. Dazu gehören dann vor allem die Lieferanten der Ausgangsstoffe, die nicht auf Basis einer Ich-AG arbeiten, sondern eine Anstellung erhalten sollen.
Ob diese Vision der Leipziger einmal Realität werden wird, das sei dahingestellt. Doch wegschicken will sie Schröder nicht. In einer Zeit mit mehr als 10.000 arbeitslosen Frauen und Männern allein im Landkreis Nordhausen sind neue Arbeitsplätze immer ein Politikum. Egal ob 15 oder 1.500. Die nnz wird in dieser Woche weiter berichten.
Autor: nnzDer Ellricher Bürgermeister Gerald Schröder zeigte sich heute sehr verwundert über die Nachfrage der nnz. Verwundert, weil eigentlich noch alles geheim bleiben sollte, weil es in dieser Woche erst einmal Gespräche mit dem Arbeitsamt oder den beteiligten Banken geben soll. So viel ist aber schon klar. Ein Unternehmen aus Leipzig zeigt starkes Interesse an einer Halle im Ellricher Gewerbegebiet. Dort soll ein Ableger des ehemaligen Leipziger Drogenkontors entstehen. Im Drogenkontor waren zu DDR-Zeiten Pflanzen gesammelt worden, die dann unter anderem zu Tees verarbeitet wurden. Die Nachfahren der einstigen Eigentümer des Kontors wollen das Unternehmen reanimieren, wurden im Raum Leipzig bei ihrer Suche nach günstigen Hallen nicht fündig. In Ellrich sollen sie gefunden haben, was sie suchten.
Gerald Schröder bestätgite gegenüber der nnz erste Gespräche, auch konkrete Unterlagen befinden sich bereits im Rathaus. Im künftigen Natura-Werk in Ellrich sollen ebenfalls Naturmaterialien gesammelt und verarbeitet werden. Dazu gehören unter anderem Säcke als Endprodukte, die aus Fasern einer Brennessel-Art hergestellt werden sollen. Diese Brennesseln sollen Zulieferer anbauen, weiterhin sollen Ausgangsprodukte für Tees gesammelt werden, die dann verarbeitet werden. Doch zurück zu den Säcken: Deren Bedeutung ist den Mitteldeutschen spätestens seit der Flut im Jahr 2002 klar. Statt für einen Jute-Sack aus Italien fünf bis sechs Euro ausgeben zu müssen, könnten Brennessel-Säcke aus Ellrich künftig für einen halben Euro eingekauft werden.
Schon Anfang März soll es im Ellricher Gewerbegebiet losgehen. 20 bis 25 Mitarbeiter sollen in der Halle arbeiten, die allerdings zur Zeit noch durch ein anderes Unternehmen belegt ist. In drei bis vier Jahren soll die Zahl der Mitarbeiter auf – und nun halten sie sich fest – bis zu 1.500 aufgestockt werden. Dazu gehören dann vor allem die Lieferanten der Ausgangsstoffe, die nicht auf Basis einer Ich-AG arbeiten, sondern eine Anstellung erhalten sollen.
Ob diese Vision der Leipziger einmal Realität werden wird, das sei dahingestellt. Doch wegschicken will sie Schröder nicht. In einer Zeit mit mehr als 10.000 arbeitslosen Frauen und Männern allein im Landkreis Nordhausen sind neue Arbeitsplätze immer ein Politikum. Egal ob 15 oder 1.500. Die nnz wird in dieser Woche weiter berichten.

