So, 19:41 Uhr
16.09.2018
BUND-Einsatz 69
Mähen gegen den Gipsabbau…
…heißt es mindestens einmal jährlich für die Mitstreiter und Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen. Immer dann mähen sie einen rund 0,2 Hektar großen Halbtrockenrasen auf dem vereinseigenen Grundstück zwischen den Naturschutzgebieten Himmelsberg und Mühlberg. Auf diesem siedeln zahlreiche bedrohte Pflanzen- und Tierarten, die durch diese historische, extensive Bewirtschaftungsform erhalten werden sollen...
Mähen gegen den Gipsabbau… (Foto: B. Schwarzberg)
Und das, nur wenige Meter südöstlich vom noch aktiven Steinbruch Rüsselsee, den die Firma Casea zu gern vergrößern würde. Das Grundstück ist nicht nur aus Artenschutzgründen wichtig. Es trägt auch zur Erhaltung des Landschaftsbildes zwischen Appenrode und Niedersachswerfen bei, da dieses durch das Abbaugeschehen südlich Appenrode ja schon massiv beeinträchtigt wird, so Organisator Bodo Schwarzberg.
Mähen gegen den Gipsabbau… (Foto: B. Schwarzberg)
Die Fläche fungiere gewissermaßen als Riegel für ansonsten kaum zu bremsende Abbaugelüste von CASEA, die sich aber potenziell auch am Winkelberg, also im Herz der Rüdigsdorfer Schweiz entladen könnten.
Möglicherweise bleibt den Sachswerfern durch unser Grundstück der dauerhafte Anblick eines weiteren bzw. erweiterten Steinbruchs in ihrer näheren Umgebung erspart: Zum Kohnstein als ökologischer Schandfleck Nummer eins im Südwesten gesellt sich ja zeitnahe der Steinbuch Kuhberg im Osten, - obwohl die Politik immer beteuert habe, Neuaufschlüsse nicht zuzulassen. Im Westen immerhin können die Nordsachswerfer bis jetzt noch auf eine grüne Wand blicken.
Nach einer zweistündigen Mahd durch Schwarzberg am Freitagnachmittag bewältigten vier Aktive im eigentlichen Einsatz am Sonnabend den verbleibenden Rest der Fläche. Bei sonnigem Herbstwetter beluden sie mit dem Mähgut einen Anhänger, den ein Landwirt der Region, wie schon im vergangenen Jahr, freundlicherweise gestellt hatte. Angesichts der seit Monaten anhaltenden Dürre mit der Folge einer allgegenwärtigen Futterknappheit, dürfte ihm ein wenig Bio-Heu willkommen sein.
Dennoch sei der Zustand der Fläche in diesem Jahr erschreckend: Zwei bemerkenswerte geschützte bzw. Rote-Liste-Arten (Fransen-Enzian und Sumpf-Herzblatt) konnte ich in diesem Jahr dort erstmals gar nicht finden. Die Tendenz zu immer trockeneren und heißeren Sommern dürfte es noch schwerer machen, den Artenrückgang in Mitteleuropa zu bremsen, so Schwarzberg. Auch aus lokalklimatischen Gründen müsste, so Schwarzberg, jeglicher Gipsabbau untersagt werden. - Die kleine Heidefläche, die sonst um diese Zeit meist in das dezente Violett des Gewöhnlichen Heidekrauts getaucht war, erscheint regelrecht verbrannt. - Die beiden ersten Fotos zeigen den nachdenklich stimmenden Vergleich zwischen Spätsommer 2017 und Spätsommer 2018.
Der Vergleich ist Ausdruck eines traurigen Rekords, den der diesjährige Sommer in einer Ortschaft unseres Landkreises aufgestellt hat. – Friedrichsthal ist 2018 die trockenste Messstation Deutschlands - mit gerade einmal 24 mm Regen, was 13 Prozent des langjährigen Mittels entspricht. Der mitteldeutsche Sommer war demnach der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (Quelle: wetteronline).-
Am gerade vergangenen Einsatz vom Sonnabend beteiligten sich die Nordhäuser Petra Wenzel, Tobias Strietzel, Bodo Schwarzberg sowie Rainer Peix aus Ilfeld.
Der nächste, dann 70. landschaftspflegerische Einsatz des BUND-Kreisverbandes Nordhausen ist für den 29. September vorgesehen. Dann steht die jährliche Mahd eines kleinen Niedermoores im Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz auf dem Programm. Wer mit mähen oder harken möchte, kann sich gern unter bodo_schwarzberg@yahoo.de melden.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnz
Mähen gegen den Gipsabbau… (Foto: B. Schwarzberg)
Und das, nur wenige Meter südöstlich vom noch aktiven Steinbruch Rüsselsee, den die Firma Casea zu gern vergrößern würde. Das Grundstück ist nicht nur aus Artenschutzgründen wichtig. Es trägt auch zur Erhaltung des Landschaftsbildes zwischen Appenrode und Niedersachswerfen bei, da dieses durch das Abbaugeschehen südlich Appenrode ja schon massiv beeinträchtigt wird, so Organisator Bodo Schwarzberg.
Mähen gegen den Gipsabbau… (Foto: B. Schwarzberg)
Die Fläche fungiere gewissermaßen als Riegel für ansonsten kaum zu bremsende Abbaugelüste von CASEA, die sich aber potenziell auch am Winkelberg, also im Herz der Rüdigsdorfer Schweiz entladen könnten.
Möglicherweise bleibt den Sachswerfern durch unser Grundstück der dauerhafte Anblick eines weiteren bzw. erweiterten Steinbruchs in ihrer näheren Umgebung erspart: Zum Kohnstein als ökologischer Schandfleck Nummer eins im Südwesten gesellt sich ja zeitnahe der Steinbuch Kuhberg im Osten, - obwohl die Politik immer beteuert habe, Neuaufschlüsse nicht zuzulassen. Im Westen immerhin können die Nordsachswerfer bis jetzt noch auf eine grüne Wand blicken.
Nach einer zweistündigen Mahd durch Schwarzberg am Freitagnachmittag bewältigten vier Aktive im eigentlichen Einsatz am Sonnabend den verbleibenden Rest der Fläche. Bei sonnigem Herbstwetter beluden sie mit dem Mähgut einen Anhänger, den ein Landwirt der Region, wie schon im vergangenen Jahr, freundlicherweise gestellt hatte. Angesichts der seit Monaten anhaltenden Dürre mit der Folge einer allgegenwärtigen Futterknappheit, dürfte ihm ein wenig Bio-Heu willkommen sein.
Dennoch sei der Zustand der Fläche in diesem Jahr erschreckend: Zwei bemerkenswerte geschützte bzw. Rote-Liste-Arten (Fransen-Enzian und Sumpf-Herzblatt) konnte ich in diesem Jahr dort erstmals gar nicht finden. Die Tendenz zu immer trockeneren und heißeren Sommern dürfte es noch schwerer machen, den Artenrückgang in Mitteleuropa zu bremsen, so Schwarzberg. Auch aus lokalklimatischen Gründen müsste, so Schwarzberg, jeglicher Gipsabbau untersagt werden. - Die kleine Heidefläche, die sonst um diese Zeit meist in das dezente Violett des Gewöhnlichen Heidekrauts getaucht war, erscheint regelrecht verbrannt. - Die beiden ersten Fotos zeigen den nachdenklich stimmenden Vergleich zwischen Spätsommer 2017 und Spätsommer 2018.
Der Vergleich ist Ausdruck eines traurigen Rekords, den der diesjährige Sommer in einer Ortschaft unseres Landkreises aufgestellt hat. – Friedrichsthal ist 2018 die trockenste Messstation Deutschlands - mit gerade einmal 24 mm Regen, was 13 Prozent des langjährigen Mittels entspricht. Der mitteldeutsche Sommer war demnach der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (Quelle: wetteronline).-
Am gerade vergangenen Einsatz vom Sonnabend beteiligten sich die Nordhäuser Petra Wenzel, Tobias Strietzel, Bodo Schwarzberg sowie Rainer Peix aus Ilfeld.
Der nächste, dann 70. landschaftspflegerische Einsatz des BUND-Kreisverbandes Nordhausen ist für den 29. September vorgesehen. Dann steht die jährliche Mahd eines kleinen Niedermoores im Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz auf dem Programm. Wer mit mähen oder harken möchte, kann sich gern unter bodo_schwarzberg@yahoo.de melden.
Bodo Schwarzberg









